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Innovationspreis 2000 an Medizintechniker der Ruhr-Uni

29.05.2000 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Für ihre hervorragenden Arbeiten zu den Themen Gewebecharakterisierung und Elastographie mit Ultraschall erhalten Dr.-Ing. Andreas Lorenz und Dr.-Ing. Andreas Pesavento am 26. Mai 2000 den mit 25.000 DM dotierten Innovationspreis 2000 der Stiftung Familie Klee. Mit dem Preis würdigt die Stiftung jedes Jahr herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Medizintechnik. Die Preisträger, die im letzten Jahr an der RUB (Fakultät für Elektrotechnik, Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik, Prof. Dr.-Ing. Helmut Ermert,) promoviert worden sind, haben sich mittlerweile mit einem Ingenieurbüro für Informationstechnik selbstständig gemacht und sind damit Partner des neuen Kompetenzzentrums Medizintechnik Ruhr KMR.

Bochum, 29.05.2000
Presseinfo Nr. 139

Innovationspreis 2000 an RUB-Medizintechniker
Stiftung Familie Klee prämiert neues Ultraschallverfahren
Verbesserte Krebsfrüherkennung und orthopädische Diagnostik


Für ihre hervorragenden Arbeiten zu den Themen Gewebecharakterisierung und Elastographie mit Ultraschall erhalten Dr.-Ing. Andreas Lorenz und Dr.-Ing. Andreas Pesavento am 26. Mai 2000 den mit 25.000 DM dotierten Innovationspreis 2000 der Stiftung Familie Klee. Mit dem Preis würdigt die Stiftung jedes Jahr herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Medizintechnik. Die Preisträger, die im letzten Jahr an der RUB (Fakultät für Elektrotechnik, Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik, Prof. Dr.-Ing. Helmut Ermert,) promoviert worden sind, haben sich mittlerweile mit einem Ingenieurbüro für Informationstechnik selbstständig gemacht und sind damit Partner des neuen Kompetenzzentrums Medizintechnik Ruhr KMR.
Elastographie macht Tumore sichtbar

Dr.-Ing. Andreas Lorenz widmete sich in seiner Dissertation zwei neuen Verfahren zur Früherkennung des Prostatakarzinoms, der zweithäufigsten Todesursache durch Krebs bei Männern. Bei der Untersuchung mit der herkömmlichen Ultraschalltechnik wird die Echogenität des Gewebes durch eine Grauwertdarstellung sichtbar gemacht - Tumore, deren Echogenität sich nicht von der des umliegenden Gewebes unterscheidet, kann der Arzt so aber nicht entdecken. Lorenz entwickelte zunächst ein Verfahren zur Konturfindung, um den diagnostisch interessanten Bildbereich zu extrahieren. Außerdem setzte er erstmals die Elastographie an der Prostata ein: Das Verfahren ermöglicht mit Hilfe von Ultraschall in Echtzeit die Aufnahme und Darstellung von Dehnungsbildern, die dem Arzt Aufschluss über die elastischen Eigenschaften des untersuchten Gewebes geben. So sind mit 60prozentiger Wahrscheinlichkeit auch die kranken Gewebebereiche zu erkennen, die auf dem herkömmlichen Ultraschallbild unauffällig sind.

Deutlichere Bilder, sichere Diagnose

Dr.-Ing. Andreas Pesavento entwickelte verbesserte Ultraschallabbildungsverfahren zur Anwendung in der Orthopädie: Muskelerkrankungen und -verletzungen lassen sich im herkömmlichen Ultraschallbild oft nur ungenau erkennen, weil sich ihre Echogenität von gesundem Gewebe nur schwach unterscheidet, und weil die Bilder durch Intereferenzmuster aus der Überlagerung der Echos, das sogenannte Speckle, maskiert werden. Pesavento setzte zwei neue Konzepte ein, um die Diagnose zu verbessern: Er reduzierte das Speckle durch die Aufnahme mehrerer Bilder der gleichen Schnittebene mit einem Sektorscanner. Die so gewonnenen Echodaten liefern außerdem für die Diagnose wertvolle Parameter, die von der Reflektivität des Gewebes unabhängig sind, wie etwa die lokale Dämpfung. Das zweite Konzept ist die Elastographie, bei der mehrere Ultraschallbilder aufgenommen werden, während das Gewebe von außen komprimiert wird. Für eindeutige Ergebnisse entwickelte er außerdem ein schnelles und genaues Verfahren, um die Zeitverschiebungen zwischen der Kompression und den korrespondierenden Echosignalen des Gewebes zu bestimmen. Das Verfahren ermöglicht Elastographie in Echtzeit.

Erfolgsgeschichte einer Idee

Die innovativen Ideen der beiden Ingenieure überzeugten bereits im letzten Jahr das Wissenschaftsministerium NRW (MSWWF): Ihre Unternehmensgründung wurde für die Teilnahme an PFAU, "Programm zur Finanziellen Absicherung von Unternehmensgründungen aus Hochschulen" ausgewählt.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Helmut Ermert, Fakultät für Elektrotechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22842, Fax: 0234/32-14-167, Email: Helmut.Ermert@ruhr-uni-bochum.de, Internet: http://www.hf.ruhr-uni-bochum.de

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