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Deutsch miteinander sprechen: zehn Jahre nach der "Wende"

25.05.2000 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

"Deutsche Sprach- und Kommunikationserfahrungen zehn Jahre nach der 'Wende'" - so heißt das Motto einer mehrtägigen internationalen Tagung Anfang Juni 2000 in der Lutherstadt Wittenberg mit dem Ziel einer "Bestandsaufnahme aus nationaler und internationaler Sicht". Veranstalter sind GermanistInnen der Universitäten Halle und Leipzig; als Gäste und Referenten werden etwa 60 WissenschaftlerInnen aus Aachen, Berlin, Chemnitz, Dresden, Frankfurt am Main, Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Melbourne, New York, Passau, Prag, South Sewanee, Southampton, Veszprém, Voronesh, Warschau und Wittenberg erwartet.
Ansätze zur Untersuchung deutsch-deutscher Sprach- und Kommunikationserfahrun-gen lassen sich bis in die 60er Jahre zurückverfolgen - nach der Wende jedoch setzte ein regelrechter Boom ein und hält bis heute an. Dieses Spezialgebiet germanistischer Forschung ist indessen nicht nur eine Domäne der (deutsch-)deutschen Sprachwissenschaft, sondern hat von jeher auch internationales Interesse gefunden. Im Zentrum der Tagung steht deshalb eine umfassende Bilanz der Sprach- und Kommunikationserfahrungen, vor allem der letzten zehn Jahre (aber nicht nur), sowohl von innen als auch von außen betrachtet, wie es sich anhand des Tagungsprogramms leicht nachvollziehen lässt.

Drei Schwerpunkte der Tagung, die in der linguistischen Forschung zur deutsch-deutschen Sprach- und Kommunikationsentwicklung vor und nach 1989 bislang kaum eine Rolle spielten, sind zu benennen:

1. Außenperspektive:
Wie wird die sprachlich-kommunikative Entwicklung nach der Wende von "außen" gesehen, d. h. insbesondere von ausländischen LinguistInnen bzw. von Deutschen, die im Ausland lehren und leben? Welche Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zeigen nationale Forschungsprojekte gegenüber internationalen Projekten zur "sprachlichen Vereinigungsproblematik"? Die bislang vernachlässigten "Außenansichten" scheinen ein wichtiges Desiderat einer auf Objektivierung und Internationalisierung hin angelegten Bilanz der deutsch-deutschen Kommunikationserfahrungen zu sein.

2. Sprachliche "Selbst- und Fremdbilder" in der DDR, in der alten und in der neuen BRD:
Hier soll der Versuch einer aufeinander bezogenen doppelten Forschungsbilanz der Sprachwissenschaften in Ost und West (bis zur "Wende") unternommen werden, wobei auch die internationale Wirkungsgeschichte vor und nach 1989 Berücksichtigung finden wird.

3. Innerdeutsche "LinguistInnen-Migration"
Welche Konsequenzen hatte das "Überwechseln" von DDR-LinguistInnen in die BRD vor der Wende im Hinblick auf "Selbst- und Fremdbilder" der linguistischen Forschung in beiden Teilen Deutschlands?
Welche Konsequenzen hatte und hat ein "Dienstort-Wechsel" nach der Wende (etwa die Berufung von "West-Professoren" an "Ost-Universitäten", aber auch die Erweiterung des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim durch KollegInnen aus dem ehemaligen "Zentralinstitut für Sprachwissenschaften" der Akademie der Wissenschaften in der DDR)?

Ziel der Tagung ist infolgedessen die Aufarbeitung, Diskussion, Verknüpfung und Bilanzierung dieser heterogen scheinenden, aber womöglich aufeinander beziehbaren Forschungsperspektiven zu sprachlichen, sprachpolitischen wie linguistischen "Selbst- und Fremdbildern".

Dr. Margarete Wein


Nähere Informationen:
Prof. Dr. Gerd Antos, Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg, Germanistisches Institut
Tel.: 0345 / 552 36 00
Fax: 0345 / 552 71 07
E-Mail: antos@germanistik.uni-halle.de

Prof. Dr. Ingrid Kühn, Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg, Germanistisches Institut
Tel.: 0345 / 552 36 12
Fax: 0345 / 552 71 07
E-Mail: kuehn@germanistik.uni-halle.de

Prof. Dr. Ulla Fix, Universität Leipzig
Institut für Germanistik
Tel.: 0341 / 973 73 65 oder 0341 / 973 73 57
E-Mail: u.fix@t-online.de
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