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Kaiser Karl V.: Macht und Ohnmacht Europas

17.02.2000 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Karl V. mit Ulmer Dogge auf einem Gemälde von Tizian. Museo Nacional del Prado Madrid. Vor 500 Jahren, am 24. Februar 1500, wurde der Habsburger Karl geboren, der im Alter von 16 Jahren zum König von Spanien ausgerufen und an seinem 30. Geburtstag, am 24. Februar 1530, durch Papst Clemens VII. zum Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" gekrönt wurde. In seine Regierungszeit fallen Umwälzungen wie die Erfindung des Buchdrucks, die Eroberung Amerikas und die Spaltung der traditionellen Einheit von Kirche und Staat durch den Protestantismus. Es war die Zeit der großen Entdeckungen und der Reformation, eines politischen, geistigen und kulturellen Umbruchs. Die wichtige Rolle, die Karl, hin und her gerissen zwischen Tradition und Innovation, bei der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit spielte, untersucht eine internationale Tagung vom 22. bis 25. Februar, die das Romanische Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Strosetzki in Münster und Bonn veranstaltet.

Die Tagung will deutlich machen, daß Karl V. nur im Kontext unterschiedlicher Diskurse zu verstehen ist. Es sind wissenschaftliche Beiträge zu jenen Phänomenen von Kultur und Mentalitätsgeschichte geplant, die nicht nur den Konflikt, sondern auch die gegenseitigen Abhängigkeiten besonders deutlich machen. Prof. Strosetzki zur Rolle des spanischen Königs und deutschen Kaisers: "Karl V. ist es, der im Zentrum des Spannungsgeflechts stehend die Aufgabe hat, in Politik, Religion und Kultur zwischen Neuem und Altem zu vermitteln, um so seine Universalherrschaft zu erhalten."

Die Tagung begleitet wissenschaftlich eine große Ausstellung über Karl V., die vom 25. Februar bis 21. Mai 2000 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn gezeigt wird. Die Ausstellung "Kaiser Karl V. (1500 - 1558) - Macht und Ohnmacht Europas", die unter der Schirmherrschaft des Königs von Spanien und des Bundespräsidenten steht, bietet den bisher umfassendsten Einblick in diese außergewöhnliche Epoche. Sie zeichnet auf neun Staitionen ein umfassendes Bild von Kaiser Karl V. und seiner Aera. Herausragende Kunstwerke aus den bedeutendsten internationalen Sammlungen - unter anderem von Tizian, Dürer und Cranach - stehen im Mittelpunkt.

Die Tagung wird am 22. Februar im Schloß zu Münster eröffnet. Am 24. Februar, dem 500. Geburtstag von Karl V., nehmen die Tagungsteilnehmer nachmittags an der feierlichen Eröffnung der Karl-Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle teil und setzen die Tagung am 25. Februar in Bonn fort. Auf dem Programm stehen Vorträge und Referate von Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen aus dem In- und Ausland, die sich unter anderem mit der Kirchenpolitik Karls V., seiner Bedeutung für das moderne Völkerrecht, der spanischen Literatur in seiner Zeit, aber auch mit der Musik am Hofe Karls V. oder die Darstellung seiner Schlachten in der bildenden Kunst beschäftigen. Ergänzt wird das wissenschaftliche Programm in Münster durch ein Abendkonzert mit höfischer Musik um Hofe Karls V. am Mittwochabend (23. Februar) im Festsaal des Rathauses.
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