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BMBF-Statusseminar zur Stammzellenforschung in Berlin

29.03.2000 - (idw) Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Catenhusen: "Die Wissenschaftler müssen ihre Fachkompetenz aktiv in den Diskurs über ethische Grenzen ihrer Forschung einbringen."

"Nur wo Wissenschaft und Forschung in transparenter und verständlicher Weise ihre Ziele und Ergebnisse der Öffentlichkeit vermitteln und zur Diskussion stellen, kann ein tragfähiger Konsens über den notwendigen Freiraum für die medizinische Forschung und Grenzen zum Schutz der Menschenwürde erreicht werden," erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, am heutigen Mittwoch in Berlin bei der Eröffnung eines Statusseminars zum Thema "Die Verwendung humaner Stammzellen in der Medizin - Perspektiven und Grenzen".

Das BMBF wolle mit dieser Veranstaltung im Vorfeld der von der Bundesregierung beabsichtigten Gesetzgebung im Bereich der Fortpflanzungsmedizin eine qualifizierte Informationsbasis über den Stand der Stammzellforschung schaffen. Hierbei handele es sich um den dynamischsten Bereich auf dem Gebiet der modernen Biomedizin. Mit den Arbeiten an der Gesetzgebung solle im Sommer begonnen werden.

Führende Experten behandeln in ihren Vorträgen die medizinischen Zielsetzungen der Stammzellenforschung, insbesondere ihr Potenzial für die Zell- und Organregeneration, die verschiedenen Methoden der Gewinnung humaner Stammzellen sowie die damit verbundenen ethischen und rechtlichen Fragen.

Catenhusen betonte in seiner Eröffnungsrede, die Stammzellforschung sei das Wissenschaftsgebiet, auf dem in den letzten beiden Jahren die größten Fortschritte gemacht worden seien. "Insbesondere aber die Gewinnung von Stammzellen aus Embryonen und die Strategie des 'therapeutischen Klonens' werfen ethische und rechtliche Fragen auf, bei denen eine Klärung der medizinischen Perspektiven dieses Forschungsfeldes und die Aufarbeitung ethischer und rechtlicher Fragen dringend geboten ist." Er rief die Wissenschaft dazu auf, sich verstärkt am Diskurs über die Fragen nach den ethischen Grenzen ihres Handelns zu beteiligen.

Die Bundesregierung beabsichtige noch in diesem Jahr, den Bedarf an gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schutz der Menschenwürde auf dem Feld der Biomedizin, insbesondere der Fortpflanzungsmedizin zu klären und geeignete gesetzgeberische Schritte vorzubereiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sehe es als seine Aufgabe an, sich aktiv an der öffentlichen Aufarbeitung der in besonderer Weise forschungsrelevanten Fragen zu beteiligen. "Uns ist dabei sehr wohl bewusst, dass die biomedizinische Forschung in intensiver internationaler Zusammenarbeit stattfindet. Klärungsprozesse über ethisch gebotene Grenzen müssen in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit Diskussionen und Regelungen anderer wichtiger Länder erfolgen und international vermittelt werden. Dies vermindert aber nicht die Notwendigkeit rechtlicher Regelungen in Deutschland." Es gebe bis heute nämlich keine weltweite Instanz zur Formulierung und Durchsetzung ethischer Normen auf dem Gebiet der modernen Biomedizin.
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