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Mehr Tageslicht für helle Koepfe

22.03.2000 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Viele Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit im Büro. Damit sie sich am Arbeitsplatz wohl fühlen, muss nicht nur die Arbeit Spaß machen, sondern auch das Raumklima stimmen. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Angestellten in einem natürlichen Raumklima effektiver arbeiten und seltener krank sind. Durch geschicktes Raummangement und die optimale Gestaltung von Außenfassaden können außerdem die Energiekosten für die Beleuchtung um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Auf der Messe "Light + Building", die vom 19. bis 23. März in Frankfurt stattfindet, stellen Fraunhofer-Forscher vom Institut für Bauphysik IBP auf der Sonderschau "Tageslichttechnik" neueste Trends und Forschungsergebnisse vor.

Die Sekretärin kommt morgens ins Büro und schaltet als erstes den Computer ein. Wie von Geisterhand bewegt öffnet sich daraufhin die Jalousie, das Büro wird taghell, obwohl draußen der Regen gegen die Scheiben prasselt und der Himmel wolkenverhangen ist. Das Raumklima ist angenehm und kein Lichtreflex stört das Lesen am Computerbildschirm. Raummangagement heißt das Zauberwort - ein System, mit dem sich individuell maßgeschneiderte Licht- und Raumklimaverhältnisse schaffen lassen. Zugleich spart der Arbeitgeber auch noch Energie - um bis zu 50 Prozent lassen sich die Betriebskosten im Vergleich zur manuellen Steuerung senken.

"Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, die Sonne als natürliche Lichtquelle stärker als bisher zu nutzen", weiß Hans Erhorn vom Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP. "Das Raumklima ist angenehmer, die Menschen im Büro fühlen sich wohler und dadurch erhöhen sich automatisch Kreativität und Motivation." Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass die Angestellten deutlich seltener krank sind, wenn die Lichtverhältnisse und das Raumklima am Arbeitsplatz stimmen. Für die Wissenschaftler also Gründe genug, sich mit der natürlichen Beleuchtung am Arbeitsplatz zu beschäftigen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP haben zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und drei weiteren deutschen Instituten in den vergangenen fünf Jahren in dem internationalen Verbundforschungsprojekt IEA SHC Task 21 neue Tageslichtsysteme an Fassaden, tageslichtabhängige Regelsysteme und Planungswerkzeuge entwickelt sowie verschiedene Fallstudien erarbeitet. Im Office Innovation Center der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart werden die Erkenntnisse vom IBP und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO unter Praxisbedingungen getestet. Gemeinsam mit Partnerunternehmen präsentieren die Forscher des IBP nun in Frankfurt auf einer 200 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche die Ergebnisse ihrer Forschung sowie innovative Produkte. Dort werden sie das Thema Tageslicht in all seinen Facetten "natürlich beleuchten" und der Öffentlichkeit vorstellen. Neben dem IBP sind auch ISE und das IAO auf der Messe vertreten.

Oft reichen schon kleine Veränderungen, um das Tageslicht besser zu nutzen. So entwickelten Forscher beispielweise einen Helligkeitssensor, der einfach auf eine bereits vorhandene Lampe ausgesteckt wird. Wird es nun im Raum zu dunkel, weil die Sonne hinter den Wolken verschwindet, schaltet sich die Lampe zu, kommt die Sonne wieder hervor, geht das Licht automatisch wieder aus.
Die Sonderschau "Tageslichttechnik" wird von einem hochklassigen Vortragsprogramm begleitet. Am Montag, 20. März geht es um den "Arbeitsplatz der Zukunft - Tageslicht und Behaglichkeit". Hier werden dem Messebesucher Ergebnisse aus dem Office Innovation Center präsentiert. Am Mittwoch, 22. März, heißt es "Tageslichtnutzung in Gebäuden - deutsche Forschungseinrichtungen präsentieren ihre Arbeit". Hier werden die Ergebnisse des deutschen Verbundforschungsvorhabens dargestellt und diskutiert.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Hans Erhorn, Dipl.-Ing. Jan de Boer
Telefon: 0711/970-33 61, Telefax: 07 11/970-33 99
Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Nobelstrasse 12, 70569 Stuttgart
E-Mail: erh@ibp.fhg.de,jdb@ibp.fhg.de
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