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Preisverleihungen

20.03.2000 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 12/00 vom 20. März 2000


Achim Müller mit Alfred-Stock-Gedächtnispreis ausgezeichnet

Professor Dr. Dr.h.c. Achim Müller, Universität Bielefeld, wurde am 20. März 2000 bei der Chemiedozententagung in Regensburg mit dem Alfred-Stock-Gedächtnispreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) geehrt.

Die Forschungsinteressen von Achim Müller umspannen ein weites Feld: Sie reichen von der präparativen Übergangsmetallchemie über die anorganische Strukturchemie, die Elektronenstruktur von Übergangsmetallkomplexen und -clustern, die Molekülphysik, die Heterogene Katalyse, die Spurenanalytik bis hin zur Bioanorganischen Chemie. Müller publizierte seine Forschungsergebnisse in mittlerweile mehr als 600 wissenschaftlichen Artikeln. Er ist zudem Herausgeber von nicht weniger als neun Büchern.

Müller ist einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der löslichen Metalloxide und Metallsulfide. So gelangen ihm die erste Synthese eines diskreten Metallclusters und des ersten Isopolythianions. Er führte ungewöhnliche Liganden in die Komplexchemie ein und erforschte neue Aspekte der anorganischen Wirt-Gast-Chemie sowie der supra-molekularen Magnetochemie. Erst kürzlich sorgte die Entdeckung des "Bielefelder Riesenrads" - eines gewaltigen ringförmigen Polyoxomolybdats - und einer molekularen Riesenkugel weltweit für Aufsehen. Für die Praxis ist wichtig, dass sich solche Cluster gezielt für chemische Reaktionen einsetzen lassen. So lassen sich die molekularen Riesenräder zum Beispiel zu Ketten und Schichten verknüpfen.

Müller wurde 1938 in Detmold geboren. Er studierte Chemie in Göttingen, wo er 1965 promovierte und nur zwei Jahre später habilitierte. Zunächst Professor an der Universität Dortmund, folgte er 1977 einem Ruf an die Universität Bielefeld.

Der mit 15.000 DM und einer Goldmedaille dotierte Alfred-Stock-Gedächtnispreis wird alle zwei Jahre für herausragende Experimentalarbeiten auf dem Gebiet der Anorganischen Che-mie verliehen.


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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 13/00 vom 20. März 2000


Fritz Eckstein mit Richard-Kuhn-Medaille geehrt

Professor Dr. Fritz Eckstein vom Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen erhielt bei der Chemiedozententagung in der Festsitzung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) am 20. März in Regensburg die Richard-Kuhn-Medaille.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Eckstein mit Nukleinsäuren, wobei er die Synthesemethoden der klassischen organischen Chemie zur Lösung biochemischer Probleme heranzieht. Ein Meilenstein auf diesem Gebiet war die Einführung der Phosphorothioatgruppe. Sie erlaubt die stereo-chemische Untersuchung von Enzym-katalysierten Reaktionen. Auch bei der DNA-Sequenzierung erwies sich die Einführung von Phosphorothioaten als vorteilhaft. Außerdem gaben sie den entscheiden Anstoß für die Entwicklung der Antisensestrategie zur Inhibition der Genexpression. So basiert auch das bislang einzige in den USA zugelassene Antisense-Medikament auf solchen Phosphorothioat-Oligonukleotiden. Auf dem Gebiet der katalytischen RNA, den Ribozymen, lässt sich mit den Phosphoro-Analogen die funktionelle Bedeutung einzelner Phosphate bestimmen. Die von Eckstein an der Ribose eingeführten Modifikationen haben sich zum Einsatz der Ribozyme in Zellen bewährt. 1972 erhielt Eckstein von der GDCh bereits den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis.

1932 in Darmstadt geboren, studierte Eckstein in Bonn Chemie. Nach einer Promotion bei Professor Burckhardt Helferich verbrachte er mehrere Jahre als Research Associate bzw. als Postdoktorand zunächst im kanadischen Toronto, dann an der Harvard University in Cambridge, Mass., USA. Er kam 1964 als wissenschaftlicher Angestellter an das Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, wo er seit 1971 eine C3-Stelle innehat. Eckstein ist seit 1975 außerplanmäßiger Professor am Institut für Organische Chemie der Unversität Göttingen.

Die Richard-Kuhn-Medaille, die mit einem Geldpreis in Höhe von 15.000 DM verknüpft ist, erinnert an den Biochemiker Richard Kuhn (1900 - 1967), der 1938 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über Carotinoide sowie die Vitamine A und B2 erhielt. Der Preis wurde ursprünglich von der BASF AG gestiftet. Er finanziert sich heute aus Stiftungsmitteln der GDCh, die auch von der BASF AG dotiert wurden.


