Wo es uns schmeckt, fühlen wir uns zu Hause07.04.2000 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)
Internationales Symposium: Eating Culture - Zur kulturellen Bedeutung ethnischer Küche FRANKFURT. Kultur geht durch den Magen. Wo es uns schmeckt, da fühlen wir uns zu Hause, und wenn wir unbekannte Speisen kosten, entsteht der Appetit auf Neues. Solche Erfahrungen belegen, dass Essgewohnheiten und typische Gerichte viel über eine Gesellschaft sagen. Kochen verwandelt Naturprodukte in Kultur. Soziale Zugehörigkeiten, Identitäten und Rollen definieren sich über die Küche und ihre Rituale. Der interdisziplinäre Dialog des Symposiums "Eating culture: the poetics and politics of food today" soll klären helfen, wie solche Prozesse heute verlaufen. Die Tagung, organisiert vom Institut für England und Amerikastudien, findet von Samstag (29. April) 14 Uhr bis Montag (1. Mai) 13 Uhr, im Konferenzsaal über dem "Labsaal", Goethe-Universität, Bockenheimer Landstraße 121 statt. Wie kaum ein anderes Feld bietet sich ethnische Küche und ihre Repräsentation in Literatur, Film, Werbung und anderen Medien als Untersuchungsfeld für die sozialen Veränderungen unserer Tage an. Wie wandelt sich die Semiotik des Essens mit der zunehmenden Pluralisierung ihrer Kodes? Ist die soziale Interaktion durch neue Küche ein Beitrag zur interkulturellen Kommunikation oder verfestigen sich in ihr bestehende Stereotypen? Werden dabei auch Geschlechterrollen anders inszeniert? Was heißt es für bestimmte Migrantengruppen, dass ihre Küche zur ethnischen Identifizierung wie Stigmatisierung in Anspruch genommen wird?Drei Plenarvorträge von Prof. Dr. Sidney Mintz, Baltimore, Prof. Dr. Berndt Ostendorf, München, Prof. Dr. Renate Brosch, Berlin, und zehn Arbeitsgruppen widmen sich den verschiedenen Aspekten des Themas. Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus den Kultur- und Literaturwissenschaften und arbeiten an amerikanischen, englischen, französischen, belgischen, niederländischen, polnischen, spanischen und deutschen Universitäten. Nähere Informationen zum Programm und Anmeldung: Susanne Mühleisen; Institut für England- und Amerikastudien; Fachbereich Neuere Philologien, Fax: 069/798-23978, E-Mail: muehleisen@em.uni-frankfurt.de
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