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Nachwuchsförderpreis des Landes NRW geht nach Essen

15.03.2000 - (idw) Universität Essen (bis 31.12.2002)

Das Innovationsprogramm Forschung des Landes NRW sieht gezielt die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchsgruppen vor. Die Schaffung beruflicher Perspektiven für junge promovierte Wissenschaftler eröffnet forschungsstarke Impulse an den Landeshochschulen und trägt zu einer stärkeren Profilierung der Forschungsstandorte bei. Dies gilt auch für den Bereich: Medizinischer Fortschritt und Prävention. An der diesjährigen zweiten Ausschreibungsrunde des Wissenschaftsministeriums beteiligte sich auch Dr. sc. techn. Mark E. Ladd, Leitender Physiker am Zentralinstitut für Röntgendiagnostik des Essener Universitätsklinikums. Seine Forschungen zu neuen bildgebenden Verfahren auf dem Gebiet der Magnet-Resonanz-Therapie (MRT) überzeugte die Gutachter, so dass er für den Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe ausgewählt wurde. Am Donnerstag
(16. März) überreicht ihm Wissenschaftsministerin Gabriele Behler die mit 2,4 Millionen Mark - über einen Zeitraum von fünf Jahren - prämierte Auszeichnung in Düsseldorf

Das Innovationsprogramm Forschung des Landes NRW sieht gezielt die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchsgruppen vor. Die Schaffung beruflicher Perspektiven für junge promovierte Wissenschaftler eröffnet forschungsstarke Impulse an den Landeshochschulen und trägt zu einer stärkeren Profilierung der Forschungsstandorte bei. Dies gilt auch für den Bereich: Medizinischer Fortschritt und Prävention. An der diesjährigen zweiten Ausschreibungsrunde des Wissenschaftsministeriums beteiligte sich auch Dr. sc. techn. Mark E. Ladd, Leitender Physiker am Zentralinstitut für Röntgendiagnostik des Essener Universitätsklinikums. Seine Forschungen zu neuen bildgebenden Verfahren auf dem Gebiet der Magnet-Resonanz-Therapie (MRT) überzeugte die Gutachter, so dass er für den Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe ausgewählt wurde. Am Donnerstag
(16. März) überreicht ihm Wissenschaftsministerin Gabriele Behler die mit 2,4 Millionen Mark - über einen Zeitraum von fünf Jahren - prämierte Auszeich-nung in Düsseldorf.

Erst im letzten Jahr wurde am Essener Universitätsklinikum das Magnet-Resonanz-Center (MRCE) unter Leitung der Professoren Dr. med. Jörg F. Debatin (Allgemeinradiologie) und Dr. Michael Forsting (Neuroradiologie) eröffnet. Die hier praktizierte Magnet-Resonanz-Tomographie, mit einem der weltweit modernsten Geräte, ist ein bildgebendes Verfahren der medizinischen Diagnostik und ermöglicht dem Arzt ohne chirurgischen Eingriff und ohne Strahlenbelastung für den Patienten buchstäblich in den Körper "hineinzusehen". Neben der differenzierten Darstellung von Körpergewebe ermöglicht die MR-Technik auch die überlagerungsfreie Darstellung anatomischer Strukturen.
Dieses Verfahren wurde von Dr. Ladd und seinem Forschungsteam entscheidend weiterentwickelt, so dass erstmals auch die mechanische Eigenschaft von Körper-gewebe messbar gemacht werden konnte. Mit dieser MRT-Elastographie genannten Methode können auch tief im Körper liegende Organe und Gewebe auf Unterschiede in der Elastizität und Steifigkeit untersucht werden. Dabei wirken, für den Patienten völlig schadlos, Schallwellen mit Frequenzen zwischen 10 und 1000 Hertz (Schwingungen pro Sekunde) auf das Gewebe ein und bringen es zum Schwingen. Diese Schwingungen im Bereich von zehntausendstel Millimetern können mit Hilfe des MRT-Elastographie-Verfahrens von außen ohne jeden Eingriff erfasst werden. In einem weiteren Umrechnungsschritt entstehen Schnittbilder von Organen oder Geweben, aus denen die Elastizität einzelner Gewebeschichten und -zonen ermittelt werden kann. So lassen sich Verhärtungen oder Druckunterschiede erkennen, die beispielweise bei Tumorerkrankungen oder Flüssigkeitsansammlungen symptomatisch sind. In inneren Organen wie der Leber können auf diese Weise Fettanlagerungen oder Zonen aus abgestorbenen Geweben aufgefunden werden. Mit Hilfe der MRT-Elastographie lässt sich die Diagnose von vielen Erkrankungen, besonders auch der Tumorerkrankungen, verbessern.

Dank der Förderung im Rahmen des Nachwuchsprogramms werden Dr. Ladd und seine Mitarbeiter das neue Verfahren in den nächsten fünf Jahren zur klinischen Einsatzreife weiterentwickeln können.

Der Amerikaner Mark Ladd studierte in den USA an der Universität von Michigan in Ann Arbor sowie der Stanford Universität Ingenieurwissenschaften und arbeitete anschließend für das US-Unternehmen General Electric Medical Systems. 1994 ging er in die Schweiz, wo er am Universitätshospital Zürich und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule daran beteiligt war, bildgebende Untersuchungsverfahren wie MRT und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) weiterzuentwickeln und miteinander zu kombinieren. Im August 1999 kam Mark Ladd nach Deutschland und ist seitdem am Zentralinstitut für Röntgendiagnostik des Essener Universitätsklinikums tätig.

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