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Großschutzgebiete zur Erhaltung der biologischen Vielfalt unverzichtbar

24.05.2000 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Bundesregierung investiert 300 Millionen Mark in Naturschutzgroßprojekte
Vogtmann: Agenda 2000 bietet Chancen für den Naturschutz

Bonn/Waren, 24. Mai 2000: Die Bundesregierung hat die Naturschutzarbeit der Bundesländer bisher mit 300 Millionen Mark unterstützt. Zwanzig der laufenden und zehn der geplanten Naturschutzprojekte mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung liegen ganz oder teilweise in Nationalparken, Biosphärenreservaten oder Naturparken. "Diese Großschutzgebiete sind eine wichtige Säule für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, zu der sich Deutschland auf der Rio-Konferenz 1992 verpflichtet hat," erklärte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Hartmut Vogtmann, anläßlich des "Europäischen Tag der Parke" in Waren am Nationalpark Müritz.

Im dichtbesiedelten, von historischen Kulturlandschaften geprägten Mitteleuropa, ist die Ausweisung von Nationalparken eine Herausforderung und Chance zugleich. Vorrangiges Ziel der Nationalparke ist der Erhalt möglichst artenreicher, einheimischer Lebensgemeinschaften. Hier kann sich die Natur entsprechend ihrer eigenen Dynamik ohne den lenkenden Eingriff des Menschen entwickeln. Sie bieten somit ein unvergleichliches Naturerlebnis und haben einen hohen wissenschaftlichen Wert.

Nicht weniger bedeutend sind Biosphärenreservate und Naturparke, die großräumig charakteristische Landschaftstypen schützen und eine nachhaltige Entwicklung der Region fördern. Kennzeichnend dafür ist ein abgestuftes Konzept sowohl des Schutzes als auch der Naturnutzung sowie die Förderung der regionalen Identität über traditionelle Nutzungsformen der Kulturlandschaften und besonders schonende Wirtschaftsweisen. Insbesondere in Biosphärenreservaten können die Ziele der nachhaltigen Entwicklung des Rio-Prozesses modellhaft umgesetzt werden.

"Die Agenda 2000 ist mit der zweiten Säule zur Entwicklung des ländlichen Raumes gerade auch für die Großschutzgebiete eine große Chance. Denn flächendeckende Netze einer Vielzahl naturverträglich wirtschaftender Forst- und Agrarbetriebe sind Voraussetzung für ein intaktes naturraumspezifisches Wirkgefüge und der Motor für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum. Sie üben einen positiven Rückkopplungseffekt auf andere Wirtschaftszweige wie Handwerk, Dienstleistungsberufe, Fremdenverkehr, Verarbeitung und Vermarktung gebietstypischer Erzeugnisse und damit auf Arbeitsplätze im ländlichen Raum aus. Aber auch Sicherung, Erhalt und Pflege nutzungsbedingter, naturschutzrelevanter Biotope wird dadurch gefördert," erklärte Vogtmann. Naturschutz könne somit auch Impulse für sozial und ökonomisch nachhaltige Entwicklungen geben, die auch positiv auf die Akzeptanz des Naturschutzes wirkten und damit seine Durchsetzbarkeit erhöhten, so Vogtmann.
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