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Forderung nach Toleranz und Weltoffenheit

05.05.2000 - (idw) Universität Erfurt

Pressemitteilung 37/ 5.5.00

Die jüngsten Vorfälle gegen Ausländer oder Angehörige nichtchristlicher Religionen in Erfurt betrachtet die Universität Erfurt mit großer Sorge und Empörung. Schlagzeilen machten auch die Übergriffe auf ausländische Lehrende der Universität. Erfurter Wissenschaftler müssen erleben, dass Sie Anfragen von Kollegen aus Übersee bekommen, in denen man sich um die Verhältnisse vor Ort besorgt zeigt.
"Diese Ausschreitungen erschweren unsere Arbeit", erklärte der Präsident der Universität Erfurt Wolfgang Bergsdorf. "Aber", so seine entschiedene Stellungnahme, "wir lassen uns von unserem Kurs der Toleranz und des internationalen Austausches nicht abbringen!" Gerade angesichts der jüngsten Vorfälle plant die Universität den weiteren Ausbau ihrer internationalen Kontakte. Auch die Studentenschaft hat sich entschlossen gegen die Exzesse Rechtsradikaler gewandt, bei der Mahnwache an der Synagoge mitgewirkt und mit den Studierenden der anderen Erfurter Hochschulen einen Aufruf gestartet.
Trotz erheblicher finanzieller Schwierigkeiten bemühen sich die Wissenschaftler um die Ausrichtung einer Konferenz mit dem Thema "Luther zwischen den Kulturen" anlässlich des 500. Jahrestages der Immatrikulation Martin Luthers an der Universität Erfurt. In dieser Tagung soll es nicht nur darum gehen, die deutsche oder europäische Verbreitung der Ideen des Reformators zu behandeln, sondern vielmehr die Diskussion über den Reformator in anderen Weltkulturen zu erörtern. Gedacht ist hierbei besonders an die Auseinandersetzung des Islam oder der asiatischen Kulturen mit den Ideen und dem Wirken des Reformators. Im Juni wird eine Gruppe US-amerikanischer Studenten die Universität besuchen, die ein besonders Interesse an der jüngsten deutschen Vergangenheit hat.
Um ihren Ruf als bewusst international ausgelegte Universität zu etablieren, plant die Universität den Ausbau von Studienmöglichkeiten ihrer Studierenden im Ausland. Aber auch die Intensivierung von Einladungen an ausländische Studierende zum Studium nach Erfurt wird mit Energie vorangebracht, so wie dies bisher bereits am Max-Weber-Kolleg mit der Stipendienvergabe an kanadische oder brasilianische Doktoranden geschehen ist.

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