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DNA-Chips weiter auf dem Vormarsch

25.01.2000 - (idw) DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Wissenschaftler erwarten in den nächsten Jahren eine enorme Entwicklung auf dem Markt der DNA-Chiptechnologie. Über die Perspektiven dieser Technologie diskutierten 370 Experten am 24. und 25. Januar 2000 beim DECHEMA-Statusseminar "DNA-Chiptechnologie: Anwendung und Nutzung" im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main.

Diese Veranstaltung knüpft an das sehr erfolgreiche DECHEMA-Statusseminar "Chiptechnologie für DNA-Diagnostik und Sequenzanalyse in Deutschland" vom Januar 1999 in Frankfurt an. Der Schwerpunkt des diesjährigen Statusseminars war die Umsetzung der Forschungsarbeiten aus verschiedenen Gebieten, die diese Technologie bereits zu Expressions- und Sequenzanalyse, Genotypisierung und Untersuchung von DNA-/DNA- sowie DNA-/Protein-Wechselwirkungen einsetzen.

Anwendungsgebiete und Einsatzmöglichkeiten der Chiptechnologie finden sich unter anderem in der medizinischen Diagnostik, der Identifizierung von krankheitsrelevanten Genen und Pathogenitätsmechanismen, dem Nachweis von Krankheitserregern sowie in der Lebensmittel- und Pflanzenanalytik.

Eine bedeutende Rolle wird die Chiptechnologie künftig in der Medizin spielen. So sollen DNA-Chips unter anderem prüfen, welche Krankheiten sich im menschlichen Erbgut verbergen. Hoffnungen ruhen auf der Diagnostik von Infektions-, Krebs- und Erbkrankheiten. Der Vergleich der genetischen Informationen von kranken und gesunden Zellen mittels DNA-Chips hat letztendlich zum Ziel, Ansätze für Therapien zu finden. Dr. Hubert Paul, Universitäts- und Polyklinik Ulm, berichtete über den Einsatz der Chiptechnologie zur Identifikation von krankheitsrelevanten Genen beim Bauchspeicheldrüsenkrebs. Etwa 100 Gene, die mit der Bildung von Metastasen in Verbindung stehen, konnten bisher identifiziert werden.

Im Lebensmittelbereich werden ebenfalls DNA-Chips eingesetzt. Mit ihrer Hilfe können krankmachende und lebensmittelverderbende Keime in Rohstoffen wie beispielsweise Milch oder in verarbeiteten Lebensmittelprodukten aufgespürt werden. Einen entsprechenden Chip, der in Lebensmittelproben unter anderem Krankheitserreger wie Salmonellen identifiziert, stellte Dr. Roland Toder von der BioChip Technologies GmbH Freiburg im Rahmen des DECHEMA-Statusseminars vor.

Auch im Umweltbereich greift man auf die Chiptechnologie zurück. Marcel Scheideler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg referierte über den Einsatz von DNA-Chips zur Untersuchung des Einflusses verschiedener Umweltbedingungen und Streß auf den Genexpressions-Mechanismus von Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand).
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