Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 10. Dezember 2019 

Bild für Bild klein gemacht

07.02.2000 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Ein neues Verfahren für Kompression von Bilddaten bietet Profis der Foto-, Film- und Fernsehbranche neue digitale Möglichkeiten. Bild für Bild können damit bis zu 40 Millionen Bildpunkte pro Sekunde in Echtzeit komprimiert werden.

Digitale Kameratechnik in Video, TV und Fotografie ist im Kommen. Viele Sender produzieren ihre Beiträge mittlerweile mit Digitalkameras - weil es schneller geht und weniger kostet. Für Kinoproduktionen sind digitale Kameras noch nicht in der ausreichenden Auflösung erhältlich. Kein Regisseur und Zuschauer würde sich mit der derzeit erzielbaren Bildqualität zufrieden geben. Erster Schritt hin zur digitalen Kameratechnik ist die Entwicklung und Umsetzung leistungsfähiger Kompressionsverfahren, die die großen Datenmengen mit hoher Qualität und in Echtzeit verarbeiten. Einen Vorstoß in dieser Richtung leisten nun Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, Bereich Angewandte Elektronik in Erlangen. Sie setzen das Wavelet-Codierungsverfahren für praktische Anwendungen um. Auf der CeBIT 2000 (Halle 16, Stand B23/1) stellen sie ein Verfahren für Echtzeitkompression vor, das Profis der Foto-, Film- und Fernsehbranche neue digitale Möglichkeiten bietet.

"Hardware-basierte Kompressionssysteme sind deutlich schneller als Softwarekompression, weil viele Verarbeitungsschritte parallel ablaufen können", erklärt Dipl.-Ing. Siegfried Fößel vom IIS. "Unser Wavelet-Verfahren kann Bilddaten mit bis zu 40 Millionen Bildpunkten pro Sekunde in Echtzeit komprimieren. Mit bisherigen Softwarekompressionen war lediglich eine Million Bildpunkte pro Sekunde möglich. Zudem wird jedes Einzelbild komprimiert und nicht, wie etwa bei MPEG, fünf bis sechs Bilder einer Sequenz. Dadurch ist es dann möglich, erste Nachbearbeitungsschritte oder bildgenaues Schneiden bereits am komprimierten Bildmaterial auszuführen.

Die Kompression erfolgt über ein oder mehrere aufsteckbare Module, die Bild für Bild klein machen. Der Einsatz mehrerer Kompressionseinheiten öffnet den Weg zu digitalen Kinofilmen: Denn nun können auch die großen Bilddatenmengen - 24 Bilder pro Sekunde bei einer Auflösung von 4000 x 3000 Bildpunkten verarbeitet werden. Dafür werden die Module auf den Framegrabber - dieses Werkzeug überträgt Bild für Bild von der Kamera in den Rechner - aufgesteckt. Das ermöglicht die Echtzeitbildverarbeitung auch für Hochgeschwindigkeits- oder hochauflösende Kameras. Der erste hochauflösende, digital gedrehte Kinofilm, der es in der Qualität mit den herkömmlichen 35-mm-Nassfilmen aufnehmen kann, rückt damit in greifbare Nähe.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Siegfried Fößel
Telefon: 0 91 31/7 76-5 43
Telefax: 0 91 31/7 76-5 88
E-Mail: fsl@iis.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Angewandte Elektronik
Am Weichselgarten 3
91058 Erlangen
Pressekontakt:
Angela Raguse
Telefon: 0 91 31/7 76-5 63
Telefax: 0 91 31/7 76-5 88
E-Mail: rgs@iis.fhg.de
uniprotokolle > Nachrichten > Bild für Bild klein gemacht

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/56008/">Bild für Bild klein gemacht </a>