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Fraunhofer auf der EXPO

31.05.2000 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Virtuelle Reisen zum Dom von Siena, intelligente Verkehrskonzepte für die Zukunft, mobile Infosäulen - auf der Weltausstellung in Hannover ist die Fraunhofer-Gesellschaft mit zahlreichen aktuellen Projekten vertreten. Doch die Fraunhofer-
Forscher präsentieren auf der EXPO (1. Juni bis 31. Oktober 2000) nicht nur innovative Exponate. Mit ihrem Know-how tragen sie auch zum reibungslosen Ablauf der Weltausstellung bei: Das Entsorgungsmanagement für die Expo haben Fraunhofer-Wissenschaftler beispielsweise konzipiert.

Ein besonderer Höhepunkt der Weltausstellung ist der Themenpark. Auf der etwa 100 000 Quadratmeter großen Erlebnislandschaft wird in elf Einzelausstellungen gezeigt, wie Lösungen für globale Probleme von morgen aussehen können. Beispiel: Mobilität. Noch nie waren die Menschen so oft und so weit unterwegs wie heute. Doch die wachsende Mobilität hat auch ihre Kehrseite: Staus, Unfälle, Lärm und Umweltzerstörungen belasten Mensch und Natur. Eine entscheidende Frage für die Zukunft ist daher, wie kann unsere Mobilität dauerhaft, sicher, intelligent und ökologisch vertretbar erhalten werden? Antworten auf diese Frage versucht die Ausstellung "Mobilität" in Halle 4 zugeben. Unter der Leitung von Prof. Axel Kuhn hat eine Arbeitsgruppe des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML die inhaltliche Planung des Themas "Mobilität" im Themenpark der Expo übernommen. In der Exposition erleben die Besucher, mit welchen Verkehrsmitteln und auf welchen Wegen sich die Menschen in den nächsten Jahrzehnten fortbewegen könnten, ohne die Umwelt zu belasten oder im Verkehrsstau stecken zu bleiben.

Haben die Besucher in Halle 4 zur Ausstellung noch Fragen - kein Problem: 72 Roboter stehen als mobile Infosäulen parat. Damit die Roboter-Schwärme nicht zusammenstoßen oder Besucher behindern, haben sie - ähnlich wie fahrerlose Transportsysteme - ein Leit- und Steuerungssystem. Die Idee für diese außergewöhnlichen Exponate stammt vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Kar-lsruhe. Gebaut wurden die zwischen anderthalb und dreieinhalb Meter großen Roboter von der Handwerkskooperation BIEGE in Hannover. Das IML lieferte das Innenleben: das Leit- und Steuerungssystem. Die Roboter stehen über ein unsichtbares Netzwerk miteinander in Kontakt - je nach Situation weichen die mobilen Infosäulen den Besuchern aus oder bilden mit ihresgleichen - ähnlich wie Vögel oder Fische - unterschiedliche Formationen.

Auch am Global Dialogue "Science and Technology - Thinking the Future", der von den Wissenschaftsorganisationen gemeinsam mit der EXPO vom 11. bis 13. Juli 2000 auf der Weltausstellung veranstaltet wird, beteiligen sich Fraunhofer-Forscher. Sie sind dort nicht nur als Referenten vertreten, sondern zeigen in der zugehörigen Ausstellung, wie künftige Technik aussehen könnte. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA stellt dort etwa "Die Fabrik der Zukunft" vor. Unternehmen arbeiten zunehmend global - sie produzieren räumlich verteilt in verschiedenen Ländern. Am Beispiel der Fertigung von Aluminiumschildern zeigt das IPA, wie solche verteilten Produktionsstrukturen, eingesetzt werden können: Am Leitstand in Hannover gestalten die Besucher die Schilder -- hergestellt werden die Produkte in Ludwigsburg. Wie neue Techniken die Musikindustrie revolutionieren, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Es stellt die Erfolgsgeschichte von MP3 vor, einem Audiokodierverfahren, dass die Übertragung von Musik via Internet möglich macht.

