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UKBF mit zahlreichen Beiträgen zum "Schaufenster der Medizin"

19.04.2000 - (idw) Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Medizin aus Berlin - von Sauerbruch zum virtuellen OP
Ein Projekt aus der Reihe: "Schaufenster der Wissenschaft"
8. bis 12. Mai 2000, Potsdamer Platz Arkaden, Berlin

Pressekonferenz: 3. Mai 2000, 11.00 Uhr
(Journalisten wenden sich bitte an "Forschungsmarkt Berlin", Frau Kuhfuß, siehe unten)
Eröffnungsveranstaltung: 8. Mai 2000, 18.00 Uhr

Das "Schaufenster der Wissenschaft" ist eine Projektidee des Forschungsmarktes Berlin, die die großen Auftritte auf den internationalen Technologiemessen durch eine öffentlichkeitswirksamere Form des Wissenschaftsmarketings in und für Berlin ergänzt.
Im Jahr 2000 greift das "Schaufenster der Wissenschaft" eine Entwicklung auf, die sich schon seit Langem abzeichnet: Gesundheit und medizinische Forschung als Thema von gesellschaftlicher Relevanz. Es geht um eine spannende und populär aufgezogene Medizin-Präsentation, die den Gedanken des "Public Understanding of Science" zielgruppenorientiert verankert.
Medizingeschichte in und aus Berlin und Vorausschau anhand von Beispielen.
Ein Themen-Spektrum, das auf Publikumsinteresse setzt, und zwar vom "Laien" bis zum Fachmann.

Weitere Infos über das Konzept beim Forschungsmarkt Berlin (siehe unten).

Das Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF) / Fachbereich Humanmedizin der Freien Universität Berlin ist mit außerordentlich vielen Beiträgen auf dieser Veranstaltung vertreten.
Ansprechpartnerin für die UKBF-Beiträge am "Schaufenster der Medizin":
Caroline Wichmann
Freie Universität Berlin
Präsidialamt
Kaiserswerther Straße 16-18, 14195 Berlin
Tel.: (030) 838 73-622/-602; Fax: -604
E-Mail: carowich@zedat.fu-berlin.de

Ansprechpartnerinnen für das "Schaufenster der Medizin" insgesamt:
Michaela Kirchner und Petra Kuhfuß
Forschungsmarkt Berlin
Steinplatz 1, 10623 Berlin
Tel.: (030) 31 42 40 27; Fax: (030) 31 42 40 87
E-Mail: messe@wtb.zuv.tu-berlin.de

Beiträge von Mitarbeitern des Fachbereichs Humanmedizin der FU / Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF):

* "High-Tech Implantate für die Orthopädie"
Ansprechpartner:
Dr. Georg Bergmann, Dr. F. Graichen, Dr. A. Rohlmann, FU Berlin, Fachbereich Humanmedizin, Oskar-Helene-Heim, Biomechanik-Labor, Clayallee 229, 14195 Berlin

Weltweit werden über eine halbe Million künstliche Hüftgelenke im Jahr eingesetzt. Der Erfolg dieser Operation ist sehr groß, nach Jahren lockern sich die Endprothesen aber gelegentlich. Darum müssen die Materialien und die Verankerung im Knochen weiter durch Computersimulation und modernste Testmethoden verbessert werden. Dies war bisher allerdings nur eingeschränkt möglich, da wenig über die tatsächliche Belastung des Hüftgelenks bekannt war. In einem weltweit einmaligen Forschungsprojekt wurden im Biomechanik-Labor des Oskar-Helene-Heims (Universitätsklinikum Benjamin Franklin) künstliche Hüftgelenke entwickelt, in die eine Subminiatur-Messelektronik eingebaut wurde. Damit werden die Kräfte direkt im Hüftgelenk der Patienten gemessen und zur Auswertung über Funk aus dem Körperinneren herausgesendet. Die gesammelten Daten erlauben in Zukunft eine weitere Optimierung der künstlichen Gelenke und werden dadurch den Erfolg dieser Operation maßgeblich verbessern.

* "Weibliche Ärzte"
Ansprechpartner:
Dr. Eva Brinkschulte, Prof. Dr. Dr. Rolf Winau, Klaus von Fleischbein-Brinkschulte, FU Berlin, FB Humanmedizin, Institut für Geschichte der Medizin, Klingsorstr. 119, 12203 Berlin

Im Rückblick auf 100 Jahre Medizinstudium von Frauen wird in der Ausstellung "Weibliche Ärzte" der mühsame Kampf um ihre Zulassung zur Universität dargestellt. Erst ab 1896 öffneten die deutschen Universitäten den Frauen ihre Hörsäle.
Gemäß der Forderung "Weibliche Ärzte für weibliche Patienten" ergaben sich aus der Allianz zwischen Patientinnen und Ärztinnen bald neue Tätigkeitsfelder, die über die Privatpraxis hinausgingen. Etwa bei der Krankenkasse für weibliche Angestellte, bei der Sittenpolizei und auch als Schulärztinnen.1920 wurden Frauen auch formal zur Habilitation zugelassen. Aber erst der Zusammenschluss in der Standesorganisation "Bund Deutscher Ärztinnen" 1924 markiert den Übergang von der Profession zur Professionalität von Frauen im ärztlichen Beruf.
Der im Rahmen der ,Schaufensters der Wissenschaft' gezeigte Ausschnitt der Ausstellung konzentriert sich auf Berliner Ärztinnen.

