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Gene und ihre Funktionen: Das Humangenomprojekt geht weiter ...

12.04.2000 - (idw) Max-Planck-Institut für experimentelle Endokrinologie

Gene und ihre Funktionen: Das Humangenomprojekt geht weiter ...
... und das Max-Planck-Institut Hannover ist dabei

Wie die Gene aufgebaut sind, die Reihenfolge ihrer einzelnen Bausteine, ist weitgehend entschlüsselt. Eine Rohfassung des gesamten menschlichen Genoms mit seinen rund drei Milliarden Basenpaaren dürfte noch in diesem Jahr vorliegen. Ein großer Erfolg der Forscher, die sich längst für die nächste Runde bereitgemacht haben. Denn nun geht es darum, das Gerüst mit Leben zu füllen. Die Buchstaben abzulesen heißt noch nicht, ihre Sprache zu verstehen. Was tun die etwa 100 000 Gene, die für Proteine kodieren? Welche physiologischen Aufgaben erfüllen sie? Erst wenn es hierfür umfassende Antworten gibt, werden auch die Ursachen eines breiten Spektrums von Krankheiten besser verstanden werden. Für einzelne Gene liegen bereits Ergebnisse vor, doch gilt es jetzt, Genfunktionen in großem Maßstab zu entschlüsseln. Verschiedene Methoden werden dabei zum Einsatz kommen. Eine wurde am Max-Planck-Institut in Hannover weiterentwickelt; eine Art Roboter macht dort die automatisierte "Sinn-Suche" im Erbgut möglich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 1,3 Millionen Mark.

Die Forscher am MPI interessiert vor allem, wann und wo Gene aktiviert oder exprimiert werden, um anschließend in ein funktionsfähiges Protein umgesetzt zu werden. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht das Mäusegehirn, das viele Gemeinsamkeiten mit dem des Menschen hat. Für einige tausend Gene im embryonalen, aber auch im erwachsenen Gehirn sollen mit Hilfe des neuen Verfahrens Expressionsmuster erstellt werden. Ziel ist das "kartierte Gehirn im Internet", eine dreidimensionale Darstellung der Genaktivitäten im Gehirn, auf die alle Forscher Zugriff haben. Die Suche wird sich zunächst auf Gene konzentrieren, die wichtige Botenstoffe kodieren oder in irgendeiner Form an Signalprozessen im Gehirn beteiligt sind. Das Wissen um Funktionen dieser Gene ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung von Medikamenten.

Wenn Sie Näheres zu dem skizzierten Projekt wissen möchten, rufen Sie in der Pressestelle an unter (0511) 5359-120 oder schicken Sie eine E-Mail an: karola.neubert@mpihan.mpg.de.
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