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"ZUKUNFT(s)WERKSTATT BUCH" will alle Sinne aktivieren

07.06.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Spektakulärer Auftakt am Hubland: In der kommenden Woche startet an der Universitätsbibliothek Würzburg eine aufwändige Ausstellung, bei der unter anderem Raum greifende, teils per Computer erzeugte künstlerische Buch-Installationen zu sehen sind. Außerdem wird zu nächtlicher Stunde auf der großen Treppe vor der Bibliothek eine von Musik sowie Film- und Lichtprojektionen begleitete Performance mit Textil- und Papierobjekten geboten.

Die Eröffnung der Ausstellung, die Performance und ein zweitägiges Symposium mit Werkstattgesprächen finden im Rahmen der Aktion "ZUKUNFT(s)WERKSTATT BUCH" von Donnerstag bis Samstag, 15. bis 17. Juni, an der Universitätsbibliothek am Hubland statt. Im Mittelpunkt stehen Künstler-Bücher in all ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen und Reflexionsweisen.

Veranstaltet wird dieses außergewöhnliche Projekt von Prof. Dr. Rainer Goetz, Kunstpädagoge an der Universität Würzburg, in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing; gefördert wird es vom Universitätsbund Würzburg.

Das Buch-Projekt ist im Rahmen der bayernweiten Aktion "ZUKUNFT(s)WERKSTATT" angesiedelt: Diese Initiative ist Teil der Millenniumsfeierlichkeiten im Freistaat und wird getragen von der Kunstpädagogik an allen Universitäten Bayerns, vom Studiengang Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste München und vom Fachgebiet Bildende Kunst der Münchener Volkshochschule. Von Prof. Goetz stammt auch die Konzeption des bayernweiten Hochschulprojekts "ZUKUNFT(s)WERKSTATT", das vom Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgewählt wurde für "Bayern 2000 - Erbe und Auftrag".

Das Würzburger Projekt verfolgt das Ziel, "den Zwiespalt zwischen bestehenden künstlerischen Buchgestaltungen und Neuen Medien zu überbrücken durch erforschende, gestaltende und sinnstiftende Phantasie", so die Veranstalter. Außerdem soll ein zukunftsorientiertes Konzept für die Ästhetische Bildung veranschaulicht werden. Diese Art von Bildung geht über die Kunsterziehung im herkömmlichen Sinne hinaus, weil sie Bewegung, Inszenierung, Musik und Poesie einschließt. Derart umfassend ist auch die "ZUKUNFT(s)WERKSTATT BUCH" angelegt: Die Vernetzung von Ausstellung, Symposium und Performance soll alle Sinne der Besucher aktivieren.

Ausstellung: Künstler-Bücher, Buch-Objekte und Buch-Installationen

Die Ausstellung mit ihren rund 200 Exponaten wird am Donnerstag, 15. Juni, um 20.30 Uhr in der Universitätsbibliothek am Hubland eröffnet und dauert bis 29. Juli. Prof. Goetz und Dr. Roswitha Terlinden, Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Tutzing, stellen zunächst das Gesamtprojekt "ZUKUNFT(s)WERKSTATT BUCH" vor.

Unter den 18 eingeladenen ausstellenden Künstlern, deren Kunst-Bücher, Buch-Objekte und Buch-Installationen zu sehen sind, befinden sich neben deutschen auch einige ausländische Gäste: der Engländer John Berger, Botond aus Budapest, Katharina Hinsberg aus Wien, Diet Sayler (Rumänien) und Brygida Wrobel-Kulik (Polen). Einige haben speziell für die "ZUKUNFT(s)WERKSTATT BUCH" eigene Künstler-Bücher bzw. raum- und buchbezogene Installationen geschaffen. Zusätzlich zeigen die Dozenten der Würzburger Kunstpädagogik Buch-Objekte und -Installationen. Auch die "Projekt-Tage-Bücher" von Teilnehmern der Sommer-Akademie 1999 in Tutzing, von Schülern der Modellschule für Kunstpädagogik und von Würzburger Kunstpädagogik-Studierenden sind Teil der Ausstellung.

Nach der Eröffnung gibt es um 22.00 Uhr die Videodokumentation "Kratzen und Streichen" von Bernt Engelmann zu sehen. Sie befasst sich mit der im Handschriftenstudio gezeigten Buch-Installation "Seitenwende - Museumsreisen" der Professoren Thomas Zacharias und Erhard Hössle.

Die Ausstellung "Künstler-Bücher, Buch-Objekte und Buch-Installationen" ist bis 29. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zugänglich: Montag bis Freitag von 8.00 bis 21.00 Uhr, Samstag von 9.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die bei der Sommerakademie in Tutzing entstandenen Arbeiten und die Werke der Studierenden können nur vom 15. bis 17. Juni gezeigt werden.

Performance: "Entblättern"

Dozenten und Studierende der Würzburger Kunstpädagogik führen dann am Donnerstag, 15. Juni, um 23.00 Uhr die Performance "Entblättern" auf, und zwar auf der großen Treppe vor der Universitätsbibliothek. Diese von den Darstellern selbst erdachte, gestaltete und choreographierte Inszenierung wird von Musik sowie von Film- und Lichtprojektionen begleitet. Die Performance ist bei freiem Eintritt für jedermann zugänglich. Wenn das Wetter nicht mitspielt, wird sie in die Tiefgarage am Hubland verlegt.

Symposium mit Werkstattgesprächen: "Über die Zukunft der Bücher - Perspektiven Ästhetischer Bildung"

Das zwei Tage dauernde Symposium trägt den Titel "Über die Zukunft der Bücher - Perspektiven Ästhetischer Bildung".
Prof. Goetz zum Hintergrund der Veranstaltung: "Gerade im Klima des möglichen Endes der Künstler-Bücher haben diese, durch die Neuen Medien an den Rand ihrer Existenz gedrängt, neue Gestaltungen entwickelt, die unverwechselbarer sind als manche ihrer Vorgängerformen." Das Symposium beinhaltet zwei Grundsatzvorträge sowie mehrere Werkstattgespräche, die sich mit den in der Ausstellung gezeigten Objekten befassen: Die Künstler selbst stellen ihre Arbeiten vor und suchen dann das Gespräch mit den Symposiumsteilnehmern.

Zum Beginn spricht Universitätsvizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Freericks am Freitag, 16. Juni, um 10.00 Uhr ein Grußwort. Es folgt der Vortrag "Weitere Würfelwürfe. Zur Geschichte des Künstlerbuchs" von Prof. Dr. Michael Glasmeier von der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Am Samstag, 17. Juni, startet das Symposium um 9.00 Uhr mit dem Vortrag "Vom Wandel der Wissensnavigation". Referent ist Prof. Dr. Peter Weibel aus Karlsruhe, Vorstand des dortigen Zentrums für Kunst und Medientechnologie. Um 15.30 Uhr findet zum Abschluss ein Plenumsgespräch mit den Künstlern und Referenten sowie den Teilnehmern der letztjährigen Sommerakademie Tutzing statt.

Der Symposiumsbeitrag beläuft sich auf 90 Mark und ist für Studierende auf 45 Mark ermäßigt. Weitere Informationen: Prof. Dr. Rainer Goetz, T (0931) 888-4845 oder 888-4842, Fax (0931) 888-6819, E-Mail:

k.hollenbach@mail.uni-wuerzburg.de
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