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Ministerin Gabriele Behler bei der Eröffnung des Biomechanik-Labor am IfADo

05.09.2002 - (idw) IfA- Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund

Am 5. September 2002 konnte Institutsdirektor Univ.-Prof. Dr. Dr. Hermann M. Bolt die Ministerin für Schule, Wissenschaft und Forschung Gabriele Behler und den Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Gerd Bollermann am IfADo begrüßen.
Die Ministerin informierte sich über die aktuelle Forschung am IfADo. Bei dem Besuch wurde das neue Biomechanik-Labor eröffnet. In diesem international einmaligen Labor werden neue Fragestellungen der 'Wirbelsäulenbelastungen in der Alten- und Krankenpflege' untersucht.


Priv.-Doz. Dr.-Ing. M. Jäger erläutert der Ministerin das 'Meßbett' Die Arbeit in der Alten- und Krankenpflege bringt zahlreiche Belastungen mit sich. Dies betrifft besonders das Bewegen der Patienten, wie das Aufrichten, Drehen und Betten. Bei solchen Tätigkeiten muss das Personal sehr viel Kraft aufbringen und ist dabei gleichzeitig zu einer ungünstige Körperhaltung gezwungen.
Dass die Lendenwirbelsäule dabei besonders gefährdet ist, ist unbestritten. Bislang fehlen aber Aussagen über die genaue Höhe der Belastungen. Auch ist nicht sicher, welche vorbeugenden Maßnahmen wirksam sind.

Die Forschungsgruppe ermittelt die Wirbelsäulenbelastungen bei Tätigkeiten, die als gefährdend eingestuft werden. Die Ermittlung der Belastung der Wirbelsäule setzt Kenntnisse über die Körperhaltung der Pflegeperson und über die benötigten Kräfte voraus.
Zur Analyse von Körperhaltung und -bewegungen werden die Positionen verschiedener Körperteile mit einem optischen Erfassungssystem sowie mit mehreren Videokameras erfasst. Mit den erhaltenen Daten werden die Körperhaltungen im Rechner simuliert. Gleichzeitig werden die benötigten Kräfte mit Hilfe eines neu entwickelten 'Messbetts' und mit 'Kraftmessplattformen' am Boden erfasst. Alle so erhaltenen Daten fließen in das biomechanische Modell 'Der Dortmunder' ein. Die erhaltenen Berechnungen geben Aufschluss über die Höhe der Wirbelsäulenbelastung bei den untersuchten Tätigkeiten.
Die Ergebnisse der Forschungsgruppe sollen zur Feststellung von Berufskrankheiten genutzt werden, aber auch Auskunft über den vorbeugenden Nutzen ergonomischer und arbeitsmedizinischer Gestaltungsmaßnahmen geben.
Die Projektgruppe arbeitet eng mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zusammen.

Fotos und Text zum Download stehen Ihnen zur Verfügung unter www.ifado.de/?aktuelles.html
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