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Wissenschaftsrat äußert sich zur weiteren Entwicklung der geistes- u. sozialwissenschaftl. Fakultät

21.01.2000 - (idw) Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat setzt mit der Stellungnahme zu den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Potsdam die Begutachtung der Universitäten Brandenburgs fort, die er im Mai 1997 mit einer Stellungnahme zur Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam begonnen hat und auf die im Januar 1999 eine Stellungnahme zur Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder folgte.

Die Perspektiven der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Potsdam werden vor dem Hintergrund des Hochschulentwicklungsplans bewertet, den das Land 1997 vorgelegt hat. Es ist in den vergangenen Jahren deutlich geworden, daß die bei der Gründung der drei Universitäten angelegte fachliche Breite aufgrund der Stellen und Sachmittelreduzierungen nicht aufrecht erhalten werden kann. Der Wissenschaftsrat hält daher generell eine Reduktion des Fächerangebots für notwendig. Land und Hochschulen sollten diesen Prozeß als Chance auffassen, das Profil in Lehre und Forschung zu schärfen und damit an Attraktivität insbesondere im Vergleich zu den Universitäten Berlins zu gewinnen. Es sollten Zielvereinbarungen zwischen dem Land und den Universitäten geschlossen werden, die diese Profilbildung für die Hochschulen verbindlich machen und ihnen im Gegenzug finanzielle Planungssicherheit und eine stabile Grundausstattung für die kommenden Jahre geben.

Für die Universität Potsdam gibt der Wissenschaftsrat konkrete Hinweise, wo das Studienangebot auf der Grundlage von 190 Professuren gestrafft werden kann und wie im gleichen Zuge Ausbauschwerpunkte verstärkt ausgestattet werden können. Als besonders förderungswürdig betrachtet der Wissenschaftsrat den Bereich "Wirtschaft - Institutionen - Verwaltung", der von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und der Juristischen Fakultät getragen wird. Dessen innere Kohärenz sollte weiter verstärkt werden. Ebenfalls positiv werden die Lehrerbildung nach dem Potsdamer Modell und die Kognitionswissenschaften bewertet. Daneben erkennt er Ausbaupotentiale in den Medienwissenschaften. Die Schwerpunkte der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten sind zur gegenseitigen Verstärkung soweit wie möglich mit Angeboten außeruniversitärer Einrichtungen in Potsdam abzustimmen, wie dies von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam bereits mit Erfolg praktiziert wird.

Darüber hinaus werden strukturelle Empfehlungen gegeben, die dazu beitragen sollen, die Institutionen "Profilbereich" und "Interdisziplinäres Zentrum", die die Universität bei ihrer Gründung ins Leben gerufen hat, zu stärken und die mit ihnen verbun-denen Ziele - fakultätsübergreifende Profilbildung, Interdisziplinarität und Flexibilität - zu verwirklichen. Der Wissenschaftsrat weist darauf hin, daß die notwendigen Maß-nahmen zur Konsolidierung der Universität zügig auf den Weg gebracht werden müssen, um einem Qualitätsverlust vorzubeugen.

Hinweis:
Die Stellungnahme zu den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Potsdam (Drs. 4417/00) kann bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates schriftlich oder per E-Mail angefordert werden.

Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung sowie des Hochschulbaus.

Belegexemplar erbeten an: Dr. Dietmar Goll

Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates, Brohler Straße 11, 50968 Köln Telefon: 0221/3776 - 269, Telefax: 0221/38 84 40, E-Mail: goll@wissenschaftsrat.de

Pressemitteilungen und Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
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