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Wissenschaftler untersuchen Pflanzenwachstum auf versalzten Böden

18.05.2000 - (idw) Universität Osnabrück

Die Nutzung sogenannter Salzpflanzen und die Verwendung von salzhaltigem Wasser, zum Beispiel für die Beregnung von Feldern, sind Thema einer internationalen Tagung, die vom 29. Mai bis 2. Juni 2000 am Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück stattfindet. Auf Einladung des Ökologen Prof. Dr. Helmut Lieth und der Pflanzenphysiologin Prof. Dr. Renate Scheibe werden rund 30 Wissenschaftler aus zwölf Ländern über ihre Forschungen auf dem Gebiet der Salztoleranz berichten. Dabei geht es um molekularbiologische, physiologische, systemökologische und ökonomische Aspekte.

Pressemitteilung
Osnabrück, 18. Mai 2000 / Nr. 68/2000

Wissenschaftler untersuchen Pflanzenwachstum auf versalzten Böden
Tagung an der Uni Osnabrück - Eröffnung der EXPO-Präsentation im Botanischen Garten

Die Nutzung sogenannter Salzpflanzen und die Verwendung von salzhaltigem Wasser, zum Beispiel für die Beregnung von Feldern, sind Thema einer internationalen Tagung, die vom 29. Mai bis 2. Juni 2000 am Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück stattfindet. Auf Einladung des Ökologen Prof. Dr. Helmut Lieth und der Pflanzenphysiologin Prof. Dr. Renate Scheibe werden rund 30 Wissenschaftler aus zwölf Ländern über ihre Forschungen auf dem Gebiet der Salztoleranz berichten. Dabei geht es um molekularbiologische, physiologische, systemökologische und ökonomische Aspekte. Zum Auftakt der Tagung soll auch das EXPO-Projekt "Pflanzenwachstum auf versalzten Böden" der Universität Osnabrück eröffnet werden. Loki Schmidt wird dabei am Montag, 29. Mai 2000, das neue Gewächshaus für Salzpflanzen im Botanischen Garten der Hochschule einweihen.

Wie Prof. Lieth erläutert, sind gerade die Böden in heißen Ländern durch ihre spezifischen Bewässerungskulturen zunehmend von Versalzung betroffen. Gleichzeitig seien für die weltweit wachsende Bevölkerung nur begrenzt Frischwasserreserven vorhanden, so der Ökologe. "Wir stehen also vor der Herausforderung, Pflanzen mit einer hoher Salzverträglichkeit zu entwickeln." Molekularbiologie und Physiologie der Salzpflanzen stehen daher im Mittelpunkt der ersten beiden Veranstaltungstage. An der Universität Osnabrück untersucht Prof. Scheibe die molekularen und genetischen Grundlagen der Salztoleranz von Pflanzen. Die Pflanzenphysiologin: "Es gibt Hunderte von Pflanzenarten, die salzresistent sind. Sie haben sich den schlechten Lebensbedingungen angepaßt, und wir erforschen die Mechanismen der Anpassung."

Derartige Pflanzen - zumeist handelt es sich dabei um Unkräuter - in Nutzpflanzen für den Menschen zu verwandeln, ist die Vision von Prof. Lieth. Der Wissenschaftler hat für die Europäische Union (EU) über viele Jahre mit Partnern in Nordafrika und Arabien entsprechende Feldversuche koordiniert. Im zweiten Teil der Osnabrücker Tagung sollen daher Anbau und die kommerzielle Nutzung ausgewählter Salzpflanzen erörtert werden. Zwei davon - Strandaster (Aster tripolium) und Queller (Salicornia bigelowii) - können die Mensabesucher in der Woche vom 29. Mai an probieren. Die Köche des Studentenwerks Osnabrück bieten sie als Gemüsebeilage zu ihren Gerichten an. Die Pflanzen stammen aus Pilotfarmen von einigen der Tagungsteilnehmer.

Die Osnabrücker Forschungen werden im Rahmen des EXPO-Projektes der Universität einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Im Botanischen Garten wurden dazu neben dem neuen Gewächshaus auch entsprechende Außenanlagen mit Wasserbecken und Sandflächen eingerichtet. Computer, Filme und Poster liefern weitere Informationen. An der Feierstunde zur Einweihung des Salzpflanzenhauses am 29. Mai 2000 werden neben Loki Schmidt auch Universitätspräsident Prof. Dr. Rainer Künzel, der Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück, Hans-Jürgen Fip, und OBE-Geschäftsführerin Patricia Mersinger teilnehmen. Die OBE 2000 GmbH trägt das regionale EXPO-Gesamtprojekt "Faszination Boden", in das die Universität Osnabrück mit ihrer Präsention "Pflanzenwachstum auf versalzten Böden" eingebunden ist. Die Abkürzung OBE steht für den Zusammenschluß der Stadt Osnabrück und der Landkreise Osnabrück, Grafschaft Bentheim, Emsland, Cloppenburg und Vechta, die ihre EXPO-Projekte gemeinsam initiiert und koordiniert haben.

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