* "Entstehung der Kinderheilkunde in Berlin"
Ansprechpartner:
Dr. med. Thomas Lennert, FU Berlin, FB Humanmedizin, Frauen-Kind-Zentrum, Klinik und Poliklinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neonatologie, Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin

Die Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reich lag zu Beginn des 20. Jahrhunderts über 20 %. Fast eine halbe Million Säuglinge starben in den ersten Lebenswochen.
Nachdem man sich unter den Ärzten und Sozialpolitikern lange mit dem Gedanken an die "Errichtung einer Zentralstelle zur Erforschung der Ursachen der Säuglingssterblichkeit" getragen hatte, konnte 1907 auf Initiative der Kaiserin der Grundstein für das "Kaiserin Auguste Viktoria Haus zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im deutschen Reiche" gelegt werden.
In der Säuglingsabteilung des KAVH, das als "eine Stätte hoher Wissenschaft, eine Hilfe für Mütter und Kinder, ein Trost für die Familien in Hütten und Palästen, ein Bundesgenosse der Staats- und Gemeindebehörden in der Fürsorge für die Kleinsten, ... " 1909 bestimmungsgemäß in Betrieb genommen werden konnte, sollten vor allem die Physiologie und Pathologie der Säuglingsernährung studiert und vermittelt werden.
Entsprechend gab es einen Tierstall, der dem Studium der Gewinnung, der Aufbewahrung und Verarbeitung der Kuhmilch dienen sollte.
So wurde der "Säuglingspalast mit Kuhstall", wie das KAVH von jenen genannt wurde, die noch lange unter völlig unzureichenden Bedingungen medizinisch versorgen mussten, zur Wiege der Pädiatrie in Berlin.
Die Assistenten von Otto Heubner, der seit 1894 den ersten deutschen Lehrstuhl für Kinderheilkunde innehatte und als Mitglied des Komitees die Errichtung einer Stätte für Säuglingsheilkunde mit vorangetrieben hatte, wurden die entscheidenden Ärzte bzw. ärztliche Direktoren im KAVH.
Der "Atlas der Hygiene des Säuglings und Kleinkindes" von 1918 kann als eine erste herausragende Aufklärungsschrift zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit angesehen werden. Kurz darauf entstand der als Video gezeigte Aufklärungsfilm zur Säuglingspflege, der hauptsächlich zu Weiterbildungszwecken des Pflegepersonals eingesetzt wurde.

* "Filme und Präperate aus dem Robert-Koch-Nachlass"
Ansprechpartner:
Dr. Ragnhild Münch, Markus Schnöpf, FU Berlin, FB Humanmedizin, Institut für Geschichte der Medizin, Klingsorstr. 119, 12203 Berlin

Der Nachlass des Nobelpreisträgers Robert Koch (1843-1910) ist an zwei Berliner Einrichtungen erhalten und umfasst Briefe, Manuskripte, Fotografien und Präparate. Die Bestände werden EDV-gestützt einheitlich erschlossen. Im Idealfall entsteht im Anschluss wegen der weltweiten Bekanntheit Kochs ein "virtuelles" Archiv. Dies ermöglicht einen globalen Zugriff auf Informationen, ortsunabhängige Datenpräsentation und Datentausch. Koch nutzte für seine anwendungsorientierte Forschung die Innovationen seiner Zeit und ermöglichte durch Fotografie von Mikro-Organismen erstmals einen Bilddatentausch.
Der Nutzen, begonnen mit der Erschliessung des Nachlasses von Robert Koch, besteht in
- Bewahrung von Wissen (Virtuelles Archiv),
- Vergleichsmöglichkeiten historischer und
- aktueller Befunde (z.B. Epidemiologie),
- visueller Vermittlung mit neuen Medien (Lehre).
Das Projekt wird in Kooperation mit der HU Berlin, Institut für Mikrobiologie und Hygiene und dem BMG, Robert-Koch-Institut durchgeführt.