Eine weitere Attraktion der Ausstellung zum Global Dilagoue sind die "Telebuddies": Die puppenähnlichen Avatare können als Vertreter für einen Menschen weitentfernte Orte erkunden. Mit ihrer Hilfe können zum Beispiel Internetnutzer die EXPO besuchen, ohne selbst nach Hannover fahren zu müssen. Sie werden einfach von einem Telbuddy, der mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher ausgestattet ist, auf der Weltausstellung vertreten. Dazu muss nur eine Person auf der EXPO den Avatar wie einen Rucksack schultern, und dann durch die Räume gehen, Exponate begucken oder eine Diskussionsrunde besuchen. Durch die Augen (Kamera) und Ohren (Mikrofon) des Telbuddies kann der Internet-Nutzer alles live miterleben. Übers Internet ist sogar eine Interaktion möglich: Möchte der Nutzer sich etwa an der Diskussion beteiligen und eine Frage stellen, braucht er diese nur einzutippen und an seinen Vertreter auf der EXPO zu schicken. Wenig später stellt sein Vertreter dann diese Frage. Auf der Weltausstellung stellen die Forscher vom IGD noch ein weiteres Projekt vor: Den virtuellen Dom von Siena. Gäste der EXPO können durch die photorealistische 3D-Abbildung des Doms gehen und sich von einem virtuellen Reiseführer die Attraktionen erklären lassen.


Anfang September steht auf dem umfangreichen Veranstaltungskalender der EXPO das Symposium "Leistungsfähigkeit durch Ressourcenmanagement" auf dem Programm. Die vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF mitorganisierten Veranstaltung behandelt das Thema "Grüne Produktivitätsprogramme in kleineren und mittleren Unternehmen".

Erstmals findet eine Weltausstellung nicht nur auf dem zentralen Ausstellungsgelände, sondern auch weltweit statt. Mehr als 700 praktische Beispiele, rund 280 davon in Deutschland, sind derzeit offiziell als externe Projekte registriert. Eines dieser dezentralen EXPO-Projekte ist das Office-Innovation Center in Stuttgart. Dort gehen Fraunhofer-Forscher den Fragen nach, wie das Büro der Zukunft konkret aussehen kann, wie dort gearbeitet wird und welche Informations- und Kommunikationsprozesse ablaufen. An dem Projekt sind die Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Bauphysik IBP, Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS, Integrierte Schaltungen IIS und Software- und Systemtechnik ISST beteiligt.

Ein weiteres externes EXPO-Projekt ist in Wolfsburg zu sehen. Unter dem Titel "Kreislaufwirtschaft" zeigen die Aussteller, dass die Rückführung von Wertstoffen auch im großen Stil nur Sinn macht, wenn die Produkte schon bei ihrer Entwicklung den Kreislaufgedanken beinhalten. Innovative Ideen und Verfahren rund um die Thematik "Kreislaufwirtschaft" stellen in der Autostadt unter anderem die Fraunhofer-Institute für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Materialfluss und Logistik IML, Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI vor. In Freiburg präsentiert sich die Solarregion im externen Themenpark "Energie". Wissenschaftlicher Partner dieses Projekts ist das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.

Wie vielfältig und spannend Forschung ist, zeigt die Ausstellung "fut[o]ur - ForschungRegion Braunschweig erleben", die vom 30. Juni bis zum 5. November 2000 im Braunschweigischen Landesmuseum zu sehen ist. Parallel zur EXPO stellen Braunschweiger Forscher - darunter auch Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST und WKI, interessante Forschungsergebnisse etwa zum Thema "Recycling von Altmöbeln" vor.

Fraunhofer-Know-how steckt aber nicht nur in den verschiedenen Exponaten, sondern auch in einigen EXPO-Gebäuden wie zum Beispiel dem deutschen Pavillon. Für dieses Gebäude hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP Vorschläge erarbeitet, wie das Klima in der großen Halle verbessert werden kann. Mit ihrer Kompetenz und ihrem Wissen tragen Fraunhofer-Forscher zudem zum reibungslosen Ablauf der Weltausstellung bei. Ingenieure vom IML entwickelten für das Duale System Deutschland, das Entsorgungsmanagement für die EXPO. Eine umfassende Aufgabe, da bei der Weltausstellung in Hannover erstmals Abfalltrennung und der Aufbau von Wertstoffkreisläufen konsequent umgesetzt werden.

Fraunhofer-Gesellschaft

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