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Gerhard-Hess-Preis der DFG geht an einen Forscher des IMB

03.02.2000 - (idw) Institut für Molekulare Biotechnologie e.V.

Jährlich zeichnet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) maximal zehn hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler mit einem Preis aus, der es ihnen ermöglichen soll, ihre Forschungsaktivitäten auf der Grundlage einer mittelfristig gesicherten Finanzierung zu entfalten. Der Preis ist nach dem Romanisten Professor Gerhard Hess benannt, der von 1955 bis 1964 Präsident der DFG war.
Unter den Preisträgern des Jahres 2000 ist der Biochemiker Dieter Willbold. Er leitet am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB, Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V.) die Arbeitsgruppe "Strukturelle und Evolutive Biochemie". Der Preis (rund 200.000 DM pro Jahr für maximal 5 Jahre) soll es Dieter Willbold ermöglichen, die dreidimensionale Struktur bestimmter Domänen einer Enzymklasse zu untersuchen, die eine entscheidende Rolle bei Signalvorgängen in menschlichen Immunzellen spielen. Zusätzlich zur Kenntnis der genauen Struktur dieser Biomoleküle interessiert sich Willbold für deren Interaktion mit anderen Signalmolekülen in Zellen des Immunsystems. Die darauf basierenden Prozesse sind wichtige Schritte im Zustandekommen einer Immunantwort. Einige Krankheitserreger, wie z. B. das AIDS-Virus, greifen deshalb gezielt an dieser Stelle ein, um eine effiziente Immunabwehr zu verhindern oder das komplette Immunsystem zu zerstören.
Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Grundlagenforschung könnte es in Zukunft gelingen, durch gezielte Eingriffe das Immunsystem einerseits zu stärken und so z. B. Prozesse bei der AIDS-Erkrankung positiv zu beeinflussen oder andererseits jegliche Immunreaktion zu verhindern. Letzteres wird Immunsuppression genannt und ist zum Beispiel bei Organtransplantationen sehr wünschenswert.
Mit Dieter Willbold erhält bereits der zweite Nachwuchsgruppenleiter des IMB einen hochdotierten Preis. Im Herbst 1999 hatte Frau Evelin Schröck für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Tumorgenetik einen der "BioFuture"-Preise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von ca. 3 Millionen DM zur Förderung ihrer Forschung in den nächsten fünf Jahren zugesprochen bekommen.

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