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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 14/00 vom 20. März 2000


Reinhart Ahlrichs erhielt Liebig-Denkmünze

Der Quantenchemiker Professor Dr. Reinhart Ahlrichs, Karlsruhe, erhielt anlässlich der Chemiedozententagung 2000 in Regensburg die Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) für seine herausragenden Beiträge zur rechnergestützten theoretischen Chemie.

Ahlrichs machte sich schon früh mit der Entwicklung von neuen Methoden zur Erfassung der Elektronenkorrelation einen Namen. Eine seiner Glanzleistungen war die Entwicklung des Programmes Turbomole, mit dem sich die elektronische Struktur von Molekülen berechnen und analysieren lässt. Als einer der ersten in Deutschland gelang es Ahlrichs, die Algorithmen quantenchemischer Rechenverfahren - etwa Hartree-Fock-Verfahren oder Methoden der sogenannten Dichtefunktionaltheorie - auf die neuen Computersysteme abzustimmen. Turbomole ist für UNIX-Workstations ausgelegt und zeichnet sich unter anderem durch seine hohe Recheneffizienz aus. Mit dem Programm lassen sich aber nicht nur Molekülstrukturen berechnen, sonder auch NMR-Spektren, Infrarot- und Raman-Spektren sowie elektronische Anregungszustände.

Ahlrichs ist einer der führenden Quantenchemiker Deutschlands und genießt weltweit größtes Renommee. Seine besondere Stärke lag stets darin, einen engen Kontakt zu experimentell arbeitenden Chemikern zu pflegen, woraus sich fruchtbare Kooperationen ergaben. Der vor 60 Jahren in Göttingen geborene Ahlrichs ist seit 1975 Professor für Theoretische Chemie in Karlsruhe. Im Januar erst hatte Ahlrichs den Landesforschungspreis Baden-Württemberg im Bereich Grundlagenforschung erhalten.

Ursprünglich wurde die Liebig-Denkmünze 1903 vom Verein Deutscher Chemiker zum hundertjährigen Geburtstag Justus von Liebigs (1803 - 1873) gestiftet. Heute verleiht die GDCh die Auszeichnung für hervorragende Leistungen auf dem Gesamtgebiet der Chemie. Die Denkmünze ist mit einem Geldbetrag in Höhe von 15.000 DM verbunden.


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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 15/00 vom 20. März 2000


Gmelin-Beilstein-Denkmünze für Peter Gölitz

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeichnete in ihrer Festsitzung am 20. März in Regensburg den Chefredakteur der Zeitschriften "Angewandte Chemie" und "Chemistry - A European Journal", Dr. Peter Gölitz, Weinheim, mit der Gmelin-Beilstein-Denkmünze aus.

Peter Gölitz hat die Zeitschrift "Angewandte Chemie" zu dem gemacht, was sie heute ist: das führende Chemiejournal weltweit und zugleich das Paradepferd der GDCh-Publikationen. Nicht weniger bemerkenswert sind seine Leistungen bei der Etablierung neuer Zeitschriften wie "Chemistry - A European Journal", der ersten von der GDCh initiierten europäischen Gemeinschaftspublikation. Unter seiner Leitung gelangte "Chemistry" binnen kürzester Zeit in die Riege der angesehensten und am häufigsten zitierten Zeitschriften: das Journal steht heute in der Rangliste des Science Citation Index auf Platz zwei. Zu verdanken sind Gölitz außerdem die Gründung der Zeitschriften "Advanced Materials" sowie neuerdings von "ChemBioChem" und "ChemPhysChem". Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur ist Gölitz Leiter des Lektorats von Wiley-VCH. In dieser Funktion hat er in den letzten Jahren zahlreiche, auch international erfolgreiche Buchprojekte realisiert.

Gölitz wurde 1952 in Eschwege geboren. Er studierte Chemie an der Universität Göttingen, wo er 1978 unter Anleitung von Professor Armin de Meijere promovierte. Bevor er 1980 zur "Angewandten" stieß, arbeitete als Postdoktorand bei IBM in San Jose und dann an der Universität Hamburg.

Die 1954 von der Hoechst AG gestiftete Gmelin-Beilstein-Denkmünze wurde in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal vergeben. Mit dieser Auszeichnung werden Persönlichkeiten geehrt, die sich besondere Verdienste um die chemische Literatur, die Chemie-Information oder um die Geschichte der Chemie erworben haben. Die Denkmünze ist mit einem Geldpreis in Höhe von 15.000 verbunden.


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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 16/00 vom 20. März 2000


Carl-Duisberg-Gedächtnispreis an Thisbe Lindhorst

Der Carl-Duisberg-Gedächtnispreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) geht in diesem Jahr an die Professorin Dr. Thisbe Lindhorst. Die jüngst an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berufene Chemikerin wurde am 20. März bei der Chemiedozententagung für ihre Erfolge auf dem Gebiet der organischen Chemie ausgezeichnet.

