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Prorektor Tröger: "Gesundheitsreform 2000 ist weit von einer sinnvollen Reform entfernt geblieben"

06.05.2000 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Prorektor Tröger eröffnete Kongress "Die Gesundheitsreform 2000" des Gesundheitsnetzes Rhein-Neckar-Dreieck und der Heidelberger Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft heute in der Stadthalle - Prorektor sprach sich für "Kinder und Inder" sowie große Ausbildungsanstrengungen im eigenen Land aus - "Es steht fest, wir brauchen auch in der Medizin mehr Kompetenz aus und im Bereich der Informatik"

"Nach meiner Meinung ist auch die Gesundheitsreform 2000, ebenso wie die Vorgänger, weit von einer sinnvollen Reform entfernt geblieben", sagte Kinderradiologe Prof. Dr. Jochen Tröger, Prorektor der Universität Heidelberg, heute zur Eröffnung des Kongresses "Die Gesundheitsreform 2000" in der Stadthalle. Veranstalter des Kongresses sind das "Gesundheitsnetz Rhein-Neckar-Dreieck" und die Heidelberger Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft. Reformen des Gesundheitswesens sollten - so Tröger - nicht nur die Kostendeckelung, sondern auch Verbesserungen zum Beispiel der Qualitätskontrolle und der Qualitätssicherung zum Ziel haben. "In diesen Bereichen haben wir in der deutschen Medizin riesige Defizite." Die auf dem Kongress versammelte Kompetenz könnte in einem solchen Prozess der Qualitätskontrolle und der Qualitätsverbesserung eine wichtige Rolle spielen, sagte der Prorektor weiter.

Das Gesundheitsnetz wurde 1998 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Kompetenzen der Medizin-, Kommunikations- und Informationstechnik zu bündeln und den Erfahrungsaustausch zwischen der Forschung, der Lehre, der Wirtschaft, der Politik und den Institutionen des Gesundheitswesens zu fördern. "Es lag also durchaus nahe, dieses Treffen unter das Motto 'Gesundheitsreform 2000' zu stellen. Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass dieses Generalthema den Kongress auch trägt" (Tröger).

Die Berufssparte der Kongressteilnehmer stehe, wie alle im Bereich der Datenverarbeitung, im Moment im Mittelpunkt des politischen Interesses. Zum Slogan "Kinder statt Inder" oder "Inder statt Kinder" meinte der Heidelberger Prorektor, er könne sich für "Kinder und Inder" erwärmen, angereichert durch große Ausbildungsanstrengungen im eigenen Lande. "Es steht fest, wir brauchen auch in der Medizin mehr Kompetenz aus und im Bereich der Informatik."

Aufbaustudiengang "Informationsmanagement für Ärzte"

Auch deshalb habe das Rektorat der Initiative der Ausrichter des Studienganges Medizinische Informatik, einer gemeinsamen Lehrveranstaltung der Hochschule Heilbronn und der Universität Heidelberg, unverzüglich und mit Freude zugestimmt, einen Aufbaustudiengang "Informationsmanagement für Ärzte" einzurichten. Da auch das Ministerium in einem Vorgespräch Zustimmung geäußert habe, "hoffen wir auf einen Beginn dieses Masterstudienganges im nächsten Wintersemester".

Im Anschluss skizzierte Prorektor Tröger als Kinderradiologe seine Beziehungen und Hoffnungen bezüglich der auf dem Kongress versammelten Kompetenz. Tröger schilderte Detailprobleme aus Heidelberg, die sich in der Phase der Lösung befinden und für viele Modellcharakter haben könnten, zum Beispiel in der Frühgeborenen-Intensivstation, die Frühgeborene ab 340 Gramm versorgt. Diese Station ist auf der einen Neckarseite angesiedelt, die Kinderradiologie auf der anderen. "Sie können sich vorstellen, dass diese extrem kleinen Frühgeborenen, mit vielen apparativen Lebenshilfen versehen, zahlreiche Notfall-Röntgen-Aufnahmen benötigen. Das heißt, die am Frühgeborenen angefertigten Notfall-Röntgenbilder befinden sich auf der einen und die Röntgenkompetenz auf der anderen Neckarseite."

Seit zwei Monaten funktioniere eine Lösung aus digitaler Bilderstellung mit Bildausdruck beim Frühgeborenen und gleichzeitiger Lese-, Ausdruck- und Bildnachbearbeitungsmöglichkeit beim Kinderradiologen auf der anderen Neckarseite. Jederzeit könne der Neonatologe telefonisch das Bild besprechen, und jederzeit ein kompetenter Kinderradiologe die Bilder ansehen. Ganz nebenbei, aber nicht unwichtig, kontrolliere der Kinderradiologe auch die Bild-Qualität fortlaufend. Eine Verbesserung der Versorgung, Weiterbildung und Qualitätskontrolle "haben wir gewonnen".

Rückfragen bitte an:

Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger
Tel. 06221 562329, Fax 562998

oder: Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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