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Ein Schritt schneller als Doping - Dopingprävention

29.08.2002 - (idw) Fachhochschule Fulda

Auf Einladung des durch die Europäische Kommission geförderten und durch den Main-Kinzig-Kreis, die Fachhochschule Fulda und die Fachstelle für Suchtprävention in Darmstadt realisierten Dopingpräventionsprojektes unplugged kamen am 24. August in der Sportschule des Landessportbundes Hessen in Frankfurt Repräsentanten verschiedenster im Sportbereich tätiger Institutionen zusammen.
Unter dem Titel "Dopingprävention - Eine Aufgabe für alle" ging es darum, Fachdisziplinen übergreifend nach wirksamen Dopingpräventionsansätzen, -konzepten zu suchen.

Der Kampf gegen den Missbrauch leistungssteigernder Substanzen muss sowohl für den organisierten als auch unorganisierten Sport realisiert werden. Über das IOC sind weltweit für alle Sportdachverbände allgemein gültige Dopinglisten realisiert. Die meisten Fachverbände haben für sich und die in ihrem Fachverband engagierten Mitglieder Dopingstatuten formuliert, die Chancengleichheit, Fairness und Gesunderhaltung realisieren sollen.

In seinem Referat "Sport als separierte Welt?" schilderte der Dipl. Psychologe Bernhard Jacob das vielleicht anachronistische aber notwendige Bestreben des Sports, in Zeiten von Glückspillen, Bequemlichkeitsmedikamenten und Engerydrinks auf moralische, "natürliche" und faire Maßnahmen zu hoffen.
Die Fragen "Was haben Sie bisher im Dopingpräventionsbereich getan?" und "Worin sehen Sie dabei die nächste Herausforderung?" wurden von vier Vertretern mit unterschiedlich beantwortet.
Dr. Müller-Platz, Bundesinstitut für Sportwissenschaft, erläuterte die vielfältigen und zwischen Politik und Sportwissenschaften angesiedelten Projekte zur Bekämpfung des Dopings (primär im Leistungssport). Perspektivisch nannte Dr. Müller-Platz die kürzlich gegründete nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) als wesentliche Koordinationsstelle aller deutschen Dopingbekämpfungsmaßnahmen.
Das Institut für Sporternährung (IS) wurde durch den Ernährungswissenschaftler G. Wagner repräsentiert. Fachliche, allgemeine und auf spezielle Bedürfnisse und Notwendigkeiten ausgerichtete Ernährungsberatung vermindert den unkontrollierten Konsum von zweifelhaften Nahrungsergänzungsprodukten. Das IS bringt sein know how in diverse Schulungen von Sportverbänden und Beratungen auf Sportveranstaltungen "vor Ort" ein.
Herr Börjesson, ehemaliger Bodybuilder und bekennender ehemaliger Dopingmittel-Konsument, schilderte engagiert seinen, auf massivste, persönliche, gesundheitliche Schädigungen begründeten Ansatz, gegen Doping-Missbrauch aktiv zu werden.

Entwicklung und Dopingpräventionsansatz des Projektes 'unplugged' wurden von dem Darmstädter Präventionsspezialisten Volker Weyel präsentiert. Nicht monokausale Ansätze sondern eine regionale und überregionale Vernetzung und Kooperation verschiedenster Wissenschaftsbereiche und Tätigkeitsfelder sind notwendig, um das Dopingverhalten beeinflussende Umfeld mit einzubeziehen.
Die Mitglieder von 'unplugged' (Sportwissenschaftler, Psychologe, Pädagoge und Präventionsfachkraft) haben bisher die Sportpolitik, -wissenschaft, Sportverbände und Verbandsfunktionäre sowie Übungsleiter und Trainer über ihr Präventionskonzept informiert.
Perspektivisch ist eine Etablierung und Ausweitung des Netzwerkes im Sinne eines "runden Tisches" notwendig.
Für die Präsentation eines erfolgreichen Netzwerkes konnte Patrick Magaloff vom französischen nationalen olympischen Komitee gewonnen werden. In Frankreich existieren, so Magaloff, über 570 Personen, die, nach entsprechender methodisch-didaktischer Ausbildung, von Vereinen und Verbänden für Schulungen angefordert werden. Die Qualität der Schulungen wird durch regelmäßige, nationale, für die Teilnehmer kostenfreie Treffen gewährleistet.
Edgar Itt, ehemaliger Hochleistungssportler, heute Persönlichkeitscoach für Führungskräfte, stellte unter der Überschrift "Persönlichkeitsbildung bei jungen Sportlern contra Doping" die Notwendigkeit der frühzeitigen Entwicklung einer stabilen Persönlichkeitsstruktur heraus.

Zum Ende der Veranstaltung formulierten die Teilnehmer einzelne Bausteine zur Etablierung einer wirkungsvollen Dopingprävention. Die Bausteine wurden gemeinsam zu einer eindrucksvollen Mauer der Dopingprävention zusammengefügt.
Herr Kornbeck, als Vertreter der Europäischen Kommission, lobte die durch 'unplugged' geleistete Arbeit und ermutigte das Team um den Sportwissenschaftler Jan Ries zur Weiterarbeit an dem für den Sport hochbrisanten Thema.

In dem, durch die EU noch zu genehmigenden Folgeprojekt, sollen vermehrt bundes- und europaweit Schulungen von Jugend-, Übungsleitern und Trainern durchgeführt werden. Bei internationalen Jugend-Begegnungen wird das Thema des Missbrauchs leistungssteigernder Substanzen thematisiert werden.
Ries hofft, zukünftig mit dem Deutschen Sportbund (u.a. den Referaten Ausbildung und Personalentwicklung, Anti-Doping) enger zusammen arbeiten zu können und bisher erstellte Konzepte der Dopingprävention gemeinsam in allen Ebenen des Sports zu realisieren.
Informationen zu unter www.dopingpraevention.de
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