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Zur Repräsentation von Männlichkeit in der Kunst und in den visuellen Medien

07.04.2000 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Internationales Kolloquium im Rahmen des Graduiertenkollegs "Psychische Energien bildender Kunst"

FRANKFURT. Männlichkeit ist heute im Blick. Das führt nicht zuletzt die Bilderwelt von Werbung und Kino vor Augen, wo erotische Inszenierungen längst nicht mehr auf den weiblichen Körper beschränkt sind. Hier zeichnet sich ein Wandel im öffentlichen Bild von Männlichkeit ab, der deutlich macht, daß Männlichkeit - nicht anders als Weiblichkeit - eine historisch veränderliche, kulturell geprägte und keine biologisch bestimmte Größe ist. "Zur Repräsentation von Männlichkeit in der Kunst und in den visuellen Medien" wird das Thema eines internationalen Kolloquiums sein, das vom 27. bis 29. April in der Aula im Hauptgebäude der Goethe-Universität stattfindet und vom Graduiertenkolleg "Psychische Energien bildender Kunst" am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität (Sprecher Prof. Klaus Herding) veranstaltet wird. Die Tagung beginnt mit einer Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag um 18 Uhr. In einer Abendveranstaltung in der Aula der Städelschule werden am Freitag (28. April) um 20 Uhr neuere Videoproduktionen rund um das Thema Männlichkeit gezeigt. Interessierte Gäste sind während des gesamten Kolloquiums willkommen.

Anliegen des Internationalen Kolloquiums ist es, Männlichkeit als eine historisch und sozial differenzierte Kategorie ins Auge zu fassen. Die Vorträge widmen sich daher zum einen dem Bild des Mannes von der Antike über die Frühe Neuzeit bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Zum anderen werden die Facetten von Männlichkeit beleuchtet: Männlichkeit der verschiedenen Lebensalter, homosexuelle und heterosexuelle, hegemoniale und randständige Männlichkeit, Männlichkeit, die sich in orientalisierenden Rollenbildnissen (Prof. Viktoria Schmidt-Linsenhoff, Trier) oder transvestischen Selbstinszenierungen (Prof. Barbara Lange, Leipzig) maskiert.

Erst in jüngster Zeit ist Männlichkeit auch hierzulande zu einem aktuellen Gegenstand der Geschichts- und Gesellschaftswissen-schaften geworden. In den deutschsprachigen Kunst- und Kulturwissenschaften dagegen hat das Thema - anders als in den USA und Großbritannien - bislang noch wenig Beachtung gefunden. Die Tagung ist nach einem Symposion in Wien (1995) die erste Veranstaltung dieser Art und hat u.a. das Ziel, Forschungsergebnisse jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Kontext des Graduiertenkollegs "Psychische Energien bildender Kunst" an der Goethe-Universität zu präsentieren (Daniela Bohde, Mechthild Fend, Marianne Koos, Thomas Röske). Den Veranstaltern ist es auch gelungen, Referentinnen und Referenten aus den USA zu gewinnen, die bereits durch einschlägige Publikationen zum Thema bekannt sind: u.a. Patricia Simons (Ann Arbor), Abigail Solomon-Godeau (Santa Barbara), Whitney Davis (Evanston).

Die Vortragenden stehen für unterschiedliche methodische Ansätze und Parteinahmen innerhalb der Geschlechterforschung: feministische Ansätze, Ansätze aus dem Bereich der Schwulenforschung und solchen aus dem Feld der sogenannten "Queer theory", bei dieser Theorie geht es vor allem um eine kritische Analyse der Herstellung von geschlechtlicher Identität. Ziel des Kolloquiums ist, zu einer Diskussion der verschiedenen methodischen wie politschen Perspektiven zu kommen.


Nähere Informationen: Organisatorinnen der Veranstaltung Mechthild Fend und Marianne Koos, Graduiertenkolleg "Psychische Energien bildender Kunst" am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität, Telefon (069) 798-28211 (Heike Hambrock, Koordinatorin des Graduiertenkollegs), Fax (069) 798-28428.
Mail-Adressen: Mechthild.Fend@t-online.de; MKoos@gmx.de.
Am Kunstgeschichtlichen Institut, Hausener Weg 120, 60489 Frankfurt, ist auch ein Reader zur Tagung erhältlich.
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