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5. Suchttherapietage in Hamburg - Einladung zur Pressekonferenz

07.06.2000 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

In Hamburg finden vom 13. bis 16. Juni 2000 die "Suchttherapietage 2000" statt. Veranstalter ist Professor Dr. Michael Krausz aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Der Kongress wird am 13. Juni um 14.30 Uhr von Hamburgs Gesundheitssenatorin Karin Roth eröffnet. Über 100 Seminare bieten den 600 bis 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Bereichen der Suchttherapie vielfältige Informationen: über aktuelle Entwicklungen der Versorgung und Therapie sowie über neue Forschungsergebnisse. Eine wichtige Position nimmt ebenso der Dialog mit Betroffenen und Entscheidungsträgern ein.

Aktuelles Thema: Doping

Eines der besonders aktuellen Gebiete des Dialoges ist in diesem Jahr das Thema Doping. In einer öffentlichen Veranstaltung werden sich Spitzensportler und Fachjournalisten mit dem Thema: "Doping - Drogen - Olympische Spiele" auseinandersetzen. Im Diskurs zwischen Spitzensport und Suchttherapie sollen mögliche Ansatzpunkte für Prävention und gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit psychotropen Substanzen erarbeitet werden. Anstelle von pauschalen Vorurteilen soll eine differenzierte Betrachtungsweise treten. Die Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten, die teilweise auch der Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler schadet, war zuletzt besonders im Radsport, aber auch vielfach in der Leichtathletik und beim Schwimmen ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Verurteilung von Spitzenfunktionären der ehemaligen DDR rund um das Doping von Hochleistungs-Sportlern ist nur ein kleines aktuelles Beispiel für die Brisanz dieses Themenfeldes. Auf der anderen Seite: Gilt das Streben nach Höchstleistung auch als Grundlage von Sucht und Abhängigkeit? Gerade die neuen Entwicklungen um Ecstasy, Speed, Amphetamine und Kokain begründen ein differenziertes Nachfragen und die Diskussion von Analogien. Die meisten der Konsumenten von zum Beispiel Amphetamin oder Kokain wollen in Einzelbereichen ihre Leistungsfähigkeit ausbauen und erhöhen. Genuss auf Kosten der Gesundheit?

Die Veranstalter erwarten zu diesem öffentlichen Diskussionsforum, unter der Moderation von Peter Unfried (taz Berlin), den ehemaligen Olympiasieger im Diskuswurf Rolf Danneberg, die frühere Schwimm-Europameisterin der ehemaligen DDR und Nebenklägerin im "Ewald-Prozess" Karen König, den Publizisten und Sozialwissenschaftler Günter Amendt sowie den Sportjournalisten der Berliner Zeitung Jens Weinreich.

Dieses öffentliche Diskussionsforum findet statt am Mittwoch, den 14. Juni, von 17.15 bis 18.30 Uhr im Hörsaal des Pädagogischen Instituts der Universität Hamburg, Von-Melle-Park 8.

Schwerpunktthema: Medikamente

Das Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung sind "Medikamente in der Suchttherapie - Stellenwert und Perspektiven". Große Aufmerksamkeit in diesem Zusammenhang verdient die Weiterentwicklung und Diversifikation der Substitutionsbehandlung durch neue Medikamente sowie Fortschritte in der Substitutionsforschung. Die Diskussion um den Modellversuch medizinisch indizierter Opiatvergabe ist dabei nur eine Facette, wenn auch eine besonders interessante. Neu zugelassene Präparate wie das in Frankreich besonders verbreitete Buprenorphin (Subutex) erweitern das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten. Dort werden inzwischen mehr als 60 000 Heroinabhängige mit diesem Mittel erfolgreich substituiert.

Daneben gibt es auch neue Möglichkeiten vorbeugender Medikation im Bereich der Behandlung des so genannten Suchthungers (Craving) sowie in der Behandlung häufig begleitender Erkrankungen wie Leberentzündungen. Das Zusammenspiel von medikamentöser Therapie und anderen Präventionen ist in der Praxis oft schwierig und bedarf intensiver Diskussion und Weiterbildung. Die schlichte Hoffnung auf eine "Pille gegen die Sucht" oder die Radikalkur fürs Hirn, wie von einigen Forschern erhofft, ist interessante Grundlage der Diskussion und der Tagung.

Die Verschlechterung der ökonomischen Behandlungsbasis der Substitution, dies trifft insbesondere niedergelassene Hausärzte, stellt eine andere besorgniserregende Entwicklung dar, die in einigen größeren Bezirken zum massenhaften Ausstieg der Hausärzte aus der Substitutionsbehandlung geführt hat. Einerseits werden berechtigterweise hohe Qualitätsansprüche an die Substitution formuliert und gefordert, andererseits deren ökonomische Grundlage zerstört. Diese besondere Problematik wird auf der Pressekonferenz von dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin vorgestellt.

Neues Diskussionsforum: Die Zeitschrift "Suchttherapie"

Mit den diesjährigen Hamburger Suchttherapietagen erblickt auch eine neue Zeitschrift das Licht der Welt, herausgegeben von dem Nürnberger Psychologen Joachim Körkel und dem Hamburger Psychiater Michael Krausz, in einem der größten und wichtigsten deutschen Medizinverlage Georg Thieme, Stuttgart. Das Erscheinen anläßlich der Suchttherapietage verdeutlicht und würdigt die führende Rolle sowohl des Hamburger Versorgungssystems und der zugrundeliegenden Gesundheitspolitik als auch der Entwicklung der interdisziplinären Suchtforschung.

Wir laden alle interessierten Journalistinnen und Journalisten ein zur Pressekonferenz

am Dienstag, den 13. Juni 2000,

um 13 Uhr

in Raum 05 des Pädagogischen Instituts der Universität Hamburg, Von-Melle-Park 8 .

Gesprächspartner sind der Veranstalter und Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg, Professor Dr. Michael Krausz, der niedergelassene Hamburger Arzt Dr. Rainer Ullmann und der Chefarzt der VII. Psychiatrischen Abteilung des Klinikums Nord Ochsenzoll, Dr. Klaus Behrendt.

Für weitere Informationen und bei Interesse an bestimmten Interviewpartnern wenden Sie sich bitte an das Kongressbüro, Birgit Hansen und Astrid Kühne, Tel. und Fax (040) 428 03 - 51 21 (bis 8. Juni) oder das Tagungsbüro vor Ort, Raum 06 des Pädagogischen Instituts, Tel. 0172 - 540 35 49 (ab dem 13. Juni).

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