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Die Zisterzienser und das mittelalterliche Montanwesen im Harzraum

20.05.2000 - (idw) Technische Universität Clausthal

Dr. Christoph Bartels, Deutsches Bergbaumuseum Bochum, spricht am 25. Mai um 20 Uhr c.t. im Großen Hörsaal (Audimax) der TU Clausthal, Adolph-Roemer-Straße 2 A, zum Thema " Die Zisterzienser und das mittelalterliche Montanwesen im Harzraum".

Der Referent schreibt in seiner Vorankündigung: "Das Montanwesen des Harzraumes blickte schon auf eine mehrere Jahrhunderte währende Geschichte zurück, als die Gründung von Zisterzienserklöstern in und am Harz mit der Stiftung von Walkenried 1127 begann. Die Gründung und der Auf- und Ausbau des Zisterzienserordens zählt zu den bedeutendsten Vorgängen für die Wirtschaftsgeschichte des hohen Mittelalters. In wenigen Jahrzehnten etablierte sich der Orden als europäische Wirtschaftsmacht erster Ordnung. Beim Montanwesen lag einer der Schwerpunkte seines Engagements. Im Harz erlangte zunächst das Kloster Walkenried von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts an große Bedeutung im Montanwesen Goslars mit dem Rammelsberg sowie im Oberharzer Montanrevier. Die Mönche und ihre Laienbrüder, die Konversen, treten als Besitzer und Betreiber von zahlreichen Bergwerken und Hüttenanlagen in Erscheinung. In Goslar ist ein Walkenrieder Klosterhof nachweisbar, von dem aus der Absatz der Metalle organisiert wurde. In auffälliger zeitlicher Übereinstimmung mit dem zisterziensischen Engagement kam es besonders im Hüttenwesen zu tiefgreifenden technischen Wandlungen, die insbesondere mit dem Einsatz einer fortgeschrittenen Technologie auf Wasserkraftbasis verbunden waren. Ob die Mönche eine technische Pionierrolle gespielt haben mögen, steht zur Diskussion.
Im ausgehenden 13. Und beginnenden 14. Jahrhundert erwarb das Goslarer Kloster Neuwerk der Zisterzienserinnen (Gründung um 1185) rasch anwachsende Besitz im Montanwesen des Harzes. Zu dieser Zeit stellte das Kloster bzw. seine Güter einen - wenn auch informellen - Goslarer städtischen Besitz dar, woraus eine verstärkte Einflußnahme der Stadt bzw. ihres Rates auf das Montanwesen resultierte. Dieser Einfluß spielte eine entscheidende Rolle, als das Montanwesen nach einer Depressionsphase zwischen 1360 und 1470 einen neuen Aufschwung nahm. Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, daß das mittelalterliche Montanwesen des Harzraumes sehr dichte wirtschaftliche und technische Netzwerke in der ganzen Region entstehen ließ, die in ihrer Ausdehnung, hinsichtlich ihrer Vorgeschichte und Bedeutung im Hoch- und Spätmittelalter früher eher unterschätzt wurden. Die Beschäftigung mit den Zisterziensern läßt die Rolle und Bedeutung der mittelalterlichen Montanproduktion hervortreten."

Zu dem Vortrag wird herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
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