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Champions League: RTL schlägt tm3 mit 2:1 nach Quotenanteilen

07.06.2000 - (idw) Universität Dortmund

Der Münchner Fernsehsender tm3 war bei Übertragung der Champions League 1999/2000 deutlich weniger erfolgreich als der Sender RTL, der die Übertragung der Spiele im Vorjahr im Programm hatte. Die Gründe und Konsequenzen des Quoteneinbruchs haben Diplom-Volkswirt Armin Rott und Dr. Jens Müller an der Universität Dortmund in einer Studie herausgearbeitet.

Als am 24. Mai 2000 der FC Valencia und Real Madrid in Paris im Finale der Champions League gegeneinander antraten, stand ein Verlierer dieser Saison schon fest - jedenfalls beim Wettkampf um Einschaltquoten: tm3 hatte 2:1 gegen RTL verloren. Im Durchschnitt sahen die Spiele der Champions League bei tm3 nämlich weniger als halb so viele Zuschauer wie in der Vorsaison bei RTL.
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Geringere Fußballnachfrage bei tm3
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Vergleicht man alle im Rahmen der Champions League live übertragenen Spiele, so saßen bei tm3 durchschnittlich 4,08 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, bei RTL waren es im Vorjahr dagegen durchschnittlich 9 Millionen. Die niedrigen absoluten Zahlen schlugen sich auch in niedrigeren Marktanteilen nieder. Gerade einmal 14,47 % der Zuschauer erreichte tm3 durchschnittlich mit den Live-Übertragungen, während es RTL auf 30,65 % brachte.
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Marktposition nicht nachhaltig verbessert
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Entscheidend auch der Effekt auf den Erfolg des Gesamtprogramms: Für RTL schlug sich der Verlust der Champions League in niedrigeren monatlichen Marktanteilen nieder. Für tm3 bedeuteten die Fußballübertragungen hingegen einen deutlichen Zugewinn. In den spielfreien Monaten Januar und Februar allerdings sanken die Marktanteile wieder deutlich.
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tm3-Formschwäche nicht durch Startnachteile bedingt
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Die beiden TV-Ökonomen kommen zu dem Schluß, daß für die niedrigen Zuschauermarktanteile nicht ausschließlich das im Vergleich zum Vorjahr geänderte Spielsystem ("Spiele-Inflation"), die unzureichende technische Reichweite des Münchner Senders oder die geringere Spielbeteiligung und die mangelnden Erfolge deutscher Mannschaften verantwortlich sind. Müller und Rott sehen die Ursachen vielmehr in den sehr rigiden Sehgewohnheiten, den Image- und Reputationsdefiziten des relativ unbekannten Senders und in der fehlenden "Laufkundschaft", die bekanntere Sender durch ein attraktiveres Rahmenprogramm an sich zieht.

Bezug und nähere Informationen:

Dipl.Volkswirt Armin Rott, Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
(Prof. Dr. Hartmut Berg), Universität Dortmund, 44221 Dortmund, Tel.: 0231/755-3154, Mail: Armin.Rott@wiso.uni-dortmund.de
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