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2. Chemnitzer Linux-Tag: Aus einem Geheimtipp wurde längst eine Top-Aktie

03.02.2000 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Aus einem Geheimtipp wurde längst eine Top-Aktie
2. Chemnitzer Linux-Tag - noch größer und vielfältiger als im Vorjahr

Den 11. und 12. März 2000 sollten sich nicht nur Computerfreaks in ihrem Kalender rot anstreichen. Ob Sie nun Laie oder schon Experte sind - an diesem Wochenende kommen Sie auf Ihre Kosten. Dann nämlich findet an der Chemnitzer Uni der "2. Chemnitzer Linux-Tag" statt. Von Samstag, 9.00 Uhr, bis Sonntag, 16.00 Uhr, dreht sich im technisch hervorragend dafür ausgestatteten Hörsaalkomplex an der Reichenhainer Straße 70 alles um das Betriebssystem Linux, das die Computerwelt seit geraumer Zeit in Atem hält.

In Vorträgen und Workshops geben erfahrene Administratoren und bekannte Experten ihr Wissen weiter. In den Pausen können die Besucher abwechslungsreiche Demonstrationen verfolgen oder die Computergrafiken des Chemnitzers Matthias Küchler betrachten. Wer Hilfe sucht, kann seinen Rechner gleich mitbringen: Auf der Install-Party helfen die Spezialisten der Chemnitzer "Linux User Group" bei Installation und Fehlersuche.

Der Eintrittspreis beträgt 8 Mark, ermäßigt 5 Mark. Eine Anmeldung ist nur nötig, wenn der eigene Rechner mitgebracht wird, damit die Kapazitäten besser abgeschätzt werden können. Das komplette Programm findet man unter http://www.tu-chemnitz.de/linux/tag/ .

Breitgefächertes Vortragsprogramm für Einsteiger, Anwender und Experten

Neben einer Reihe von Vorträgen zu speziellen Themen - wie zum Beispiel der als HTML-Nachfolger gehandelten Sprache XML - richten sich viele Angebote an Ein- und Umsteiger. In einem Workshop wird Schritt für Schritt ein Linux-Rechner eingerichtet - von Hardware-Auswahl bis zur Fehlersuche werden Experten Rede und Antwort stehen. Ein spezieller Vortragsblock handelt von Linux im schulischen Umfeld. Die Referenten diskutieren, wie sich die Vorteile des neuen Betriebssystems besser herausstellen lassen oder was ein Kommunikationsserver - natürlich unter Linux - leisten kann. "Linux am Arbeitsplatz?" - diese Frage wird auch heiß diskutiert, denn bis vor kurzem galt dieses Betriebssystem als zu kompliziert und undurchschaubar. Dass ein Linux-PC hervorragend für die Arbeit im Büro eingesetzt werden kann, werden Experten des Chemnitzer Uni-Rechenzentrums demonstrieren. Außerdem werden am Sonntag Einsteiger-Vorträge zu den Grundlagen des Internets das Bild abrunden, denn Linux verfügt seit seiner "Geburt" über hervorragende Netzwerkfähigkeiten, und so werden Internet und Linux meist in einem Zug genannt. Und wer künftig an der TU Chemnitz studieren möchte, kann ebenfalls am Sonntag das "Zertifikat Internet-Nutzung" der Chemnitzer Universität ablegen.

Install-Party und Demos

Bei dieser Fülle von Vorträgen soll aber nicht untergehen, dass auf dem 2. Chemnitzer Linux-Tag wie im Vorjahr wieder viel gezeigt und selbstgemacht werden soll. Bei verschiedenen Demonstrationen wird Linux auf teilweise sehr exotischen Rechnern präsentiert und bei der großen Install-Party kann nach Anmeldung der eigene Rechner mitgebracht werden, auf dem der Besucher dann unter Anleitung von Experten selber sein eigenes Linux-System installieren kann.

Linux: Wie weit trägt das Konzept?

Hinter Linux verbirgt sich ein außerordentlich leistungsfähiges aber freies Betriebssystems. Frei bedeutet dabei, dass jeder das Recht hat, Linux zu verwenden und es weiterzugeben. Außerdem ist der Quellcode, also der ursprüngliche Programmtext, frei verfügbar, so dass jeder Anwender - entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt - Linux verändern und damit auch korrigieren, verbessern und erweitern kann.

Dieses sogenannte "Open-Source-Konzept" findet momentan immer mehr Anhänger, auch im Bereich der kommerziellen Software. Grund dafür sind die Vorteile: Fehler werden schneller gefunden und gewünschte Anpassungen können selbst durchgeführt werden. Gerade in Kombination mit den schnellen Verbreitungsmöglichkeiten, die durch das Internet gegeben sind, erlaubt dies eine schnelle Reaktionszeit bei gefundenen Fehlern. Genau hierin liegt der größte Vorteil von Linux im Vergleich zu kommerziellen Systemen wie Microsoft Windows.

Vor ein paar Jahren wurde Linux noch als Geheimtipp gehandelt, inzwischen jedoch schmückt das Wort nicht nur die Titelseiten von Computerfachzeitschriften, selbst konservative politische Blätter und Finanzzeitungen haben schon ausführlich berichtet - immerhin gehörten mehrere Aktien-Neuemissionen von Firmen die Linux-Dienstleistungen anbieten zu den Erfolgreichsten des Jahres 1999. Die Aktie der Firma "VA-Linux" stieg sogar am Tag ihrer Ausgabe von 30 auf über 250 Dollar - solch einen Kurssprung am Ausgabetag hatte es noch nie zuvor gegeben.

Im Internet feiert Linux rauschende Erfolge. Dort läuft es inzwischen den kommerziellen Anbietern den Rang ab, weil es die Leistung von teuren kommerziellen Systemen auf einfachen und billigen PC's zu einem unschlagbaren Preis liefert. Auch in der Chemnitzer Uni, dem Studentennetz und dem privaten Individual Network Chemnitz laufen schon seit langer Zeit viele Rechner unter Linux - und fast täglich werden es mehr. Derzeit planen die Chemnitzer TU-Forscher einen neuen sogenannten "Beowulf"-Supercomputer mit voraussichtlich über 500 Linux-Rechnern - weltweit gibt es nur wenige so leistungsfähige Systeme.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Karsten Petersen, Telefon (01 77) 82 35 136, Ralph Sontag, Telefon (03 71) 5 31 - 13 84, E-Mail: kapet@informatik.tu-chemnitz.de , unter http://www.tu-chemnitz.de/linux/tag/ oder über den Nutzerservice des Universitätsrechenzentrums, Telefon (03 71) 5 31 - 16 56.

Hinweis für die Medien: Falls Sie in Ihrem Artikel das Logo des Linux-Tages verwenden möchten: es ist in mehreren Formaten unter http://www.tu-chemnitz.de/linux/tag/logo/ zu finden.

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