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Nanowissenschaftspreis 2000 für den Augsburger Physiker F. J. Gießibl

20.03.2000 - (idw) Universität Augsburg

Verfahren zur Abbildung chemisch reaktionsfähiger Oberflächen mit atomarer Auflösung

Der Augsburger Physiker Dr. Franz J. Gießibl ist Träger des Nanowissenschaftspreises, der in diesem Jahr erstmals verliehen wird. Der Preis würdigt Gießibls herausragende wissenschaftlich-technische Leistungen auf dem Gebiet der Nanowissenschaft und der Nanotechnologie. Vergeben wird der mit 10.000 DM dotierte Preis vom Kompetenzzentrum Nanoanalytik, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderprogramm Nanotechnologie.


Rasterkraftmikroskopische Aufnahme einer Siliziumoberfläche [Si (111)-(7x7)]. Die Siliziumatome sind in einem regelmäßigen Muster angeordnet und haben einen Abstand von ca. 0,6 Nanometer. Die Nanowissenschaft befasst sich mit Phänomenen, die sich auf einer Längenskala von Nanometern (ein Millionstel Millimeter) abspielen. Das Studium der Naturerscheinungen auf der Nanometerskala ist sowohl für die Grundlagenforschung, als auch für die Technik von enormer Bedeutung. Die klassische Physik muß auf der Nanometerskala durch die Quantenmechanik ersetzt werden - es ergeben sich eine Reihe neuer physikalischer Phänomene. Aufgrund der zunehmenden Verkleinerung von elektrischen und mechanischen Bauelementen ist die Nanotechnologie eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.

Dr. Gießibl wurde für seine experimentellen und theoretischen Beiträge zur Rasterkraftmikroskopie ausgezeichnet. Mit der Rasterkraftmikroskopie kann man Oberflächen auf atomarer Skala "photographieren". Die Rasterkraftmikroskopie wurde zwar bereits 1986 durch Binnig, Quate und Gerber erfunden, atomare Auflösung konnte zunächst jedoch nicht erreicht werden. Erstmals fand Gießibl ein Abbildungsverfahren, mit dem man auch im Vakuum chemisch reaktionsfähige Oberflächen mit atomarer Auflösung abbilden kann. Dieses Verfahren gestattet sogar, Kräfte zwischen einzelnen Atomen zu messen. Durch Gießibls theoretische Arbeiten wurde das physikalische Verständnis des Abbildungsprozesses wesentlich erweitert. Anhand der in Augsburg entstandenen Theorien und Apparaturen konnten verbesserte Abbildungsverfahren entwickelt und das Auflösungsvermögen konnte weiter erhöht werden.

Dr. Gießibl leitet die Rastersondenmikroskopiegruppe am Lehrstuhl von Professor Mannhart an der Universität Augsburg und arbeitet derzeit an seiner Habilitation zum Thema "Progress in Atomic Force Microscopy".

Die Preisverleihung findet am 28. März 2000 anläßlich der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Regensburg (http://www.dpg-physik.de/kalender/tagung.htm) statt.

Kontakt und weitere Informationen:

Institut für Physik der Universität Augsburg
Lehrstuhl für Experimentalphysik VI/Elektronische Korrelationen und Magnetismus
86135 Augsburg
Telefax: 0821/598-3652
http://www.Physik.Uni-Augsburg.DE/exp6/index.shtml

* Dr. Franz J. Gießibl
Telefon: 0821/598-3675, e-mail: franz.giessibl@physik.uni-augsburg.de

* Prof. Dr. Jochen Mannhart
Telefon: 0821/598-3650, e-mail: jochen.mannhart@physik.uni-augsburg.de
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