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Kooperationsprofessur für den Studiengang Medizintechnik

19.04.2002 - (idw) Hochschule Bremerhaven

Hochschule Bremerhaven und MeVis vereinbaren besondere Zusammenarbeit in Forschung und Lehre

Die Hochschule Bremerhaven hat zum Wintersemester 2000/2001 den Studiengang Medizintechnik mit den Studienschwerpunkten Ingenieurmedizin und Medizininformatik neu eingerichtet. Seitdem hat sich der Studiengang hervorragend entwickelt. Die Hochschule Bremerhaven strebt nun eine Kooperation mit MeVis - Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung GmbH an der Universität Bremen an, um den Bereich der medizinischen Bildverarbeitung in Forschung und Lehre auszubauen.

Der Studiengang Medizintechnik (MT) besetzt in seinem Schwerpunkt Medizininformatik insbesondere die Themenfelder Signal- und Bildverarbeitung. MeVis ist im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung und Visualisierung tätig. Durch die Kooperation wird die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der medizinischen Bildverarbeitung in Forschung und Lehre intensiviert. Hierzu gehört auch die Einrichtung einer Kooperationsprofessur.

Die Kooperationsprofessur ist bei der Hochschule Bremerhaven besonders angelegt, denn der neu zu berufene Hochschullehrer wird nicht nur im Fach "Medizintechnik/ Medizininformatik" lehren, sondern gleichzeitig die Leitung der Abteilung "Medizinische Bildverarbeitung" bei MeVis übernehmen. "So wird unsere Ausbildung inhaltlich aktuell gehalten und der ständige Bezug zur Praxis sicher gestellt", sagt MT-Gründungsprofessor Dr. Rainer Dammer. Die Einstellung des Kooperationsprofessors ist zudem verbunden mit einer zeitlichen Befristung von fünf Jahren.

Die Auswahl des Kooperationsprofessors übernehmen Hochschule und MeVis gemeinsam. Schließlich beteiligt sich MeVis im Rahmen der Kooperation zur Hälfte am Gehalt des Stelleninhabers. In diesem Sinne wurde auch das Anforderungsprofil gemeinsam erarbeitet. "Unser Ziel ist es, eine/n qualifizierte/n, frisch promovierte/n Wissenschaftler/in zu finden, der/die in diesen fünf Jahren dynamisch das Fachgebiet und die MeVis-Abteilung innovativ entwickelt", beschreibt Dammer. Nach Ablauf der fünf Jahre soll der Studienschwerpunkt evaluiert werden. "Wenn wir dann zum Entschluss kommen, dass wir andere Schwerpunkte in der Weiterentwicklung des Studienganges legen müssen, sind wir personell nicht gebunden und können die nächste Professur aktualisiert ausschreiben."

Die Stelle des Kooperationsprofessors wird sofort nach Unterzeichnung des Kooperationsvertrages ausgeschrieben. Noch in diesem Sommer soll sie besetzt werden. Der ausgewählte Professor kann sich dann auf einen besonderen Arbeitsplatz freuen. Denn neben der Lehre kann er in der Forschung auf dem Gebiet der Computerunterstützung in der bildbasierten medizinischen Diagnostik und Therapieplanung auf die Infrastruktur von MeVis zurückgreifen und erhält darüber hinaus volle Unterstützung bei der Abwicklung von Drittmittelprojekten.

Der Vertrag regelt aber nicht nur die Kooperationsprofessur. Weitere Ziele haben sich Hochschule Bremerhaven und MeVis gesteckt. So will man die Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Medizininformatik im Land Bremen durch Nutzung von Synergieeffekten stärken. In der Lehre im Studiengang Medizintechnik sollen aktuelle Themen der angewandten Forschung und Entwicklung im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung und Visualisierung einfließen. Dies beinhaltet insbesondere für die Studierenden die Möglichkeit zur Durchführung von Praktika und Diplomarbeiten bei MeVis. Darüber hinaus soll das Profil des Studienganges Medizintechnik in Verbindung mit den Gesamtplanungen des Landes zur Stärkung der Medizintechnik weiterentwickelt werden. Auch hat MeVis zugesagt, den Studiengang bei der Einbindung in nationale und internationale Netzwerke mit Kliniken, Forschungs-Einrichtungen und Industriepartnern zu unterstützen.

Die Hochschule Bremerhaven steckt große Erwartungen in die Kooperation mit MeVis. Zurzeit ist man auf der Suche nach einem zweiten Kooperationspartner für die Medizintechnik und zwar für den Studienschwerpunkt Ingenieurmedizin. "Wir haben aber noch keinen geeigneten Partner in der Region gefunden", so Professor Dr. Dammer. Er wünscht sich auch für das Fachgebiet "Medizinische Apparatetechnik" die Berufung eines Kooperationsprofessors.

Für Rektor Professor Dr. Josef Stockemer ist die neueste Kooperation der Hochschule Bremerhaven ein weiterer wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu intensivieren und kreative Ideen in den tagtäglichen Studienbetrieb einfließen zu lassen. "Ich wünsche mir mehr Kooperationsprofessuren mit Industriepartnern und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region", so Stockemer.

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