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Preiswürdig: Kommunikationswissenschaftliche Untersuchung zur Skandalberichterstattung

02.09.2002 - (idw) Technische Universität Ilmenau

Den Preis für den besten deutschsprachigen kommunikationswissenschaftlichen Zeitschriftenaufsatz aus dem Jahre 2001 hat Dr. phil. Jens Wolling (Ilmenau) bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) in Dresden erhalten.

Sein Beitrag ist im Heft 1/2001 der Fachzeitschrift "Publizistik" veröffentlicht und trägt den Titel:

"Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie. Die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems".

Der Preis wurde von der Volkswagen AG gestiftet und von der DGPuK in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen.
Dr. Jens Wolling ist wissenschaftlicher Assistent im Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der TU Ilmenau.

Der Inhalt des Aufsatzes läßt sich so zusammenfassen:
Immer dann, wenn politische Affären öffentliche Aufmerksamkeit erregen, wird die Befürchtung verstärkt diskutiert, dass die Demokratie durch politische Skandale Schaden erleiden könnte. Da die Bürger vor allem durch die Medien von solchen Skandalen erfahren, stellt sich die Frage, ob eine häufige Berichterstattung über politische Skandale einen negativen Effekt auf die Beurteilung der Legitimität des demokratischen Systems hat.

Anhand von Umfrage- und Inhaltsanalysedaten wurde überprüft, ob ein Einfluss der Berichterstattung auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem demokratischen System festzustellen ist. Dabei stellte sich heraus, dass, je intensiver jemand bestimmte Zeitungen nutzt und je intensiver jemand Informationsangebote nutzt, die viele unpolitische Beiträge enthalten, sich seine negative Einstellung zum demokratischen System verstärkt.
Negative Wirkungen der eigentlichen Skandalberichterstattung konnten hingegen nicht nachgewiesen werden. Weiter gehende Analysen zeigen dann aber, dass auch die Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung einen deutlichen Effekt auf die Einstellung zur Legitimität der Demokratie haben.

Die empirischen Analysen belegen, dass die Einstellungen zum politischen System, die Wahrnehmung der Tendenzen in der Berichterstattung und die Bewertung der Angemessenheit der Berichterstattung ein kompliziertes kognitives Gefüge bilden, dessen Bestandteile sich gegenseitig stabilisieren. Dies hat zur Folge, dass die Berichterstattung der Medien höchst problematische gesellschaftliche Konsequenzen haben kann.

Kontakt/Information:
TU Ilmenau
Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
Dr. Jens Wolling
Tel. 03677-69 46 73
e-mail: jens.wolling@tu-ilmenau.de
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