* "Vom Schmerz zur Schmerzkrankheit / Schmerz: Entstehung und Behandlung"
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christoph Stein, Dr. Michaela Schäfer, Dr. Winfried Ruf, FU Berlin, FB Humanmedizin, Klinik für Anaesthesiologie und Operative Intensivmedizin, Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin

Schmerzen sind der häufigste Grund, einen Arzt aufzusuchen. Da sie die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken, stellt ihre Therapie eine wichtige ärztliche Aufgabe dar. Akute Schmerzen können auf eine akute Erkrankung hinweisen und haben somit im weitesten Sinne eine Schutzfunktion für den Menschen. Schmerzen können jedoch auch chronisch werden. Sie verlieren dann ihre primäre Schutzfunktion und bleiben auch bestehen, nachdem die akute Erkrankung längst abgeklungen ist. Die neu entstehende Schmerzkrankheit muss von Patient und Arzt ernst genommen und in besondere Weise und interdisziplinär therapeutisch angegangen werden.

* "Reise durch den Körper (3D-Visualisierung in der Medizin)"
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Tolxdorf, Dr. Johannes Bernarding, FU Berlin, FB Humanmedizin, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Hindenburgdamm 30, Haus I, 12200 Berlin

Beispielhaft für einige der Forschungsarbeiten des Institutes für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie des Universitätsklinikums Benjamin Franklin werden auf dem Forschungsmarkt Berlin zwei aktuelle Projekte vorgestellt. Beim ersten Exponat wird die dreidimensionale Visualisierung von Knochenstrukturen vorgeführt, die unter Verwendung von Techniken der Virtuellen Realität unterstützend bei komplexen kieferchirurgischen Operationen eingesetzt wird. Beim zweiten wird zum Thema Bildverarbeitung eine Animation gezeigt. Das Video wurde von dem Künstler Timm Ulrichs in Zusammenarbeit mit dem Bereich Medizinische Informatik erstellt. Die Suche nach dem Mittelpunkt des Ichs wird dabei durch sukzessives Herausschälen des Zentrums eines 3D visualisierten Kopfes beantwortet.

* "Tumortherapie mit dem Laser"
Ansprechpartner:
Prof. Dr. K.-J. Wolf, Dr. med. Frank Wacker, FU Berlin, FB Humanmedizin, Radiologische Klinik und Poliklinik, Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin, Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin
Prof. Dr. H. J. Buhr, Dr. Med. Jörg Peter Ritz, FU Berlin, FB Humanmedizin, Chirurgische Klinik, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin
Prof. Dr. G. Müller, Dr. rer. nat. André Roggan, Laser- und Medizin-Technologie GmbH

Die chirurgische Entfernung von Lebertumoren ist bisher Methode der Wahl, allerdings kommen nur 25-30% der betroffenen Patienten für eine Operation in Frage. Als Alternative wurde am Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Zusammenarbeit mit der Laser- und Medizin-Technologie GmbH die laserinduzierte Thermotherapie entwickelt. Dieses Verfahren bewirkt eine Zerstörung des Tumors unter Schonung von umgebendem gesundem Gewebe. Spezielle Lasersonden werden in örtlicher Betäubung in den Tumor eingebracht. Die exakte Steuerung des gesamten Eingriffs erfolgt im offenen Magnetresonanztomographen. Vorteile des neuen Verfahrens sind die Wiederholbarkeit der Behandlung und die geringe Belastung der Patienten.

* "Erforschung, Vorbeugung und Behandlung von Infektionen"
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heinz Zeichardt, Prof. Dr. Helmut Hahn, FU Berlin, FB Humanmedizin, Institut für Infektionsmedizin, Hindenburgdamm 27, 12203 Berlin

Was sind Infektionen? Infektionen sind weltweit die Todesursache Nummer 1. Das Institut für Infektionsmedizin untersucht folgende Aspekte von Infektionen:
Forschung:
Grundlage für die Behandlung und Vorbeugung von Infektionskrankheiten
Unsere Forschungsschwerpunkte sind:
- Die Rolle der Wirtsabwehr (Immunsystem) bei der Krankheitsentstehung.
- Entwicklung und Wirksamkeitsprüfung von Virushemmstoffen gegen Schnupfen, Herpes und AIDS.
- Wirksamkeitsprüfung neuer Antibiotikazubereitungen (Nanosuspensionen).
- Diagnostik antibiotikabedingter Nebenwirkungen.
- Entwicklung neuer Impfstoffe unter Verwendung körpereigener Zellen.
Behandlung von Infektionen:

Antibiotika - Wirksamkeit und Resistenz
Antibiotika töten Erreger ab oder hemmen deren Vermehrung. Je öfter die Mittel eingesetzt werden, desto schneller lernen die Mikroben die Mittel unwirksam zu machen. Antibiotika müssen daher sachkundig und gezielt eingesetzt werden. Gegen zahlreiche Erreger, z. B. viele Viren, gibt es keine Behandlungsmöglichkeit. Hier hilft nur die Vorbeugung. Vorbeugung von Infektionen:
Gefahr erkannt - Gefahr gebannt
Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten.
Impfungen können sogar Infektionskrankheiten ausrotten.
Das Wissen über Infektionsquellen und Erreger-Übertragung ermöglicht geeignete Infektionsschutzmaßnahmen (Hygiene).
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