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Geburtsgewicht von Genvarianten der Mutter beeinflußt

14.04.2000 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 11 - 2000

Einer der Hauptgründe für die Neugeborenensterblichkeit und ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von Herzinfarkt, Hochdruck und Diabetes (Typ II) ist ein zu geringes Geburtsgewicht. Die Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Berthold Hocher von der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie" hat in Zusammenarbeit mit der "Klinik für Frauenheikunde und Geburtshilfe" der Charité eine bisher unbekannte genetische Grundlage für geringes Geburtsgewicht gefunden, die die bereits bekannten Ursachen ergänzt. Danach ist Untergewicht bei Neugeborenen zu erwarten, wenn die Mütter eine von der Norm abweichende Variante des Gens für das sogenannte G-Protein besitzen. Dies Ergebnis wurde jüngst in der Fachzeitschrift "Lancet" (385[2000]1241-42) veröffentlicht.
G-Proteine sind eine große Familie von weitverbreiten Proteinen, die an der Signalübertragung beteiligt sind. Der Variante 825-T fehlen Teile (Aminosäuren und Peptidstrukturen) in der Seitenkette des Moleküls. Wenn ein Baby dieses verkürzte Protein geerbt hat, bleibt das ohne Einfluß auf sein Geburtsgewicht . Haben jedoch Mütter die verkürzte Version, so tragen sie Kinder aus, die um mehr als 200 Gramm leichter sind als die von Müttern, die die normalen G-Proteinstrukturen aufwiesen.
Die Ergebnisse wurden an weißen Blutkörperchen in Blutproben von 181 Frauen, die etwa 30 Jahre alt und gesund waren und nicht rauchten. Blutproben konnten auch von 113 Babies gewonnen werden.
Notwendig sei es nun, zu klären, so Hocher, auf welchem Wege die G-Protein-Variante den Stoffwechsel der doch offenbar gesunden Mütter beeinflusse und sich damit auf das Wachstum des Kindes auswirke.
Silvia Schattenfroh
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Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

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Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
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