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Erdmagnetfeld schützt vor Sonnenwind

12.05.2000 - (idw) Technische Universität Kaiserslautern

Einen wichtigen Schutz gegen den Partikelstrom der Sonne, den sogenannten Sonnenwind, bietet das Magnetfeld der Erde. In diesem Sommer starten die Satellitenmissionen CHAMP und CLUSTER-II, die wichtige Aufschlüsse über das Erdmagnetfeld liefern sollen. Die Arbeitsgruppe Geomathematik unter Leitung von Prof. Dr. Willi Freeden hat mathematische Methoden entwickelt, um große Datenmengen, wie sie bei CHAMP und CLUSTER-II anfallen, zu bewältigen und mit lokalen Messausfällen umzugehen - Voraussetzung für den Erfolg der über mehrere Jahre aufwändig geplanten Missionen.


Das gezeigte Bild (farbig und in hoher Auflösung) können Sie auch aus dem Internet herunterladen, und zwar unter http://www.uni-kl.de/Pressestelle/Bilder.htm Erst die Sonne ermöglicht als Licht- und Wärmespender Leben auf unserer Erde - sie könnte es aber mit ihrer Strahlung und den von ihr ausgehenden Teilchenströmen auch restlos vernichten. Gegen den Sonnenwind ist die Erde durch ihr Magnetfeld geschützt, das sich ihm wie ein Schild entgegenstellt. Dennoch können starke solare Teilchenstürme das Erdmagnetfeld massiv erschüttern. So verbrachten 1989 Millionen Kanadier viele Stunden in Kälte und Dunkelheit, weil ein Sonnenorkan die Stromtransformatoren lahm gelegt hatte. Auch können Änderungen in der von der Sonne ausgesandten Energie zu globalen Klimaschwankungen führen - mit negativen Auswirkungen beispielsweise auf Ernteerträge und Lebensmittelversorgung.
Während CHAMP aus einer Umlaufbahn von 450 km Höhe über der Erde das Magnetfeld untersuchen wird, werden die vier zylinderförmigen CLUSTER-Satelliten vor allem den Sonnenwind genauer erforschen. Durch ihre Konstellation im All in Form einer Dreieckspyramide können sie dabei die Vorgänge erstmals dreidimensional erfassen. Die Sonnenaktivität schwankt in einem elf Jahre dauernden Rhythmus und erreicht im kommenden Herbst wieder ihr Maximum. Böen und Stürme im Strom der elektrisch geladenen Partikel, die sich mit einer Geschwindigkeit von über drei Millionen Stundenkilometern durch das Weltall bewegen, dürften dann ein besonders dramatisches Ereignis bieten.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Willi Freeden
Tel.: 0631/205-2852
email: freeden@mathematik.uni-kl.de
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