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HANNOVER MESSE 2000: Hier rüttelt nichts mehr

13.03.2000 - (idw) Technische Universität Chemnitz


Dr. Eberhard Zipplies (l.) und Dipl.-Ing. Gert Rosenbaum mit dem Prototyp ihres neuen Antriebssystems. Foto: Mario Steinebach Hier rüttelt nichts mehr
Sanfter und schneller pneumatischer Antrieb benötigt 50 Prozent weniger Energie

Wissenschaftler des Institutes für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechnik der TU Chemnitz zeigen auf der Hannover Messe vom 20. bis 25. März 2000 ein neuartiges pneumatisches Antriebssystem. Mit einer sogenannten "Hochgeschwindigkeits-Linearachse" werden wesentlich höhere Verfahrgeschwindigkeiten bei gleichzeitig verbesserter Dynamik erreicht. Der Prototyp des Antriebssystems, den Forscher um Projektleiter Prof. Dr. Eberhard Köhler entwickelten, wird auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen" in Halle 18 (Stand J10, 1. Obergeschoss) präsentiert.

Die Lösung ist relativ einfach: Energiereiche Abluft, die bei herkömmlichen pneumatischen Antrieben an die Atmosphäre abgegeben wird, wird nun in einen vorgespannten Speicher geleitet. Der Antrieb arbeitet gegen eine Luftfeder, die eine wegproportionale Gegenkraft erzeugt. Zu Beginn einer jeden Bewegung arbeitet der Antrieb lediglich gegen eine geringe äußere Gegenkraft - hohe Beschleunigungen sind deshalb problemlos möglich. Die Gegenkraft nimmt jedoch mit jedem Millimeter zu. Grund dafür ist ein Druckanstieg in der Luftfeder durch Verdrängen der Abluft in den Speicher. Das ist zugleich der Clou an der Chemnitzer Entwicklung, denn der Antrieb kann dadurch ganz sanft abbremsen, was eine völlig stoßfrei Fahrt in die Endposition ermöglicht.

Für den Rückhub wird ausschließlich die Energie der gespeicherten Abluft genutzt. Eine für den Rückhub sonst übliche Energiezufuhr aus dem Druckluftnetz entfällt. Dank der Entwicklung der Chemnitzer Maschinenbauingenieure wird etwa 50 Prozent Energie eingespart. Auch die Verfahrgeschwindigkeit ist dreimal höher als bei sonst am Markt üblichen pneumatischen Antrieben. Da sich Vordruck und Volumen des Speicherelementes einstellen lassen, sind viele Anwendungen in der Schaltermontage bis zur Autoteilefertigung denkbar. Vorzugsweise jedoch solche, die stark massebehaftet sind und hohe Verfahrgeschwindigkeiten realisieren müssen.

Weitere Informationen erteilen: Prof. Dr. Eberhard Köhler, Telefon (03 71) 5 31-22 97, Fax (03 71) 5 31-22 83, E-Mail: eberhard.koehler@mb3.tu-chemnitz.de, oder Dr. Eberhard Zipplies, Telefon (03 71) 5 31-23 25, E-Mail: eberhard.zipplies@mb3.tu-chemnitz.de, oder vom 20. bis 25. März 2000 auf der Hannover Messe, Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen" (Halle 18, Stand J10).

Foto zum Text: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein Foto anfordern (Bildtext: Dr. Eberhard Zipplies (l.) und Dipl.-Ing. Gert Rosenbaum mit dem Prototyp ihres neuen Antriebssystems. Foto: Mario Steinebach).
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