Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 28. Januar 2020 

Neue Hightech-Entwicklung für wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Stromerversorgung

04.02.2000 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Schwungmassenspeicher sichern die Stabilität der Energieversorgung.

Ein neuartiger Schwungmassenenergiespeicher verspricht Vorteile für Umwelt, Energiewirtschaft und Energieverbraucher. Die Entwicklung solcher Speicher wurde von Prof. Wolf-Rüdiger Canders, Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen der Technischen Universität Braunschweig und seinem Kollegen Prof. Herbert Freyhardt (Universität Göttingen) initiiert und soll nun im Rahmen eines Leitprojektes der Bundesministerien für Bildung und Forschung und für Wirtschaft und Technologie durchgeführt werden.

Infolge der Deregulierung des Energiemarktes ist zu erwarten, dass immer mehr Industrieunternehmen Schwierigkeiten bei ihrer Stromversorgung bekommen werden. Durch den zunehmenden Einsatz sensibler Elektronik in Fertigungsprozessen werden heute enorme Anforderungen an die Stabilität der elektrischen Energiezufuhr gestellt. Viele Großverbraucher brauchen kurzzeitig stark erhöhte Leistungen, andere dagegen benötigen extrem kontinuierliche Leistung mit stabiler Spannung und ohne Unterbrechungen. Die innovativste Lösung für solche Anforderungen stellt ein neuartiger Hochleistungsenergiespeicher - der Schwungmassenspeicher - dar, der energieschonend und dezentral eingesetzt werden kann.


Schäden in Höhe von einer Milliarde Mark könnten vermieden werden

Das Entwicklungsprojekt, an dem neben den beiden Hochschulen und der Piller GmbH aus Osterode am Harz zahlreiche weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt sind, hat jetzt den Leitprojektwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen. Nach der Einschätzung von Prof. Canders eröffnen sich für den Raum Südost-Niedersachsen erhebliche Chancen zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Mehr noch: "Für eine starke Position Deutschlands im internationalen Wettbewerb bringt das Projekt gute Voraussetzungen, da diese Zukunftstechnologie wesentliche Innovationsimpulse für die Energietechnik des neuen Jahrhunderts liefern wird", so Prof. Canders. Allein in Deutschland könnte bei flächendeckendem Einsatz des Schwungmassenspeichers ein volkswirtschaftlicher Schaden durch Versorgungsmängel in Höhe von etwa einer Milliarde Mark pro Jahr vermieden werden.
Durch den Einsatz des Speichers in unmittelbarer Nähe von Großverbrauchern können unerwünschte Leistungsspitzen vom Netz ferngehalten werden. Die Verwendung in Form eines aktiven Filters sichert gleichzeitig eine stabile Versorgungsspannung.


Neue Chancen für regenerative Energiequellen

Darüber hinaus können kurzfristige Schwankungen ausgeglichen werden, die bei der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen vorkommen, zum Beispiel durch Windböen bei Windenergie oder Wolken bei Sonnenenergie. Dadurch ergeben sich unmittelbare ökonomische Vorteile für diese ökologisch sinnvolle Form der Energieerzeugung. Die weitere Verbreitung von Strom aus regenerativen Quellen wird damit erleichtert.

Auch die großen deutschen Energieversorgungsunternehmen zeigen großes Interesse an der Entwicklung. Die Deregulierung des europäischen Strommarktes zwingt sie zu mehr Dienstleistung dem Kunden gegenüber. Die energiesparenden Schwungmassenspeicher mit ihren mobilen Einsatzmöglichkeiten sind dazu ein entscheidender Beitrag.

Nähere Auskünfte erteilt
Prof. Dr.-Ing. Wolf-Rüdiger Canders,
Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen
der TU Braunschweig,
Tel.: 0531/391-3912 oder -3913.
uniprotokolle > Nachrichten > Neue Hightech-Entwicklung für wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Stromerversorgung

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/55973/">Neue Hightech-Entwicklung für wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Stromerversorgung </a>