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Naturschutz und Jagd vereinbaren wissenschaftliche Kooperation

29.05.2000 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Gemeinsame Pressemitteilung von BfN und DJV:

Bonn, 29. Mai 2000: Der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Hartmut Vogtmann, und der Präsident des Deutschen Jagdschutz - Verbandes (DJV), Constantin Freiherr Heeremann, haben vereinbart, das von der Jägerschaft erhobene Datenmaterial zu verschiedenen Wildtierarten bei der Erstellung künftiger Roter Listen zu berücksichtigen.

Beide Präsidenten waren sich darüber einig, dass wissenschaftlich korrekt und nachvollziehbar erstellte Rote Listen für den Artenschutz und als Indikator für notwendige Maßnahmen des Naturschutzes anzusehen sind. Eine enge Kooperation bietet sich in diesem Zusammenhang bei der Verbesserung und Sicherung von Lebensräumen der betroffenen Arten an.

Weiterer Diskussionspunkt war die vom BfN herausgegebene Veröffentlichung "Aaskrähe, Elster und Eichelhäher in Deutschland", die vom DJV stark kritisiert worden war. Hier erklärte der BfN-Präsident, dass seine Fachleute ein Bestandsmanagement dieser Arten nicht grundsätzlich ablehnten, es aber von der konkreten Erfordernisbegründung abhängig machten. Professor Vogtmann: "Eine Entscheidung kann nur auf lokaler Ebene erfolgen." Demgegenüber fordert der DJV gesetzliche Regelungen, die nicht auf den Einzelfall beschränkt sind. BfN und DJV vereinbarten ein Arbeitsgespräch ihrer Experten zu diesem Thema.

Vogtmann und Heereman waren sich einig, dass ein großes Problem des Naturschutzes die immer stärkere Zerschneidung von Lebensräumen wildlebender Arten darstelle. Dieser Entwicklung müsse begegnet werden, um die negativen Auswirkungen von Verkehrstrassen (Trennung von Teillebensräumen, Unterbindung weiträumiger Wanderungen, Isolation von Lokalpopulationen mit der Folge einer genetischen Verarmung, Tierverluste durch Straßenverkehr) zu verhindern. Das vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Biotopverbundsystem wird als hilfreiche Maßnahme angesehen. Freiherr Heereman bot die Mithilfe des DJV bei der bundesweiten Bedarfsermittlung von Querungshilfen wie z.B. Grünbrücken, Wildtierunterführungen und ähnlichen Einrichtungen an, um Biotopverbundsysteme zu schaffen. Die negativen Auswirkungen der Lebensraumzerschneidung könnten so gemildert werden. Vogtmann sah hier eine gute Möglichkeit für ein gemeinsames Forschungsprojekt.

Die Präsidenten einigten sich darauf, in Zukunft enger zusammen zu arbeiten und stärker die gemeinsamen Ziele herauszuarbeiten.
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