Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 25. April 2014 

medienforum NRW: Absaufen oder Freischwimmen? Leben mit der Informationsflut

31.05.2000 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Der Weg in die Informationsgesellschaft führt zu einer flächendeckenden Überschwemmung mit Daten. Über Funknetze und Datenleitungen wird jeder Winkel der Erde elektronisch mit Daten versorgt - selbst unterwegs stehen bald alle Informationskanäle zur Verfügung. Die neuen elektronischen Medien und das Internet haben die Informationsflut sprunghaft erhöht. Mit dem stetigen technischen Fortschritt bei den Speichermedien und der Datenübertragung wächst dieses Problem exponentiell. So werden immer größere Informationsbestände elektronisch angelegt und via Datennetze abrufbar. Die entscheidende Frage ist daher, wie kann sich der Einzelne in diesen Informationsfluten zurechtfinden?

Wenn die Wissensgesellschaft nicht an der selbst produzierten Datenflut ersticken will, muss sie die Qualität der Informationsversorgung in den Mittelpunkt stellen. Der Schlüssel für eine bedarfsgerechte Informationsversorgung liegt in der Informations- und Kommunikationstechnologie: Informationslogistik heißt das neue Konzept, das Ordnung in das Informationschaos bringen will. Ziel ist eine qualitative Verbesserung der individuellen Informationsversorgung. Informationslogistik ist das Werkzeug, um die Informationsflut einzudämmen.

Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST hat in Dortmund im Auftrag der Landesregierung NRW ein "Kompetenzzentrum Informationslogistik" etabliert, das sich der praxisnahen Entwicklung informationslogistischer Anwendungen widmet. Neben der Entwicklung von Basistechnologien für informationslogistische Anwendungen steht der Innovationstransfer, speziell an kleine und mittlere Unternehmen, im Vordergrund. Diese können durch Schulungen, Workshops oder die Beteiligung an Anwenderkreisen aktiv am Know-how des Fraunhofer ISST partizipieren und diese zukunftsträchtigen Technologien in ihren Unternehmen einsetzen.

Informationslogistische Anwendungen sind Softwarekomponenten, die eine personalisierte, bedarfsgerechte Versorgung mit elektronischen Informationen garantieren. Die Qualität der Informationsbereitstellung lässt sich daran messen, inwiefern solche Dienste in der Lage sind, Angebot und Nachfrage von Informationen in Einklang zu bringen. Der Nutzen informationslogistischer Dienste ist multidimensional und umfasst die Aspekte Inhalt, Zeit und Ort. Kurz gesagt: Durch informationslogistische Anwendungen müssen die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung gestellt werden.

Richtig sind die Informationen dann, wenn sie die im individuellen Arbeitskontext benötigen Daten liefern. Nutzen bieten Informationen aber nur dann, wenn sie zum Zeitpunkt des Bedarfs zur Verfügung stehen und nicht veraltet sind. Und schließlich müssen sie möglichst umgehend an den Ort gelangen, wo sie der Nutzer gerade benötigt. Für Technologien, die solche Funktionalitäten bieten, ist in den kommenden Jahren ein hohes Marktpotenzial zu erwarten. Schon heute existieren Prototypen des Fraunhofer ISST, die einen Ausblick auf zukünftige informationslogistische Anwendungen bieten. Ein Beispiel hierfür ist PIA ("Personal Information Assistent"), eine Management-Software für die mobile und flexible Informationsversorgung. Mobile Anwender benötigen für PIA lediglich einen PDA (z.B. einen Palm Pilot) in Verbindung mit einem GSM-Handy.

Mit PIA können Mobile Worker Dokumente aus dem elektronischen Dokumentenbestand eines Unternehmens innerhalb weniger Minuten auf ein beliebiges Fax (z.B. beim Kunden) ausgeben. Vergessene Unterlagen sind dadurch kein Problem mehr. Als weitere Funktion steht eine mobile Reiseauskunft zur Verfügung, mit der Verbindungsanfragen über mehrere Verkehrsträger hinweg (Bahn, ÖPNV und Flugzeug) realisiert werden können. Schließlich ist mit PIA auch eine mobile Recherche im Adressdatenbestand des Unternehmens möglich. Alle Funktionen sind in einem Gerät vereinigt und können durch den Nutzer selbst ausgeübt werden. Hektische Telefonate mit Auskunftsdiensten, Kollegen oder dem Sekretariat gehören damit der Vergangenheit an. Dank PIA gelangen elektronische Informationen zur richtigen Zeit an den richtigen Ort. PIA ist nur ein Beispiel für eine informationslogistische Anwendung, wie sie das Kompetenzzentrum Informationslogistik im Fraunhofer ISST entwickelt.

Das Fraunhofer ISST wird das Kompetenzzentrum Informationslogistik auf dem diesjährigen medienforum NRW in Köln präsentieren. Zum einen gibt es einen Stand des Fraunhofer ISST auf der MediaVision Cologne, einer Teilmesse im Rahmen des medienforum NRW. Auf dem Stand können sich Interessierte über PIA sowie andere Entwicklungen und Dienstleistungen des Fraunhofer ISST informieren. Daneben wird sich das Kompetenzzentrum Informationslogistik auch mit einer Podiumsdiskussion präsentieren.

Hier die Messedaten auf einen Blick:
5. Juni 2000
13:00 Uhr forum NRW Bühne (Halle 3.1)

"Die Hinrichtung der unsinnigen Informationen"
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Herbert Weber (Fraunhofer ISST) und Ulrich Ende (Geschäftsführer N24), Moderation: Dr. Wolfgang Deiters (Fraunhofer ISST)
5. Juni 2000, 14:00 Uhr Halle 3.1
Pressekonferenz Fraunhofer ISST
5. - 7. Juni 2000
MediaVision Cologne (Halle: 03.2 Gang: E Nr.:42)

Ansprechpartner:
Dr. Wolfgang Deiters
Dipl.-Volkswirt Carsten Lienemann
Telefon 02 31/97 00-7 01
Telefax 02 31/97 00-7 99
E-Mail: deiters@do.isst.fhg.de
Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik ISST
Institutsteil Dortmund
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 20
44227 Dortmund
uniprotokolle > Nachrichten > medienforum NRW: Absaufen oder Freischwimmen? Leben mit der Informationsflut

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/59700/">medienforum NRW: Absaufen oder Freischwimmen? Leben mit der Informationsflut </a>