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Vorreiter oder Mitläufer? - Hochschulen auf dem globalen Bildungsmarkt

15.03.2000 - (idw) Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung

BLK legt Dokumentation eines internationalen Expertengesprächs vor

PM 1/00

Vorreiter oder Mitläufer ? - Hochschulen auf dem globalen Bildungsmarkt
BLK legt Dokumentation eines internationalen Expertengesprächs vor

Der Globalisierung der Märkte folgt zwangsläufig die Globalisierung der Bildungsmärkte. Die modernen Informations- und Kommunikationssysteme erlauben weltweite Verbreitung und Nutzung des vorhandenen Wissens, das netz- bzw. technologiebasierte Lernen erfährt eine geradezu explosionsartige Verbreitung. Bildung wird auf dem globalisierten Markt mehr und mehr zu einem handelbaren Gut. Eine gute Position, hier Marktführer zu werden, haben die USA, Großbritannien, Australien und Kanada, nicht oder bisher nicht Deutschland.

Webbasiertes Lernen und Lehren wird schnell zu einer Selbstverständlichkeit werden. Bei Internetbasiertem Lernen kann jede Hochschule für sich entscheiden, ob sie Vorreiter, Mitläufer oder Auslaufmodell sein will. In Zukunft werden Hochschulen bestimmte Minimalerfordernisse im Bereich Distance-Learning erbringen müssen, um als Akteure auf dem Bildungsmarkt im Spiel zu bleiben. Zunehmend spielen hier private Anbieter eine entscheidende Rolle. Hochschulen stehen daher vor enormen strategischen Herausforderungen.

Zu den Bedingungen zum Verbleib auf dem globalen Bildungsmarkt gehören unter anderen die Investition in multimediagerechte Hard- und Softwareausstattung, die Bereitstellung webbasierter Minimaldienstleistungen, wie das Anmeldungsmanagement, virtuelle Gruppenräume für Projektarbeit, professionelles Distance-Tutoring sowie die Aufbereitung von Lerninhalten in multimedialer Form. Wollen deutsche Hochschulen hingegen tatsächlich durch strategische Differenzierung eine Vorreiterschaft im globalen Wettbewerb erreichen, genügt die Erfüllung dieser Minimalbedingungen nicht. Um in der oberen Liga mitzuspielen, müssen sie Marktführer in zumindest einem der folgenden Bereiche werden: Starke Markenidentität, das Erreichen einer Spitzenposition durch inhaltliche Produkte oder den Aufbau einer herausragenden globalen Architektur von globalen Allianzen im Rahmen von public-private-partnership. Auch Technologieführerschaft, durch die die Spielregeln der Bildungsindustrie immer wieder aufs Neue definiert werden können, kann die Spitzenposition sichern.

Nach Auffassung der Experten werden sich die deutschen Hochschulen auf dem globalen Bildungsmarkt gegenüber der Konkurrenz nur behaupten können, wenn es gelingt,
- innovative Strukturen für den Export ihrer Lehrangebote zu schaffen
- Bildungsmarketing für ihre Produkte zu betreiben
- sich als Dienstleister für Bildungsangebote zu verstehen
- ausländische Lehrangebote zu integrieren
- Weiterbildungsangebote den Belangen des Beschäftigungssystems anzupassen
- Kooperationsstrukturen zu entwickeln, die zu Synergieeffekten führen
- international anerkannte und verwertbare Abschlüsse zu ermöglichen.

Die Dokumentation des Expertengesprächs, das die BLK im vergangenen Herbst mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft geführt hat, ist erschienen als Heft 81 der BLK-Reihe Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung mit dem Titel "Globalisierung des Bildungsmarktes durch Neue Medien - Auswirkungen auf die Hochschulen". Sie kann bei der Geschäftsstelle der BLK, Hermann-Ehlers-Str. 10, 53113 Bonn, Tel.: 0228/5402-0, Fax: 0228/5402-150, e-mail: blk@blk-bonn.de, angefordert werden. Bei Bestellungen durch Privatpersonen wird um gleichzeitige Überweisung (unter Verwendung des bei Lieferung beigefügten vorbereiteten Überweisungsträgers) von 5,- DM pro Band zzgl. 4,- DM (Versandkosten) an die Bundeskasse Bonn, Konto-Nr. 11 900 505 bei der Postbank Köln (BLZ 370 100 50) mit dem Hinweis "BLK-Materialien", Kap. 0104 Titel 119 99" gebeten. Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen erhalten die Materialien unentgeltlich. Die Dokumentation ist im Internet unter www.blk-bonn.de abrufbar.

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