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Vermeidung von Erbgutschädigungen

08.02.2000 - (idw) Universität Ulm

Vermeidung von Erbgutschädigungen
Tagung zur Umweltmutationsforschung

Vom 22.-25.2.2000 findet in der Universität Ulm (Hörsaal der Medizinischen Klinik) Die 18. Tagung der Gesellschaft für Umwelt-Mutationsforschung e. V. (GUM) statt. Dazu werden über 100 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet, Wissenschaftler, die sich mit Fragen der Mutationsforschung und Mutagenitätsprüfung beschäftigen. Kongreßorganisator ist der derzeitige Vorsitzende der GUM, Prof. Dr. Günter Speit, Abteilung Medizinische Genetik der Universität Ulm, in Zusammenarbeit mit Dr. Manfred Baumeister, Boehringer Ingelheim Pharma, Biberach.

Die GUM, deutschsprachige, rund 400 Mitglieder zählende Sektion der European Environmental Mutagen Society (EEMS), sieht ihre Aufgabe darin, den Fortschritt der experimentellen Mutationsforschung insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung von Erbgutschädigungen durch Umwelteinflüsse zu fördern. Dabei wird neben der Grundlagenforschung ein besonderer Akzent auf die Entwicklung von Methoden zum Nachweis mutagener (erbgutverändernder) Wirkungen und ihre Anwendung bei der Prüfung von Chemikalien und Medikamenten sowie die Erfassung potentiell mutagener Expositionen am Arbeitsplatz und in der Umwelt (Biomonitoring) gelegt. Charakteristisch ist die enge Kooperation von Wissenschaftlern aus Grundlagenforschung, Industrie und Behörden.

Mutationen in Krebs-relevanten Genen bilden das Schwerpunktthema der Ulmer Tagung. In den letzten Jahren ist deutlich geworden, daß Mutationen in bestimmten Genen (Onkogenen und Tumorsuppressorgenen) eine wesentliche Ursache der Krebsentstehung sind. Solche Mutationen können spontan auftreten oder durch Umwelteinflüsse ausgelöst werden. Mit gentechnischen Methoden ist es möglich, Mutationen molekular zu charakterisieren und der Frage nachzugehen, ob bestimmte Mutationsmuster ("Mutationsspektren") einen Rückschluß auf das mutationsauslösende Agens zulassen. Diese Untersuchungen können wesentlich zum Verständnis der Ursachen von Krebserkrankungen beitragen.

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Tagung auf die neuen Entwicklungen der Mutagenitätsprüfung und ihre praktischen Auswirkungen. Für Industriechemikalien und neue Arzneimittel werden Mutagenitätsprüfungen gesetzlich gefordert. Die Mutagenitätsprüfung besteht aus einer Kombination von Tests, die an Bakterien, Säugerzellkulturen und Versuchstieren durchgeführt werden und eine für den Menschen relevante Schädigung von Genen und Chromosomen durch die Testsubstanz ausschließen sollen. Die ständigen Bemühungen um die Entwicklung neuer Methoden zielen darauf, mutagene Wirkungen empfindlich und zuverlässig nachzuweisen und dabei auf Tierversuche möglichst zu verzichten. Das Themenspektrum dieses Tagungsschwerpunkts reicht von der internationalen Harmonisierung von Testmethoden und Prüfrichtlinien bis zur zukünftigen Anwendung der "DNA-Chip-Technologie".

Im Rahmen der Tagung wird der GUM-Preis an Prof. Dr. Rolf Fahrig, Hannover, für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Mutationsforschung und seinen Einsatz für die Fortentwicklung der GUM verliehen. Weitere Informationen zum Programm sind auf der Homepage der GUM (www.GUM-net.de) zu finden.
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