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Uni Magdeburg nutzt alternative Energiequellen

25.05.2000 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg


Solaranlage zur Elektroenergiegewinnung auf dem Werner-von-Siemens-Gebäude der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Uni Magdeburg nutzt alternative Energiequellen
Elektroenergiegewinnung aus Sonnenlicht

Auf dem liberalisierten Markt gewinnen alternative Energiequellen, die das enorme Potential von Wind oder Sonnenlicht nutzen, immer mehr an Bedeutung. Bei Windkraftanlagen hat sich Deutschland mit über drei Gigawatt installierter Leistung in den letzten Jahren bereits einen Spitzenplatz in der Welt erobert.

Große Zukunftschancen werden wegen ihrer vielen Vorteile auch den photoelektrischen Energiegewinnungsanlagen eingeräumt, die bisher aufgrund der hohen Kosten noch wenig verbreitet sind. Mit dem "100.000-Dächer-Programm" fördert die Bundesrepublik Deutschland in dem weltweit größten Projekt dieser Art die verstärkte Errichtung und Nutzung sogenannter Photovoltaikanlagen. Ehrgeiziges Ziel ist es, bis Ende 2005 eine Verzehnfachung der installierten Photovoltaik-Kapazität zu erreichen.

Dieser Herausforderung stellt sich auch der 1999 neu eingerichtete Lehrstuhl "Elektrische Netze und Alternative Elektroenergiequellen" unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Zbigniew A. Styczynski von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit der kürzlich in Betrieb genommenen neuen Lehr- und Forschungsanlage zur photoelektrischen Energiewandlung, der Elektroenergiegewinnung aus Sonnenlicht. Nach außen präsentiert sich die moderne Anlage auf dem Dach des Werner-von-Siemens-Gebäudes der Universität. Vom Universitätsplatz aus sind die 40 Solarmodule sichtbar.

Auf einer Fläche von ca. 40 m² wandeln insgesamt 2880 Solarzellen aus polykristallinem und monokristallinem Silizium Sonnenlicht direkt in elektrischen Gleichstrom, der dann umgeformt unmittelbar in das Universitätsnetz eingespeist wird. Die günstige geographische Lage Magdeburgs läßt einen Jahresertrag von ca. 4000 Kilowattstunden umweltfreundlicher Energie erwarten.

Ausgestattet ist die Anlage mit einem komplexen, computergestützten Meßsystem zur Erfassung aller relevanten Strahlungs-, Temperatur- und Leistungsdaten, die im Minutentakt in einer Datenbank abgelegt werden und für vielfältige Auswertungen in Lehre und Forschung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden die Daten online über ein Monitoring-System in den Laboren und über ein Großdisplay im Foyer des Fakultätsgebäudes angezeigt. Demnächst werden wichtige Anlagenparameter und Meßergebnisse auch im Internet unter der Institutsadresse http://www.uni-magdeburg.de/iesy weltweit abrufbar sein.

Die neue Anlage erweitert die experimentelle Basis für die studentische Ausbildung am Institut für Elektrische Energiesysteme (IESY) um einen interessanten und gegenwärtig viel diskutierten Komplex der alternativen Energiegewinnung. Bereits im Sommersemester können sich Studierende des Diplomstudienganges Energietechnik im Praktikum ausführlich mit Photovoltaik befassen und erste Erfahrungen im Umgang mit dieser Technik sammeln. Der zehnsemestrige Studiengang wird interdisziplinär mit der Fakultät für Verfahrenstechnik angeboten und erfreut sich großer Nachfrage bei Studieninteressierten.

Da die Energiewandlung aus Sonnenlicht naturgemäß stark witterungsabhängig ist und großen zeitlichen Schwankungen unterliegt, sind zur zuverlässigen Planung und Einbindung der Solaranlagen in ein künftiges dezentrales energiewirtschaftliches Gesamtkonzept noch verschiedene Detailprobleme zu lösen. Hier setzen die Forschungsarbeiten des Lehrstuhls an. So ist u.a. beabsichtigt, an der Forschungsanlage gewonnene Einstrahlungs- und Energieertragsdaten für das europäische Forschungsprojekt PVSAT zur Verfügung zu stellen, das Bilder von Wettersatelliten und Bodenmessdaten zu einem Ertragsprognose-Programm verknüpfen soll. Untersucht wird auch, wie durch "intelligente" Energie-Last-Management-Systeme, ebenfalls ein Forschungsvorhaben der Elektrotechnikfakultät, eine Vielzahl dezentraler Energieerzeuger kleiner Leistung effektiver in der Energiebilanz und in der Netzplanung berücksichtigt werden können.

Weitere Forschungsvorhaben der Fakultät sind in Planung, die sich mit der Kombination von Photovoltaikanlagen mit modernen Energiespeicheranlagen (Batterien) und Brennstoffzellensystemen befassen.

Informationen zum Projekt: Dipl.-Ing. Hans-Dieter Musikowski, Institut für Elektrische Energiesysteme der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: (0391) 67 11068, Fax: (0391) 67 12408, E-Mail: musikowski@et.uni-magdeburg.de

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