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BTU verleiht Ehrendoktorwürde an Fritz Brickwedde

09.09.2002 - (idw) Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Würdigung der Arbeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, wird Ehrendoktor der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU). Im Rahmen der Feier zur Eröffnung des Akademischen Jahres, die am Mittwoch, 23. Oktober, um 16 Uhr im Audimax beginnt, verleiht ihm die Fakultät Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik den Doktortitel h.c. Die Laudatio auf Brickwedde hält der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Die BTU würdigt damit Brickweddes Verdienste um den Umweltschutz - vor allem in Ostdeutschland. Der 1948 in Osnabrück Geborene übernahm mit der Gründung der DBU im März 1991 das Amt des Generalsekretärs. Die Vereinung Deutschlands stellte die neue Stiftung und ihren Generalsekretär von Anfang an vor große Herausforderungen. Um den Umweltschutz deutschlandweit auf ein einheitliches Niveau zu bringen, förderte Europas größte Umweltstiftung 1600 Projekte in den neuen Ländern mit 397 Millionen Euro von Beginn an überproportional.

Denn auf dem Gebiet der ehemaligen DDR standen einerseits Aufgaben des nachsorgenden Umweltschutzes an: So mussten die Braunkohlenreviere, der Uranbergbau der Wismut, die großen Chemiestandorte wie Bitterfeld, Leuna und Buna, zahlreiche militärische Altlasten sowie andere schwer geschädigte Gebiete saniert werden. Mit neuen, modellhaften Analyse- und Sanierungsmethoden stand die DBU hier mit Rat und Tat zur Seite. Für viele Projekte engagierte sich Brickwedde vor Ort persönlich. Andererseits rückten auch Fragen des vorsorgenden Umweltschutzes immer stärker auf die Agenda der DBU. Sie engagierte sich beispielsweise für den Natur- und Gewässerschutz, für eine stärkere ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft sowie für eine starke Verzahnung ökologischer und ökonomischer Aspekte im sich neu gründenden Mittelstand Ostdeutschlands.

Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen nach der Wende in der DDR und der Vereinigung ging es dabei nicht nur um ökologische, sondern auch um ökonomische und sozio-kulturelle Fragen. Diese Entwicklung korrespondierte wiederum mit dem Konzept "Sustainable Developement" ("Nachhaltige Entwicklung"), das die Völkergemeinschaft bei der Konferenz in Rio im Sommer 1992 beschlossen hatte, das ausdrückliches Leitbild der DBU ist und ihrer Präambel steht.

Brickwedde rückte zudem noch einen weiteren Aspekt des Umweltschutzes in den Blickpunkt. Denn Umweltschäden wie hohe Schadstoffbelastungen wirken sich nicht nur auf die natürliche Umgebung aus, sondern ziehen auch wertvolle Kulturgüter in Mitleidenschaft. Deshalb hat sich die DBU zusätzlich dafür eingesetzt, wichtige Kulturdenkmäler in den neuen Ländern zu schützen und zu bewahren. Sie hat bisher über 480 Projekte im Denkmalschutz gefördert und dabei 104 Millionen Euro investiert - größtenteils in Ostdeutschland. Ohne dieses Engagement, für das Brickwedde Auszeichnungen wie die Ehrenbürgerschaft der Stadt Ostritz (Sachsen), die Benno-Medaille des Bistums Dresden sowie den Peter Parler Preis erhielt, wären zahlreiche Denkmäler und Kulturgüter unweigerlich verloren gegangen.
Doch auch ehrenamtlich engagierte sich Brickwedde stets für die Belange der ostdeutschen Bundesländer. So ist er unter anderem im Kuratorium der Frackeschen Stiftungen Halle (Sachsen-Anhalt) und sammelte als Vorsitzender des Osnabrücker Förderkreises für den Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden mehr als 500.000 Euro.

Mit ihrem Ansatz steht die DBU nicht alleine da, sondern hat in der BTU einen Partner, mit dem sie eng zusammenarbeitet. So fördert die Stiftung den internationalen Studiengang Umwelt- und Ressourcenmanagement der BTU. Angesichts der großen globalen Umweltprobleme suchen DBU und BTU gemeinsam nach Lösungen für die anstehenden Aufgaben und nutzen die Synergieeffekte dieser Kooperation, um umweltökologische, umweltmanagementbezogene und umwelttechnische Aspekte mit sozio-kulturellen Fragen zu verzahnen.

Vor der feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres am Mittwoch, 23. Oktober, lädt die BTU zu einer Pressekonferenz mit Fritz Brickwedde, Ministerpräsident Matthias Platzeck und BTU-Präsident Prof. Dr. Drs. h. c. Ernst Sigmund ein. Sie beginnt um 15 Uhr im Seminarraum 3 des Audimax.
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