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Wenn sich das Messer des Chirurgen in den Schädel senkt

21.01.2000 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Wenn sich das Messer des Chirurgen in den Schädel senkt
Vortrag an der TU Chemnitz - Was die moderne Medizin gegen Hirntumoren tun kann

Ein Tumor im Hirn - wer diese Diagnose von seinem Arzt hört, der ist zutiefst erschrocken. Schließlich ist unser Kopf der Sitz des Geistes, allen Denkens und Wollens, aller Sinnesempfindungen, aller Kontrolle über unseren Körper, unsere Schaltzentrale eben. Und dennoch: Die Chancen auf eine erfolgreiche Operation eines Hirntumors sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer größer geworden, ein Hirntumor bedeutet längst kein Todesurteil und auch keinen Kontrollverlust über unseren Körper mehr. Dies liegt vor allem an Fortschritten in der Früherkennung von Krankheiten, aber auch an immer weiter verfeinerten Operationsverfahren.

Was die Medizin von heute gegen Hirntumoren unternehmen kann, darüber spricht der Chefarzt der Neurochirurgischen Klinik in Chemnitz, Dozent Dr. med. habil. Jochen Schöche, am Mittwoch, dem 26. Januar 2000 um 17.30 Uhr im Hörsaal 201 der Chemnitzer Uni, Straße der Nationen 62. Außerdem geht es um die Fortschritte, die in den vergangenen Jahren auf diesem wichtigen Gebiet erzielt worden sind. Der Vortrag trägt den Titel "Über die Neuronavigation in der Neurochirurgie - Image Guided Neuosurgery" und ist Teil der äußerst erfolgreichen Reihe "Medizin im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Gesellschaft", die die Uni seit dem Wintersemester 1997/98 gemeinsam mit dem Klinikum Chemnitz anbietet.

Möglich geworden sind die Fortschritte durch neue Abbildungsverfahren, etwa die Computer-Tomographie. Mit ihrer Hilfe kann der für Operationen am Hirn zuständige Arzt, der Neurochirurg, schon vorab durchspielen, an welcher Stelle er die Schädeldecke am sinnvollsten öffnet, wie er den Tumor am besten freilegt und wo er seine Schnitte ansetzen muss. Auch die technische Überwachung der Operationen ist entscheidend verbessert worden, so dass bei plötzlich auftretenden Schwierigkeiten sofort eingegriffen werden kann. Daneben operieren die Neurochirurgen aber auch Blutergüsse und Aufweitungen von Adern im Gehirn. Ferner gehören Operationen an der Wirbelsäule und den Rückenmarksnerven zu ihren Aufgaben. Nach einer Unfallverletzung müssen sie ebenfalls oft zum Messer greifen, um Gefahren für Leib und Leben abzuwenden. Noch bis vor wenigen Jahren waren die Operateure in allen diesen Punkten fast völlig auf ihr Fingerspitzengefühl und ihre Erfahrung angewiesen.

Die Schwierigkeit dabei: Der Tumor oder die Verletzung müssen beseitigt werden, ohne dass Aufgaben und Funktion des Hirns beeinträchtigt werden. Das ist nicht einfach, denn die Nervenzellen sind schon bei der Geburt vollständig vorhanden. Sind sie erst einmal zerstört, wachsen sie nicht mehr nach. Aber schon der Tumor selbst sorgt für eine solche Zerstörung. Dass die Chemnitzer Neurochirurgen dennoch ihre Aufgabe meistern, zeigen die mehr als 250 Hirntumoren, die sie in den vergangenen Jahren bereits entfernt haben.

(Autor: Hubert J. Gieß)
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