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Jenas Grundwasser und seine Bedrohungen

05.06.2000 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Umweltpreis 2000 der Stadt Jena an Geologie-Studenten der Uni Jena

Jena (05.06.00) Den Umweltpreis 2000 der Stadt Jena, der am Samstag (3. Juni) in der Goethe-Galerie überreicht wurde, erhalten zwei Geologie-Studenten der Friedrich-Schiller-Universität. Peer Jungstand (27) und Jens-Uwe Kloth (26) teilen sich den ersten Preis in Höhe von 3.000 Mark zu gleichen Teilen mit der Umweltwerkstatt Jena e. V.. Die Uni-Studenten wurden für ihren Zustandsbericht zur hydrogeochemischen Beschaffenheit des Grundwassers im Stadtgebiet von Jena ausgezeichnet. "Es ist die erste zusammenfassende Beschreibung des Grundwasserchemismus in den oberen Grundwasserleitern in Jena", erläutert Dr. Andrea Herch, in deren Lehrveranstaltung "Hydrogeologisches Laborpraktikum" die Grundlagen der Studie entstanden. Erstmals wurden dabei nahezu alle Quellaustritte im gesamten Jenaer Stadtgebiet untersucht. Die Studenten werteten Wasserinhaltsstoffe aus und setzten sie in Bezug zu dem Gestein, aus dem sie gelöst werden.

In Jenas oberflächennahen Grundwasserleitern treten im wesentlichen, abhängig von der Gesteinszusammensetzung im Einzugsgebiet der Quellen, drei Wassertypen auf: Wässer aus den Karbonatgesteinen des Muschelkalks mit hohen Karbonathärten; Wässer aus dem Oberen Buntsandstein mit zum Teil sehr hohen Sulfatgehalten und weiches Grundwasser aus dem Mittleren Buntsandstein, das im Süden Jenas durch Tiefbrunnen erschlossen und zur Trinkwasserversorgung genutzt wird.

"Das Grundwasser im Muschelkalk weist in einigen Bereichen deutliche Anzeichen von anthropogenen Beeinflussungen auf", erklärt Peer Jungstand. Derartige Einflüsse wurden vor allem in der Nähe von Straßen messbar, wo im Grundwasser erhöhte Chloridgehalte nachgewiesen wurden, die auf Streusalz zurückzuführen sind. "Der Einfluss der Landwirtschaft zeigt sich an den erhöhten Nitratgehalten auf der westlichen Seite des Saaletales, die teilweise über dem Grenzwert für Trinkwasser (50 mg/l) liegen", führt Jens-Uwe Kloth ein weiteres Resultat aus.

Im Bereich der Quellen weist das Grundwasser bis auf wenige Ausnahmen eine gute Beschaffenheit auf. Doch Beeinträchtigungen der obersten Grundwasserleiter, die meist schleichend daherkommen, könnten die Qualität des Trinkwassers bedrohen. Daher ist es wichtig, dass dank der Studie nun erstmals die Möglichkeit besteht, sich flächenhaft einen Überblick über die Grundwasserbeschaffenheit im Stadtgebiet zu verschaffen. "Dies ist eine wichtige Grundlage für weitere Maßnahmen zur Sicherung des 'Schutzgutes Trinkwasser'", erklärt Peer Jungstand, der sich gemeinsam mit seinem Kommilitonen über die Auszeichnung freut. "Es ist schön", sagt der Preisträger, "dass unsere Ergebnisse jemanden interessieren und sie nicht einfach in der Schublade versanden."


Friedrich-Schiller-Universität
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