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Freisetzung von gentechnisch veränderten Aspen (Zitterpappeln)

10.02.2000 - (idw) Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft BFH

Im Rahmen des am 07.06.1996 von der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH), Hamburg, vertreten durch das Institut für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung, Großhansdorf, begonnenen Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Zitterpappeln sollen verschiedene Aspekte der Sicherheits- und Risikobewertung von gentechnisch veränderten Bäumen erforscht werden. Darunter fallen Fragen der Stabilität von gentechnisch übertragenen Merkmalen in langlebigen Bäumen sowie eine mögliche Übertragung der fremden Gene auf Pilze, die in enger Gemeinschaft mit den Wurzeln der Bäume leben. Von den Ergebnissen sollen Entscheidungshilfen abgeleitet werden, die für die Erstellung von Vorschriften beim zukünftigen Umgang und Handel mit gentechnisch veränderten Bäumen haben.

Der Freisetzungsversuch soll 2001 beendet werden. Während dieser Zeit soll das Blühen verhindert werden, um eine Ausbreitung von Pollen und Samen zu vermeiden. Im Rahmen von regelmäßigen Kontrollgängen wurden am 08. Februar 2000 an einigen Pflanzen weibliche Blütenknospen entdeckt. Es wurde sofort das Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holsteins als zuständige Überwachungsbehörde und das Robert-Koch-Institut in Berlin als genehmigende Behörde informiert. In Absprache mit diesen genannten Behörden wurden alle die für diesen Fall vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Die betreffenden Pflanzen wurden auf Anordnung des Ministeriums für Umwelt, Natur und Forsten am 09. Februar 2000 aus dem Freisetzungsgelände herausgenommen und in das abgeschlossene Gewächshaus der gentechnischen Anlage des Instituts für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung überführt.

Die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft hatte schon vor Beginn des Versuches darauf aufmerksam gemacht, daß sowohl gentechnisch veränderte als auch nicht veränderte Kontrollpflanzen Blütenknospen während der Zeit des Versuchs bilden können. Deshalb wurden langfristig Maßnahmen vorbereitet, damit, eventuelle Blütenknospen frühzeitig sicher erkannt werden können.

Da es sich bei den entdeckten Knospen um weibliche Blütenanlagen handelte, die lange vor der Blühreife erkannt wurden, sind keine Samen gebildet worden. Somit ist auch eine Verbreitung des gentechnisch übertragenen Merkmals ausgeschlossen.
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Dr. Matthias Fladung
BFH-Institut für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung
22927 Großhansdorf
Tel. 04102/696-0
Fax 04102/696-200
E-Mail: inst2g@holz.uni-hamburg.de
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