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Weltpremiere: Skelette aus Qumran werden erstmals an KUE der Öffentlichkeit gezeigt

03.02.2000 - (idw) Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Qumran und Jericho faszinieren Forscher und die interessierte Öffentlichkeit seit langem. Jetzt wird die Katholische Universität Eichstätt (KUE) vielleicht zu einem kleinen Mekka der Interessierten: Denn ab 18. Februar werden weltweit zum ersten Mal menschliche Überreste aus der Zeit Jesu, die in den 50er Jahren in Qumran und Jericho ausgegraben wurden und dann jahrelang vergessen in München lagerten, in der Eichstätter Hofgartenbibliothek zu sehen sein. Ein öffentliches Symposion am 18. und 19. Februar stellt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Leben in Qumran und Jericho vor.

Die Vorgeschichte liest sich fast wie ein Wissenschaftskrimi: Im Frühjahr 1998 stieß Privatdozent Dr. Ferdinand Rohrhirsch, Philosoph an der Theologischen Fakultät, zusammen mit dem Münchner Anthropologen Dr. Dr. Olav Röhrer-Ertl auf eine Sammlung menschlicher Skelettreste aus Qumran und Jericho aus der bis dahin unbeachteten Hinterlassenschaft des Anthropologen Dr. Gottfried Kurth. Diese stammt aus Grabungen der fünfziger Jahre und war noch nie näher untersucht worden. In einem transdisziplinären Forschungsprojekt wurden die Funde - ergänzt um Bodenproben aus Qumran - unter Beteiligung von Philosophie, Anthropologie, Archäologie, Botanik, Geologie, Hydrologie, Paläoökologie und Physik jetzt untersucht. Damit ist nun unter anderem belegt, dass in Qumran Männer und Frauen lebten, die körperliche Arbeit jedoch nicht gewohnt waren. Erkenntnisse, die die Theorie stützen, dass in Qumran eine soziale Führungsschicht lebte, aber keine klösterliche Lebensgemeinschaft.

Prof. Bernhard Mayer, Lehrstuhl für Neutestamentliche Wissenschaft, und Rohrhirsch gelang jetzt der Coup, die wichtigsten Stücke der Sammlung zur Ausstellung an die KUE zu holen. Dabei handelt es sich um Skelettreste aus dem 7. Jahrtausend vor Christus, aber auch aus der Zeit Jesu. "Mit dem Symposion, das für alle Interessierten offen ist, wollen wir die Welt, von der die Bibel spricht, ein wenig mehr begreifbar machen", erläutern Prof. Mayer und Dr. Rohrhirsch. Bemerkenswert ist, dass in der Qumran-Forschung nach den Schriftfunden und deren Deutung nun Archäologen und Anthropologen das Feld dominieren und aus ihren Disziplinen völlig neue Möglichkeiten der Erkenntnis zum Leben im sagenumwobenen Qumran einbringen.

Termine:

Ausstellung "Jericho und Qumran: Zum Umfeld der Bibel" von 18. Februar bis 17. März 2000 in der Staats- und Seminarbibliothek, Hofgarten 1, 85072 Eichstätt (Ausstellungseröffnung: 18. Februar, 10 Uhr), Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 8.30 bis 18.00 Uhr

öffentliches Symposion: Freitag, 18. Februar 2000, 14.30 bis 20.45 Uhr und Samstag, 19. Februar 2000, 9.00 bis 16.45 Uhr, Staats- und Seminarbibliothek, Hofgarten 1, 85072 Eichstätt

Ein Foto zum Download finden Sie unter
www.ku-eichstaett.de/zuv/presse/qumran


Hinweis für die Redaktionen:

Aus Anlass des Symposions und der Ausstellung "Jericho und Qumran" lade ich Sie herzlich ein zu einem

Pressegespräch am Freitag, 18. Februar 2000, um 11.45 Uhr
in der Staats- und Seminarbibliothek, Hofgarten 1, in 85072 Eichstätt.

In dem Gespräch wollen wir Ihnen die erstmals der Öffentlichkeit zugänglichen Skelettfunde aus Qumran und Jericho sowie die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Untersuchungen erläutern.

Über Ihre Teilnahme würde ich mich sehr freuen.

Mit den besten Grüßen
Dr. Thomas Pleil
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