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Bildungskonzept für Schullandheime entwickelt

01.03.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ein Aufenthalt im Schullandheim: Eifrig vermessen Grundschüler das Gelände in der Nähe des Hauses und orientieren sich mit Hilfe einer Karte in der Natur. Später bauen sie dann die Umgebung des Heims als Modell aus Styropor nach. Dieses Beispiel zeigt, wie das vom Würzburger Wissenschaftler Dr. Peter Pfriem erarbeitete Konzept einer handlungsorientierten geowissenschaftlichen Bildung umgesetzt wurde.

Dr. Pfriem, der am Lehrstuhl für die Didaktik der Geographie der Universität Würzburg tätig ist, hat sein Konzept im Schullandheim Bauersberg bei Bischofsheim in der Rhön entwickelt. Dieses Heim ist in den vergangenen Jahren zu einem Studienhaus für Geographie und Geologie geworden - eine Wandlung, die dem Würzburger Wissenschaftler zufolge nicht zuletzt daran liegt, dass das Schullandheimwerk Unterfranken Häuser mit thematischen Schwerpunkten eingerichtet hat.

Früher sei bei einem Aufenthalt im Schullandheim vor allem der soziale Aspekt bedeutsam gewesen, etwa die Entwicklung der Klassengemeinschaft. Doch heute gelte es, diese Einrichtung als einen Lernort zu nutzen, an dem wissenschaftliche, für die Schüler relevante Themen ohne den Zwang des Stundenplans und der Fächereinteilung behandelt werden können.

Ausgangspunkt des Konzepts sind Erkenntnisse, welche die Schüler durch Beobachten und Messen in der Umgebung des Heims gewinnen können. Zusätzlich müssen aber auch im Heim selbst Möglichkeiten bestehen, um etwa Experimente und Spiele durchführen oder im Internet recherchieren zu können.

Dr. Pfriem nennt weitere Beispiele, wie sein Konzept in der Rhön verwirklicht wurde: Schüler der Sekundarstufe I aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium bestimmen die Wasserqualität im Gelände und in Laborversuchen, schmelzen Basalt mit Schweißbrennern oder erforschen im Versuch, wie ein Vulkankrater entsteht. Kollegiaten erkunden die unterschiedlichen Ziele von Firmen, Gemeinden und Naturschutzverbänden zum Thema Basaltabbau und untersuchen mit Mikroskopen und Chemikalien die Struktur der Gesteine und Mineralien aus den geologischen Formationen der Rhön.

Wurde das Schullandheim Bauersberg früher ausschließlich von Schulen genutzt, so kamen durch das Konzept der geowissenschaftlichen Bildung Lehrer hinzu, die sich fortbilden lassen, um ihren Schülern neue Forschungsergebnisse vermitteln zu können. In den vergangenen Jahren gesellten sich zur Klientel des Schullandheims auch Studierende, die ihr an der Universität erworbenes abstraktes Wissen in natur- und geisteswissenschaftlich konzipierten Aufgaben erproben können.

Bei einem Vortrag, den er im Februar vor der Fakultät für Geowissenschaften hielt, vertrat Dr. Pfriem die Ansicht, dass mit dem Studienhaus Geographie/Geologie auf dem Bauersberg nicht nur der Didaktik der Geographie die Aufgabe zukomme, das erfolgreich umgesetzte Konzept ständig zu bewerten und weiter zu entwickeln, sondern dass auch die übrigen Bereiche der Fakultät gefordert seien. Generell gehe es darum, Lehrer und Schüler so zu betreuen, dass geowissenschaftliche Kenntnisse künftig wieder einen größeren Stellenwert in der schulischen Bildung bekommen.

Weitere Informationen: Dr. Peter Pfriem, T (0931) 888-4877, Fax (0931) 888-4808, E-Mail:
peter.pfriem@mail.uni-wuerzburg.de
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