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Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften (IZN) der Universität Heidelberg wird eröffnet

13.06.2000 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Am kommenden Freitag - Forschungsthemen reichen von Fragen der molekularen Organisation und Entwicklung des Nervensystems über die Synchronisierung von Nervennetzen bis zur Frage, wie komplexe Hirnfunktionen zustande kommen und warum sie gestört sein können

Am Freitag, 16. Juni, wird im Beisein des Rektors der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Jürgen Siebke, und von Vertretern des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Heidelberger Fakultäten für Biologie und Medizin das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften (IZN) der Universität Heidelberg offiziell eröffnet. Den Festvortrag hält Professor Yves-Alain Barde vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, einer der international herausragenden Forscher auf dem Gebiet der Entwicklungs-Neurobiologie, zum Thema "Molecular control of cell fate and cell shape in the vertebrate nervous system".

Dem IZN gehören im so genannten Kernbereich die Institute für Neurobiologie (Prof. W. B. Huttner), Klinische Neurobiologie (Prof. H. Monyer) und Neuroanatomie (Prof. K. Unsicker) mit insgesamt 14 unabhängigen Arbeitsgruppen und weit über 100 Mitarbeitern an. Fast die Hälfte der 14 Arbeitsgruppen des IZN sind voll Drittmittel-finanziert. Die Forschungsthemen reichen von Fragen der molekularen Organisation und Entwicklung des Nervensystems über die Synchronisierung von Nervennetzen bis zur Frage, wie komplexe Hirnfunktionen zustande kommen und warum sie gestört sein können. Wissenstransfer vom Labor in die Klinik und zurück, Ausbau und bessere Nutzung der apparativen Infrastruktur, Kooperationen über Fakultätsgrenzen hinweg, Verbesserungen im Lehrangebot, kurz: Synergie-Effekte auf vielen Ebenen und die Optimierung von Forschung und Lehre mit Nutzen für Patienten sind die Ziele des IZN.

Gründung fällt zusammen mit Eröffnung der "Dekade des Gehirns"

Die Gründung des IZN fällt zeitlich zusammen mit der Eröffnung der "Dekade des Gehirns" 2000 - 2010 in Deutschland, einer unter anderem von dem Heidelberger Nobelpreisträger Prof. Bert Sakmann gestarteten Initiative, deren Ziel es ist, verstärkt Mittel für die Erforschung des menschlichen Gehirns zu akquirieren. Gründungen von Neurowissenschaftlichen Zentren gibt es auch an anderen Orten, wie zum Beispiel in Göttingen, wo gerade das erste Europäische Neuro-Institut etabliert worden ist. Dies bedeutet, dass Heidelberg erhebliche Anstrengungen unternehmen muss, um seine Führungsposition in der molekularen und zellulären Neurobiologie zu halten, gerade in einer Phase, in der mehrere der herausragenden Neurowissenschaftler Heidelberg verlassen und wichtige Berufungen schon gescheitert sind oder zu scheitern drohen.

Die bereits gestarteten Initiativen des IZN, Verbesserungen der Geräteausstattung, Einrichtung von Service-Zentren, gemeinsame Klausurtagungen und wöchentliche Seminare, werden erheblich unterstützt mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die unter anderem in diesem Jahr allein fast 10 Millionen Mark für den neuen Sonderforschungsbereich 488 "Molekulare und zelluläre Grundlagen neuraler Entwicklungsprozesse", eine Forschergruppe "Zentrale aminerge Systeme und Mechanismen", das Graduiertenkolleg "Zelluläre und molekulare Neurobiologie" und zahlreiche Einzelprojekte zur Verfügung gestellt hat. Das Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Universität helfen mit Mitteln für die Organisation des Zentrums, die Schilling-Stiftung und Medizinische Fakultät haben erheblich investiert in die Schaffung einer Stiftungsprofessur Klinische Neurobiologie. Die Initiatoren des IZN wissen, dass dies alles nur ein Anfang sein kann. Vorgesehen ist nach Ernennung eines internationalen "Advisory Boards" die Erweiterung des Zentrums unter Einbeziehung weiterer neurowissenschaftlicher Arbeitsgruppen. Ziel muss aber auch die gemeinsame Unterbringung zumindest der Arbeitsgruppen des Kernbereichs in einem ausreichend großen Gebäude im Neuenheimer Feld bleiben.

IZN will auch Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit erfüllen

Nicht zuletzt hat das neue IZN auch Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit. Diesen soll Rechnung getragen werden durch Vortragsangebote an Schulen, Fortbildungsveranstaltungen für interessierte Laien, Biologen und Mediziner und Tage der Offenen Tür.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Klaus Unsicker
Neuroanatomie
Im Neuenheimer Feld 307, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 548228, Fax 545604
klaus.unsicker@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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