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Prof. Dr. Werner Kreische, Physiker der Universität Erlangen-Nürnberg, zum 65. Geburtstag

25.01.2000 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Der Physiker Dr. Werner Kreische, em. Professor am Pysikalischen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, vollendet am Mittwoch, 2. Februar 2000, sein 65. Lebensjahr.

Er promovierte 1963 bei Prof. Dr. Rudolf Fleischmann mit einer Arbeit zur sogenannten Inneren Bremsstrahlung, einem Thema, das in den Bereichen Quantenelektrodynamik und Kernphysik angesiedelt ist. Es war die Fortsetzung der Untersuchungen seiner Diplomarbeit 1960, in der schon Diskrepanzen mit den theoretischen Vorstellungen gefunden wurden. In seiner Habilitationsarbeit 1970 wurden schließlich diese Diskrepanzen geklärt. Parallel dazu hat Prof. Kreische als verantwortlicher Physiker ab 1965 den Erlanger Tandembeschleuniger aufgebaut und etwa zehn Jahre als Technischer Leiter die Verantwortung dafür getragen. Hierbei entstanden einige Arbeiten zur Beschleunigerphysik.

1978 zum C3-Professor ernannt, beschäftigte sich Prof. Kreische vor allem mit der magnetischen Hyperfeinwechselwirkung von Atomkernen, was schließlich zur Entdeckung eines in der Kernphysik neuen Effektes, des sogenannten Kern-Hanle-Effekts, führte. In der Folge wandte sich sein Interesse mehr der Fragestellung der elektrischen Feldgradienten zu. Es gelang ihm hier durch eine besondere Meßmethode bei zahlreichen kovalent gebundenen Fluoriden die elektrische Hyperfeinwechselwirkung zu messen. Dies ist von Bedeutung, da die übliche Methode bei den Halogenen, die Kernquadrupolresonanz, für Fluor nicht zur Verfügung steht.

Schließlich begann er mit der Untersuchung nichtlinearer Phänomene, insbesondere der Untersuchung von Zeitreihen auch komplexer Systeme, wie zum Beispiel der Zeitreihen, die man bei der Magnetoenzephalographie (MEG) erhält.

Seine Forschungsergebnisse hat Prof. Kreische auf zahlreichen nationalen und internationalen Tagungen, vielen Vortragseinladungen sowie in zahlreichen wissenschaftlichen Abhandlungen dargestellt.

Prof. Kreische hat sich bereits zu einer Zeit, als es noch keine Didaktik-Professuren an der Universität gab, um die Weiterbildung der Fachlehrer Physik an den Gymnasien gekümmert und dafür verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. Seine Liebe zur Schule führte ihn in die Lehrplankommission, wo er am geltenden Lehrplan mitarbeitete und mit einem Kollegen zusammen ein Schulbuch schrieb.

Vorlesungen hat er immer gern gehalten und für seine Studenten meist Manuskripte darüber erstellt. In Seminaren hat er die Atmosphäre mit Diplomanden und Doktoranden genossen. Er war Mitglied im Fachbereichsrat, in den Jahren 1987/88 Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät I und bei seinem Ausscheiden Prodekan sowie zum zweiten Mal Sprecher der Fachgruppe Physik.

Durch eine plötzliche, ernste Erkrankung musste er seine dienstliche Tätigkeit bereits mit 61 Jahren beenden. Im Ruhestand verfolgt er nicht nur weiterhin die Entwicklung seiner Wissenschaft, sondern auch seine ganz unterschiedlichen Interessen mit sichtlichem Vergnügen. So hängt am Fenster seiner Schreinerei in der Fränkischen Schweiz ein Artikel einer Lokalzeitung mit dem Titel: "Nach einigen Semestern Uni: Traumberuf Schreiner".

* Weitere Informationen:
Physikalisches Institut, Dr. Dieter Seyboth
Erwin-Rommel-Straße 1, 91058 Erlangen
Tel.: 09131/85 -27095
E-Mail: dietrich.seyboth@physik.uni-erlangen.de
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