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Neues Leben in historischem Fabrikgebäude

08.06.2000 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Neues Leben in historischem Fabrikgebäude
Arbeiten und Wohnen auf dem Gelände der WEMA-UNION Chemnitz

Immer häufiger gehen lukrative Bauaufträge an Baukonzerne und große Firmen. Kleine und mittelständische Betriebe sind die Verlierer dieser Entwicklung. Die eigentliche Arbeit wird von jedoch von ihnen - oft als Unterauftragnehmer - geleistet, und das nicht selten zu existenzbedrohenden Dumpingpreisen. Unter dem Leitgedanken "Mittelständler kooperieren mit Gleichgesinnten, um die größenbedingten Nachteile auszugleichen" forcieren Netzwerk-Experten des Institutes für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz gemeinsam mit Visionären des Chemnitzer Initiativkreises Bauen und Umwelt e.V. und der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH ein erstes Projekt im Chemnitzer Stadtteil Kappel. Auf dem Gelände der WEMA-UNION Chemnitz sollen neue Wohn- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden.

Der Mitinitiator des Projektes Prof. Dr. Hartmut Enderlein von der TU Chemnitz äußert sich zu den Zukunftsaussichten: "Die Idee ist, ein BauInnovationsCenter mit einem Tele-BuisnessCenter zu vernetzen und somit Synergieeffekte für beide Branchenbereiche zu erzielen. Das Tele-BuisnessCenter fungiert auch als Servicestelle und bildet einen zentralen Anlaufpunkt für potentielle Kunden, die nach Dienstleistungen in den Bereichen Bauen und Wohnen suchen." In einem solchen Center-Netzwerk werden die Potentiale der kleinen und mittleren Unternehmen gebündelt und dem Kunden wunschgemäße Dienstleistungen und Produkte angeboten bzw. vermittelt. Das erstreckt sich von der Architekturleistung über die Bauplanung und -ausführung in der ersten Ausbaustufe bis hin zur multimedialen Verknüpfung des BauInnovationsCenters.

Innovative Handwerksbetriebe und Existenzgründer erhalten damit in Chemnitz gute Chancen, geschäftsbehindernde Abhängigkeiten aufzulösen und durch erfolgreiche Kooperation profitabel Bau- und Sanierungsleistungen aus einer Hand anbieten zu können. Der erste gemeinsame Auftrag wird die Sanierung der denkmalgeschützten WEMA-UNION-Werkhalle sowie deren Ausbau zu Betriebsräumen der zukünftigen Partner des BauInnovationsCenters umfassen. In einer zweiten Ausbaustufe werden die Unternehmen des Netzwerkes auf weiteren Flächen des ehemaligen Betriebsgeländes der WEMA-UNION Wohnungen im Passivhausstandard errichten und damit den Gedanken des stadtnahen Arbeitens und Wohnens mit Leben erfüllen.

Wissenschaftler der TU Chemnitz, die TLG Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH und Wirtschaftsverbände der Region helfen den Gründern und Baufachleuten bei ihrem Einstieg in das BauInnovationsCenter. Finanzielle Unterstützung werden Banken und das Arbeitsamt leisten. "Ein solches Projekt steht der InnovationsWerkstatt Chemnitz gut zu Gesicht und bietet Chancen für Unternehmensgründer und progressive Handwerksbetriebe über den Chemnitzer Raum hinaus tätig zu werden", so der Experte für Unternehmensgründung der TU Chemnitz Prof. Dr. Jochen Weihe. Chancen für zukunftssichere Arbeitsplätze sind vorhanden, für die Region Chemnitz und für alle interessierten Fachleute, die beim BauInnovationsCenter dabei sind.

Interessierte Handwerksbetriebe und Ingenieurdienstleister für innovatives Bauen werden eingeladen zur Auftaktveranstaltung am 21. Juni 2000 um 11.00 Uhr in das Gebäude der WEMA-UNION Chemnitz, Ulmenstrasse Ecke Zwickauer Strasse. Weitere Informationen: Prof. Dr. Hartmut Enderlein, Tel. (03 71) 5 31 - 53 08, oder über Internet http://www.initiativkreis.de
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