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Forschen für die Gesundheit

12.04.2000 - (idw) Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft

Arbeiten zur Medizintechnik im Forschungszentrum Karlsruhe zusammenfassend dargestellt

Die aktuelle Ausgabe der "Nachrichten", der wissenschaftlichen Zeitschrift des Forschungszentrums Karlsruhe, widmet sich ganz der medizintechnischen Forschung und Entwicklung. Detailliert vorgestellt werden die am Forschungszentrum bearbeiteten Themenschwerpunkte minimal invasive Chirurgie, Entwicklungen für die Rehabilitationsmedizin und Herstellung von Radioisotopen für den medizinischen Gebrauch.


Im Forschungszentrum Karlsruhe wurde ein Simulator für die minimal invasive Chirurgie entwickelt, an dem Ärzte diese Technik erlernen können. Im Bild ist eine Simulations-Szene einer gynäkologischen Operation dargestellt. Die Arbeiten zur Medizintechnik des Forschungszentrums Karlsruhe reichen bis zum Beginn der achtziger Jahre zurück. Was in Form einzelner Spin-offs aus anderen Arbeitsgebieten des Forschungszentrums begann, entwickelte sich zu einem geschlossenen Programm und wurde 1997 zu einem eigenständigen Arbeitsschwerpunkt "Medizintechnik" zusammengefasst.
Für die minimal invasive Chirurgie entwickelt das Forschungszentrum telechirurgische Operationssysteme. Die Herzchirurgie und die interventionelle Radiologie zählen dabei zu den aktuellen Schwerpunkten. Beispiele aus diesem Bereich sind ein sprachgesteuertes Endoskopführungssystem, das den besonderen Erfordernissen der endoskopischen Herzchirurgie angepasst ist, und ein Manipulatorsystem, das im geschlossenen Kernspintomographen für die punktgenaue Biopsie von Brusttumoren und deren anschließende Therapierung eingesetzt werden kann.
In der Rehabilitationsmedizin bilden biophysikalische Arbeiten zum funktionalen Organersatz und zur Entwicklung neuer Therapieansätze wie bei der Schuppenflechte mittels elektromagnetischer Felder den Schwerpunkt. Des weiteren wird ein neues Arbeitsfeld aufgebaut, in dessen Rahmen Handprothesen mit hoher Funktionalität entwickelt werden sollen.
Die Radioisotope, die heute schon im Forschungszentrum hergestellt werden, finden ihre medizinische Anwendung insbesondere in der bildgebenden Diagnostik, wo sie zur Untersuchung unterschiedlichster Stoffwechselvorgänge oder zur Lokalisierung von Tumoren bzw. Metastasen eingesetzt werden. Die Forschungsarbeiten befassen sich insbesondere mit der Entwicklung von Herstellungsverfahren für neuartige Radioisotope, die in der Diagnostik, aber zunehmend auch für therapeutische Zwecke verwendet werden.
Der multidisziplinäre Charakter der medizintechnischen Arbeiten des Forschungszentrums setzt ein breites Spektrum unterschiedlicher Fachkompetenzen voraus. Die über hundert dem Arbeitsschwerpunkt zugeordneten Mitarbeiter sind in unterschiedlich ausgerichteten Instituten und Abteilungen beschäftigt. Erst die Verknüpfung dieser fachlichen Kompetenzen im Programm Medizintechnik führt zu interdisziplinären Lösungsansätzen.
Medizintechnische Forschung und Entwicklung kann nur erfolgreich sein, wenn von Anfang an eng mit Medizinern aus der klinischen Praxis zusammengearbeitet wird. Sie kennen und formulieren die Probleme, die die Medizintechnik lösen soll, denn schließlich sind sie auch die Anwender der entwickelten Techniken. Ebenso wichtig ist die Einbindung der medizintechnischen Industrie, welche die Entwicklungen in marktfähige Produkte umsetzen muss.
Das Forschungszentrum hat sich deshalb gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen, der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg und der Universität Stuttgart an einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebenen Wettbewerb zur Förderung von Kompetenzzentren der Medizintechnik beworben. Dieses "Kompetenzzentrum Minimal Invasive Therapie und Technik" (MITT) ging mit sieben anderen unter ursprünglich 56 Bewerbern als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Im MITT wird das Forschungszentrum seine wissenschaftlich-technische Kompetenz den Partnern aus Medizin und Industrie zur Verfügung stellen.
Joachim Hoffmann 10. April 2000

Die "Nachrichten" senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu

(Telefon: 07247/82-2861, Fax: 07247/82-5080, e-mail: inge.arnold@oea.fzk.de).
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