Die 38jährige Chemikerin verbindet die Zuckerchemie auf originelle Weise mit der Chemie der Dendrimere und Cluster: So hat sie Kohlenhydratmoleküle zu einer Vielzahl größerer Strukturen verknüpft. Über die Synthese und Strukturbeschreibung hinaus bemüht sich Lindhorst um das Verständnis von Wechselwirkungen und von biologischen Funktionen. Besonders interessiert sie der Einfluss der Multivalenz bei der Wechselwirkung von Kohlenhydratmolekülen und Proteinen. Die intensiven Kooperationen mit biochemisch orientierten Arbeitsgruppen aus dem In- und Ausland sind ein Markenzeichen von Lindhorsts Forschungsprogramm.

Frau Lindhorst hat in München und Münster studiert. Nach ihrer Diplomarbeit, die sie bereits in das Gebiet der Zuckerchemie führte, wechselte sie gemeinsam mit ihrem damaligen Betreuer, Professor Dr. Joachim Thiem, an die Universität Hamburg, wo sie 1991 promovierte. Anschließend verbrachte sie ein Jahr als Post-Doktorandin in Kanada bei Professor Dr. Steve Withers. Dann kehrte sie nach Hamburg zurück, um mit der Habilitation zu beginnen. Diese schloss sie 1998 ab. Ihre Faszination für Kohlenhydrate vermittelt sie in ihrem jüngst im Wiley-VCH-Verlag erschienenen Buch "Essentials of Carbohydrate Chemistry and Biochemistry".

Traditionell wird der Gedächtnispreis, der 1936 zum ersten Mal in Erinnerung an Carl Duisberg (1861 - 1935) vergeben wurde, jährlich bei der Chemiedozententagung an junge habilitierte Wissenschaftler/innen überreicht. Von dem Preisgeld in Höhe von insgesamt 15.000 DM steht ein Drittel dem Arbeitskreis für Forschungszwecke zur Verfügung.

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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 17/00 vom 20. März 2000


ADUC-Jahrespreise 1999 für Habilitanden und Habilitandinnen

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren für Chemie (ADUC) in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat am 20. März in Regensburg die ADUC-Jahrespreise 1999 verliehen. Ausgezeichnet wurden Dr. Barbara Albert, Gießen, Dr. Norbert W. Mitzel, München, und Dr. Dr. Peter R. Schreiner, Göttingen.

Frau Albert wurde für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Alkalimetallboride geehrt. Diese Verbindungsklasse ist nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Bindungsverhältnisse von theoretischem Interesse, sondern weist auch ein großes Potential für praktische Anwendungen auf. Albert hatte in anspruchsvollen Experimenten die Struktur polymerer Boridgerüste erforscht.

Die Chemikerin wurde 1966 in Bad Godesberg geboren. Nach ihrem Studium an der Universität Bonn ging sie 1995 als Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in die Vereinigten Staaten. Von 1996 bis 1999 arbeitete sie an ihrer Habilitationsschrift, die sie Ende 1999 einreichte. Frau Albert ist seit 1998 Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Gießen.

Dr. Norbert W. Mitzel hat in seiner Habilitation kleine molekulare Ringe mit sogenannten Donor-Akzeptor-Bindungen sowie die Struktur niedermolekularer Verbindungen in Festkörpern, Lösungen und in der Gasphase untersucht. Dabei bediente er sich ausgefeilter Methoden der Tieftemperaturkristallographie und der Elektronenbeugung.

Im Jahre 1966 in Augsburg geboren, studierte Mitzel Chemie an der Technischen Universität München, wo er auch seine Dissertation anfertigte. Nach weiteren Forschungsarbeiten - unter anderem als Marie-Curie-Stipendiat der Europäischen Union an der Universität Edinburgh - begann er 1996 mit seiner Habilitation, die er im Januar 2000 einreichte.

Dr. Dr. Peter Schreiner wird für seine theoretischen und experimentellen Studien an Radikalen und Biradikalen ausgezeichnet. Unter anderem entwickelte er eine mittlerweile patentierte Methode zur direkten Bromierung und Iodierung von Alkanen in Lösung ohne Verwendung von Schwermetallen oder Enzymen durch Phasentransferkatalyse.

Schreiner, der 1965 in Nürnberg geboren wurde, studierte Chemie in Erlangen-Nürnberg und an der University of Georgia, USA. Von 1992 bis 1995 gelang es ihm, parallel zwei Doktorarbeiten auf unterschiedlichen Gebieten anzufertigen, von denen er die eine in Deutschland, die andere in den USA einreichte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er zunächst als Projektkoordinator und später Associate Editor für die "Encyclopedia of Computational Chemistry" am Computer-Chemie-Centrum in Erlangen tätig. Im Oktober 1996 begann er schließlich mit seiner Habilitation in Göttingen, die er Ende 1999 abschloss.

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Hinweis an die Redaktionen:
Fotos der Preisträger/innen können bei der GDCh-Öffentlichkeitsarbeit angefordert werden.
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