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Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) bleibt an der Universität

13.04.2000 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Minister von Trotha: "Modernisierung des Studienangebots hat große Priorität" - Fachkommission soll Empfehlungen erarbeiten - Studie belegt, dass das IÜD die wichtigste Institution für die Ausbildung von Diplom-Dolmetschern in Europa ist

Das Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) soll weiterhin an der Universität Heidelberg angesiedelt bleiben. Dies teilte Wissenschaftsminister Klaus von Trotha am 12. April in Stuttgart mit. Hintergrund dieser Entscheidung war die Empfehlung der Hochschulstrukturkommission Baden-Württemberg, das Institut in den Fachhochschulbereich zu verlagern.

"Nach intensiver Prüfung aller relevanten Gesichtspunkte durch das Wissenschaftsministerium haben wir uns entschieden, die Empfehlung der Hochschulstrukurkommission nicht umzusetzen, sondern das Institut an der Universität Heidelberg zu belassen", sagte von Trotha. Eine Vielzahl von unwiderlegbaren Argumenten habe für diese Entscheidung gesprochen. Der Minister nannte in diesem Zusammenhang vor allem die folgenden Gründe:
* Eine aktuelle repräsentative Studie der Universität Mainz, unterstützt von der Europäischen Union, belegt eine ganz erhebliche Nachfrage nach Dolmetschern mit Arbeitssprache Deutsch auf Universitäts-Niveau.
* Die Studie ergab ferner, dass das IÜD die wichtigste Institution für die Ausbildung von Diplom-Dolmetschern in Europa ist. Von 550 befragten und in der EU beschäftigten Diplom-Dolmetschern erwarben 15% ihr Diplom in Heidelberg, 12,8% in Germersheim, 5,6% in Saarbrücken, Paris 6%, Genf 3,96% und FH Köln 1,13%.
* Das IÜD hat mit einem hohen Anteil ausländischer Studierender (25,25%) und einem sehr hohen Frauenanteil (87,88%) eine herausgehobene Bedeutung.
* Übersetzer und Dolmetscher arbeiten nicht mehr nur im klassischen Bereich der reinen Sprachvermittlung. Die IÜD-Absolventen arbeiten vielfach in neuen, spannenden und gut dotierten Berufsfeldern (Software Lokalisierung, Web-Publishing, cultural consultants, Videoconferencing, Kongressmanager usw.). In diesem Zusammenhang gewinnt auch die Frage der Weiterbildung an Bedeutung.

Der Minister wies darauf hin, dass der Erhalt des Instituts an der Universität Heidelberg aber nicht bedeute, alles beim alten zu belassen. "Das Ministerium strebt eine qualitative und quantitative Überarbeitung der Studiengänge an. Dabei wird auch eine Kooperation zwischen dem Institut und einer Fachhochschule im Zusammenhang mit technischen Fachsprachen zu erwägen sein", sagte von Trotha.

Um zu einer Modernisierung und zeitgemäßen Weiterentwicklung des Studienangebots am IÜD zu gelangen, plant das Ministerium die Einsetzung einer Fachkommission, die Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Ausbildungsinhalten und Ausbildungsstrukturen vorlegen soll. Dabei soll auch geprüft werden, ob und inwieweit eine engere Zusammenarbeit mit Fachhochschulen angestrebt werden soll.

Die Kommission, die aus Vertretern von Hochschulen, der Wirtschaft, des Berufsverbands und der Übersetzungsdienste zusammengesetzt sein wird, soll noch vor der Sommerpause ihre Arbeit aufnehmen.

Rückfragen bitte an:
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Pressestelle
presse@mwk-bw.de

oder: Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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